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Sonntag, 5. April 2020
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    Schramberger Narrenzunft: Ehrungen beim Hanselschlag

    Am Montagabend volles Haus in der Braustube: 28 neue Kleidlesträger warteten auf ihre Begutachtung und den nachfolgenden Hanselschlag. Doch sie mussten sich noch etwas gedulden, bis die Tür zum Nebenzimmer aufging. Zuvor hatte Zunftmeister Michael Melvin eine Ordensverleihung über die Bühne zu bringen.

    Zwei Jung-Elfer, Michael Wald und Fabian Riesterer, hätten ihre erste Fasnet ja schon zum Teil hinter sich gebracht. Nun wolle er die beiden auch offiziell willkommen heißen, so Melvin, und überreichte ihnen gleich einen niegelnagelneuen Zunftorden.

    Für höhere Würden waren vier Schramberger Narren auserkoren. Nur alle vier Jahre verleiht die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) ihre Auszeichnungen, wie Melvin betonte. Rudi Mauer war eigens aus Gengenbach angereist, um Urkunden und Anstecknadeln zu überreichen. Der Landschaftsvertreter Schwarzwald lobte die Zurückhaltung der Schramberger, nur vier Narren für die Ehrung vorzuschlagen. Die Ehrennadeln würden verliehen als Anerkennung für viel Engagement und Zeit, dass die Geehrten fürs Ehrenamt aufbrächten.

    Dreimal Bronze, einmal Silber

    Die bronzene Ehrennadel erhielt Siggi Brändle, der nicht nur seit 29 Jahren Schlussfahrer bei der Da-Bach-na Fahrt sei, sondern auch als gelernter Küchenmeister für Speis und Trank bei den Festen der Narrenzunft sorge. Außerdem „sammelt er, alles, was mit der Fasnet zu tun hat“.

    Ebenfalls mit der bronzenen Ehrennadel zeichnete Maurer den Elfer Dieter Neininger aus, der seit 2007 Elferrat sei und sich insbesondere um die Organisation des Zunftballes zuverlässig und kameradschaftlich kümmere. Der dritte war Tobse Dold, der die Narretei von Kindheit an mitbekommen „und an der Brust von Narrenmutter Ingrid großgezogen“ worden sei. Er habe sich besonders um den Erhalt des Brauchtums verdient gemacht, den Kilbeumzug wieder belebt, und informiere Schulkinder vor der Fasnet über dieselbe.

    Mit der silbernen Ehrennadel der VSAN zeichnete Maurer schließlich „ein Urgestein der Schramberger Fasnet“ aus: Kurt Rapp, der seit 1969 Mitglied der Hanselgilde ist und seit 35 Jahren als stellvertretender Hanselmeister alles um die Hanselsprünge organisiert: Von den Sprunglisten über die Busse, wenn es nach auswärts geht, bis zum Kauf von Brezeln, Schoklädle und Würstle. Melvin meinte zu Rapp, es gäbe viele Schaffer in der Zunft, aber dass jemand sich über eine so lange Zeit engagiere, sei ungewöhnlich.

    Für alle Geehrten gab es jeweils drei kräftige Narri, Narro, dann noch das obligatorische Gruppenfoto – und mit ein paar Minuten Verspätung durften dann auch die neuen Kleidlesträger Häs und Larve vorführen.

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