Großübung am Krankenhaus Rottweil. Fotos: Peter Arnegger

Gehö­rig ins Schwit­zen sind die frei­wil­li­gen – und damit ehren­amt­lich täti­gen – Feu­er­wehr­leu­te in Rott­weil am Sams­tag gekom­men. Bei noch­mal som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren stand eine Groß­übung an der Heli­os-Kli­nik an. Ein Brand auf einer der Sta­tio­nen, 17 ver­letz­te Pati­en­ten, davon sechs bett­lä­ge­rig, so die Annah­me. Und als Drein­ga­be ein Fahr­zeug­brand. Ein­ge­bun­den war die Gesamt­feu­er­wehr Rott­weil und die eben­falls ehren­amt­li­chen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen vom Kreis­ver­band des Roten Kreu­zes. Nach einer guten Stun­de schon konn­te sich Ein­satz­lei­ter Frank Mül­ler zufrie­den zei­gen.

Eine Stun­de. In Park­ge­büh­ren am Kran­ken­haus: zwei Euro. Nach so kur­zer Zeit konn­te die Feu­er­wehr am Sams­tag Ein­satz­en­de ver­mel­den – und ein Beob­ach­ter, der an Kli­nik geparkt hat­te, hat so über­schau­bar viel Geld berap­pen müs­sen. In die­sen 60 Minu­ten hat­ten die Wehr­leu­te einen ange­nom­me­nen Brand auf einer der Kli­nik-Sta­tio­nen gelöscht und die Ret­tung von 17 Pati­en­ten, teils per Dreh­lei­ter, teils ein­fach durch Ver­brin­gen auf eine ande­re, rauch­freie Sta­ti­on, abge­schlos­sen. 

Es hat alles wirk­lich gut geklappt”, so das Fazit von Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler. Das ein­zi­ge, was er sich spon­tan zunächst notiert hat­te: Wäh­rend eines ech­ten Ein­sat­zes in einer der Sta­tio­nen kann es wei­ter zu eili­gen Kran­ken­trans­por­ten kom­men. Eine Gas­se für Ret­tungs­fahr­zeu­ge – wie auf der Auto­bahn – muss auch daher an einer Kli­nik frei gehal­ten wer­den. 

Gewohnt rou­ti­niert wickel­ten er und sei­ne Leu­te den Ein­satz ab. Zunächst war nur ein Lösch­zug aus­ge­rückt – denn das ursprüng­li­che Alarm­stich­wort hieß „Brand­mel­deralarm”. Nichts, wes­we­gen eines Feu­er­wehr­manns Blut in Wal­lung gerät. Vor Ort ist aber – so die Übungs­an­nah­me – ein ech­ter Brand fest­ge­stellt wor­den, rich­ti­ges Feu­er. Also: Alarm­stich­wort hoch­stu­fen, wei­te­re Kräf­te anfor­dern, ein „Mas­sen­an­fall an Ver­letz­ten” steht an, wie das im Jar­gon heißt.

Oder, in einem ande­ren Wort: Der Brand­mel­deralarm ist in zwei wei­te­ren Stu­fen zu einer soge­nann­ten Groß­scha­dens­la­ge gewor­den. Übri­gens: unan­ge­kün­digt. Die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den wuss­ten nur, dass um 14.30 Uhr eine Übung der Gesamt­wehr am Kran­ken­haus statt­fin­den wür­de. 

Also wur­de nach­ge­for­dert – am Ende waren 135 Rott­wei­ler Feu­er­wehr­leu­te aus der Kern­stadt und allen Teil­or­ten im Ein­satz, 20 Fahr­zeu­ge rück­ten an. Eini­ge in soge­nann­te Bereit­stel­lungs­räu­me – sie park­ten etwa die Schram­ber­ger Stra­ße ent­lang. Denn bis sie gebraucht wer­den, müs­sen sie schnell ver­füg­bar sein, dür­fen aber nicht im Weg her­um ste­hen. 

In der Heli­os-Kli­nik habe auch alles rei­bungs­los geklappt. Ohne­hin lief der Kran­ken­haus­be­trieb wei­ter. Aber auch der kom­plet­te tech­ni­sche Ablauf war aus Sicht der Feu­er­wehr rei­bungs­los, so Stadt­brand­meis­ter Mül­ler. Bis hin zur gemäh­ten Wie­se und zurück geschnit­te­nen Hecke, an der ent­lang die Dreh­lei­ter zur Pati­en­ten­ret­tung in Posi­ti­on gebracht wor­den ist.

Die Kame­ra­den gin­gen auf der tat­säch­lich ver­rauch­ten Sta­ti­on – die an sich gera­de leer steht und die für die Übung mit einer Nebel­ma­schi­ne ver­qualmt und mit ver­meint­li­chen Pati­en­ten belegt wor­den war – von Tür zu Tür. Check­ten jeden Raum auf Men­schen. Such­ten Ver­letz­te, Ein­ge­schlos­se­ne, auch Leu­te, die sich in Panik etwa in einem Schrank ver­steckt haben könn­ten. Drei­mal. Der vol­le Durch­lauf. Bis es hieß: „Alle Pati­en­ten geret­tet.” 

An der Übung im und am Kran­ken­haus war auch die Werk­feu­er­wehr des Rot­ten­müns­ters, des Vin­zenz-von-Paul-Hos­pi­tals betei­ligt. Kame­ra­den, die sich mit den bau­li­chen Gege­ben­hei­ten einer Kli­nik beson­ders gut aus­ken­nen, wie etwa Feu­er­wehr-Spre­cher Rüdi­ger Mack und Mül­ler glei­cher­ma­ßen bekräf­tig­ten. Und die gut aus­ge­stat­tet sind – etwa mit einer beson­ders brei­ten Pla­ne zur Abde­ckung eines offe­nen Durch­gangs gegen Rauch. Kran­ken­haus-Türen sind eben auch beson­ders breit. Auch haben sie beson­ders vie­le Atem­schutz­hau­ben für Ver­letz­te dabei, kön­nen die Kol­le­gen damit gut unter­stüt­zen.

Im Gebäu­de ging es – trotz der zeit­wei­se vie­len Ein­satz­kräf­te von Feu­er­wehr und Rotem Kreuz – geord­net zu. Wie ein rich­ti­ger Ein­satz sol­le die Übung ablau­fen, dar­auf wies etwa der Rott­wei­ler Co-Pres­se­spre­cher Mathi­as Woy­wod gegen­über der NRWZ hin. Ent­spre­chend ernst nah­men alle Betei­lig­ten ganz offen­sicht­lich die Übung.

Und alles unter vier stark inter­es­sier­ten Augen: Volk­mar Caduff und Rolf Peter­witz hat­ten die Rol­le von Schieds­rich­tern inne. Sie notier­ten mit, was ihnen auf­fiel, um es spä­ter in Ruhe im Füh­rungs­stab bespre­chen zu kön­nen. 

Natür­lich war, neben vie­len Schau­lus­ti­gen, auch die ört­li­che Pro­mi­nenz ver­tre­ten: Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf, der städ­ti­sche Fach­be­reichs­lei­ter Bernd Pfaff, in des­sen Res­sort die Feu­er­wehr fällt, Ehren­kom­man­dant Rai­ner Mül­ler samt Frau, DRK-Kreis­be­reit­schafts­lei­ter Micha­el Häring sowie Kreis­brand­meis­ter Mario Rumpf – mit Enkel­sohn und acht Wochen vor sei­nem Amt­s­en­de völ­lig ent­spannt.

Par­al­lel zur Haupt­übung ist zudem noch ein Fahr­zeug­brand gemel­det wor­den – auch als Übungs­an­nah­me, aber ein­fach zur zusätz­li­chen Erschwer­nis. Den über­nah­men die in bereit­schaft ohne­hin war­ten­den Kame­ra­den aus Neu­kirch rasch und gekonnt.

Und wer nun glaubt, dass die Kame­ra­den jetzt einen trin­ken gehen kön­nen, nach­dem die Schläu­che ein­ge­rollt und die Gerä­te ver­staut sind, der irrt. Neben der Bereit­schaft für even­tu­el­le Unglü­cke in Rott­weil selbst haben sie heu­te auch die Bereit­schaft für die Feu­er­wehr Zim­mern, die sich auf einem Aus­flug befin­det.