Zwischen Waldmössingen und Schramberg entsteht auf Aichhalder Gemarkung ein neues Umspannwerk. Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Netze BW am Mittwoch den Bau begonnen. Der Netzbetreiber rechnet mit Kosten von 20 bis 25 Millionen Euro. Die Anlage soll mehr Strom für neue Gewerbeflächen bereitstellen und das Umspannwerk in Schramberg ersetzen.
Ein Umspannwerk ist ein Knotenpunkt im Stromnetz: Es wandelt Strom aus dem Hochspannungsnetz in die niedrigere Spannung um, mit der er vor Ort an Haushalte, Gemeinden und Betriebe verteilt wird.
Schramberger Anlage kann nicht erneuert werden
Für den Neubau nennt die Netze BW zwei Gründe. Zum einen steige der Strombedarf in der Region, etwa durch neue Gewerbe- und Industrieflächen. Zum anderen könne das bestehende Umspannwerk in Schramberg an seinem bisherigen Standort nicht erneuert werden. Das neue Werk in Aichhalden soll diese Aufgabe künftig übernehmen.
Warum eine Erneuerung in Schramberg nicht möglich ist, geht aus der Mitteilung des Unternehmens nicht hervor.
Drei Transformatoren mit je 40 Megavoltampere
Kern der Anlage sind laut Netze BW drei Transformatoren mit einer Leistung von jeweils 40 Megavoltampere. Rechnerisch reiche das, um eine Kleinstadt mit 30.000 bis 40.000 Einwohnern zu versorgen. Über zwei Leitungsfelder wird das Umspannwerk an das überregionale Hochspannungsnetz angeschlossen.
Steffen Ringwald, Geschäftsführer der Netze BW, verweist auf den langen Planungshorizont: „Solche Projekte werden für viele Jahrzehnte geplant.“ Der Bau sei Teil eines größeren Ausbauprogramms. Bis 2030 investiere das Unternehmen jedes Jahr einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in Modernisierung und Erweiterung seiner Stromnetze.
Bürgermeister sieht Chancen für Gewerbeflächen
Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer erwartet von dem Projekt Spielraum für die Entwicklung der Gemeinde. Das Umspannwerk gebe „langfristige Planungssicherheit“ und eröffne Möglichkeiten „für moderne Gewerbeflächen, zusätzliche Arbeitsplätze und einen attraktiven Standort“, sagt Lehrer.
Welche Gewerbeflächen konkret gemeint sind und welche Ansiedlungen anstehen, ist bislang nicht bekannt.
Aufträge in drei Lose aufgeteilt
Die Netze BW bezeichnet das Vorhaben als Pilotprojekt. Anders als sonst teilt sie die Arbeiten in drei große Bereiche auf: Hochbau, Tiefbau und Elektromontage. So sollen sich auch kleinere Firmen auf einzelne Aufträge bewerben können. Zudem kauft das Unternehmen mehr Anlagenteile selbst ein, um nach eigenen Angaben Abläufe besser abzustimmen und Kosten zu steuern.
Beteiligt ist unter anderem die BTS GmbH, ein Unternehmen aus der Region. Geplant wurde das Umspannwerk von Fachleuten der Netze BW zusammen mit externen Planungsbüros.
Die Netze BW mit Sitz in Stuttgart ist eine Tochtergesellschaft der EnBW und der größte Verteilnetzbetreiber in Baden-Württemberg. Wann das neue Umspannwerk in Betrieb gehen soll, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
