Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ruft seit Anfang Oktober bundesweit dazu auf, den eigenen Impfschutz zu prüfen. Im Mittelpunkt der Kampagne „Zusammen geschützt“ stehen Impfungen gegen Grippe, Corona, RSV und Pneumokokken. Besonders gefährdet sind nach Angaben des Instituts ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen.
Mit der bundesweiten Kampagne „Zusammen geschützt“ informiert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut über Impfungen gegen Atemwegserkrankungen. Aktualisierte Plakate und Anzeigen sollen seit Anfang Oktober bundesweit im öffentlichen Raum und in den Medien zu sehen sein.
Das BIÖG verweist auf den Saisonbericht des Robert Koch-Instituts. Demnach gab es in der Wintersaison 2025/26 rund 180 Millionen akute Atemwegserkrankungen. Etwa 429.000 Menschen wurden wegen schwerer akuter Atemwegsinfektionen in Kliniken behandelt, rund 22.700 starben.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung allen Kindern bis zwei Jahre und Menschen ab 60 Jahren. Hinzu kommen Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder beruflichem Risiko. Pneumokokken können unter anderem Lungenentzündungen, eine Sepsis oder eine Hirnhautentzündung auslösen.
Eine einmalige RSV-Impfung wird laut STIKO allen Menschen ab 75 Jahren empfohlen. Menschen zwischen 60 und 74 Jahren mit bestimmten schweren Grunderkrankungen sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sollten ebenfalls geimpft werden. Für Neugeborene und Säuglinge ist in der ersten RSV-Saison eine Prophylaxe mit einem Antikörper vorgesehen.
Bei der Corona-Impfung hat die STIKO ihre Empfehlung im Juli 2026 angepasst. Eine jährliche Auffrischung wird nun allen Menschen ab 75 Jahren empfohlen. Für gesunde Erwachsene entfällt die Empfehlung, eine Basisimmunität aufzubauen. Weiterhin jährlich impfen lassen sollten sich unter anderem Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Schwangere bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung sowie bestimmtes medizinisches und pflegerisches Personal.
Die Corona-Impfung sollte möglichst zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Eine fehlende Impfung kann laut BIÖG auch während der Saison nachgeholt werden. Menschen mit gesundem Immunsystem, die sich im Laufe des Jahres bereits angesteckt haben, können in der Regel auf eine Auffrischung verzichten.
Die Grippeimpfung empfiehlt die STIKO allen Menschen ab 60 Jahren, Menschen jeden Alters mit bestimmten Grunderkrankungen, Schwangeren, Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie medizinischem und pflegerischem Personal. Als guter Zeitraum gilt Oktober bis Mitte Dezember. Auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein. Der Impfschutz baut sich den Angaben zufolge innerhalb von etwa zwei Wochen auf.
Das BIÖG weist zudem auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Grippeerkrankungen und Herzinfarkten sowie Schlaganfällen hin. Bei weiteren Risikofaktoren könne eine Grippe diese Erkrankungen begünstigen. Eine Grippeimpfung könne das Risiko senken.
Mehrere Impfungen können bei entsprechender Empfehlung am selben Termin verabreicht werden. Welche Kombination sinnvoll ist, sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt geklärt werden. Impfungen können in Haus- und Kinderarztpraxen, bei anderen Fach- und Betriebsärzten sowie teilweise in Apotheken erfolgen. Die gesetzlichen Krankenkassen und in der Regel auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für STIKO-empfohlene Impfungen.
Mit den Online-Impfchecks des BIÖG lässt sich der eigene Impfschutz gegen Grippe, Corona, RSV und Pneumokokken prüfen. Das Ergebnis kann als Grundlage für ein Gespräch in der Arztpraxis dienen. Auf der Internetseite bündelt das BIÖG außerdem Informationen zu den Erregern, Impfempfehlungen, dem Impfkalender und Hygienetipps.