Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg bewertet die Ergebnisse der neuen PISA-Studie als Warnsignal für die duale Ausbildung. In einer Medieninformation vom 13. Oktober berichtet sie von fehlenden Grundkenntnissen bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern und fordert Konsequenzen für Schulen und Bildungspolitik.
Die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg berichtet von zunehmenden Schwierigkeiten bei der Ausbildungsreife. Unternehmen stellten bei Bewerberinnen und Bewerbern teilweise fehlende Rechenkenntnisse sowie Schwächen im mündlichen und schriftlichen Ausdruck fest. Genannt werden außerdem Defizite in Mathematik, wirtschaftlichem Grundwissen, Naturwissenschaften und Englisch.
„Besonders prägnant ist das Fehlen von Basiskompetenzen. Diese Defizite sind eine immense Hürde für das Erfolgssystem der dualen Ausbildung, denn immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne grundlegende Kompetenzen“, sagt Wolf-Dieter Bauer, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Prüfung bei der IHK.
Die Kammer betont zugleich, dass junge Menschen nicht weniger begabt seien als früher. Nach Einschätzung Bauers gelinge es jedoch offenbar nicht mehr ausreichend, ihr Potenzial zu wecken. Er sieht deshalb vor allem die Bildungspolitik gefordert. Allgemeinbildende Schulen müssten Leistung stärker in den Mittelpunkt rücken, Basiskompetenzen verlässlich vermitteln und Lernergebnisse überprüfen. Zudem fordert die IHK eine konsequente Berufs- und Studienorientierung an allen Schularten.
Ausbildungsbetriebe versuchten bereits, Jugendliche mit Startschwierigkeiten zu unterstützen. Die IHK nennt dafür Nachhilfe, MINT-Förderung sowie eine enge fachliche und persönliche Begleitung im Betrieb. Diese Unterstützung könne aber nicht dauerhaft Versäumnisse der Schulen ausgleichen, so Bauer.
Die Kammer spricht sich deshalb unter anderem für verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung, eine Stärkung der Basiskompetenzen, jährliche Tests und zusätzliche Ressourcen für Schulen in herausfordernden Lagen aus.