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IG-Metall-Fahne. Archiv-Foto: him

Tarifrunde Metall: Arbeitgeber warnen vor „Kahlschlag“, IG Metall fordert 5 Prozent

Südwestmetall Schwarzwald-Hegau warnt vor einem „Kahlschlag“ in der Region, die Gewerkschaft fordert mehr Geld und sichere Jobs. Start der Verhandlungen am 7. Oktober.

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IG-Metall-Fahne. Archiv-Foto: him

Vor dem Start der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben sich beide Seiten klar positioniert. Südwestmetall Schwarzwald-Hegau warnt vor mehr Jobabbau in der Region. Die IG Metall verlangt 5 Prozent mehr Geld und sichere Arbeitsplätze. Die erste Verhandlungsrunde ist am 7. Oktober.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN/ROTTWEIL – Die Metallarbeitgeber in der Region schlagen Alarm. „Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Krisensituation“, sagt Lisa-Maria Allramseder, Geschäftsführerin der Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. Die Bezirksgruppe sitzt in Villingen. Zusammen mit dem Unternehmensverband Südwest vertritt sie rund 230 Mitgliedsfirmen mit etwa 46.000 Beschäftigten in den Landkreisen Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Konstanz und Waldshut.

Arbeitgeber: „Sehenden Auges in die Katastrophe“

Die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent mehr Entgelt nennt Allramseder „realitätsfremd und völlig überzogen“. Sie verweist auf Zahlen der Metallarbeitgeber: Bundesweit hätten 25 Prozent aller Firmen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) für 2025 rote Zahlen gemeldet. Weitere 21 Prozent kämen auf eine Nettoumsatzrendite von höchstens 2 Prozent. „Dann liegt doch auf der Hand, dass ein zu hoher Abschluss sehenden Auges in die Katastrophe führt“, sagt die Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Für die Arbeitgeber geht es in dieser Tarifrunde vor allem darum, Kosten zu senken. Sonst drohe „ein regelrechter Kahlschlag“. Allramseder sagt auch: Wenn die Entgelte steigen, müssten die Unternehmen an anderer Stelle entlastet werden.

Der Verband stützt sich auf eine eigene Umfrage. Danach bewerten die M+E-Firmen in Baden-Württemberg ihre Lage schlechter als der Bundesdurchschnitt. 48 Prozent der Firmen im Südwesten nennen die Lage „schlecht“, bundesweit sind es 42 Prozent. Die Hälfte der Firmen im Land rechnet mit weniger Beschäftigten, bundesweit sind es 41 Prozent. Allein im Juni gingen nach Verbandsangaben in der Branche im Land 5.400 Jobs verloren. Seit dem Höchststand 2019 sind es rund 90.000.

Als größte Belastungen nennen die Unternehmen die Arbeitskosten (89 Prozent), Bürokratie und Regulierung (86 Prozent) sowie Wirtschaftspolitik und fehlende Planungssicherheit (74 Prozent). Auch in der Region spüre man diese Entwicklung, sagt Allramseder. Personalpläne und Rückmeldungen der Mitgliedsfirmen deuteten darauf hin, dass der Stellenabbau sogar schneller werden könnte.

IG Metall: Beschäftigte sollen nicht für Fehler zahlen

Die IG Metall Baden-Württemberg hat ihre Forderung am 22. September beschlossen. Sie will 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem möchte sie über die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln. Dazu kommen eine tarifliche Gewinnbeteiligung, vor allem in Unternehmen mit guten Geschäften, und eine soziale Komponente.

Bezirksleiterin Barbara Resch begründet die Forderung mit den Lebenshaltungskosten. Viele Preise lägen dauerhaft über dem früheren Niveau. „Die Beschäftigten brauchen eine spürbare Entgelterhöhung und verbindliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze“, sagt Resch. Sie dürften „nicht für politische Versäumnisse, fehlende Investitionen oder unternehmerische Fehlentscheidungen bezahlen“. Die Gewerkschaft hat angekündigt, ihre Mitglieder sichtbar zu mobilisieren.

Worum es geht

Beim letzten Abschluss im November 2024 gab es für die rund eine Million Beschäftigten im Südwesten zwei Erhöhungen: 2,0 Prozent ab April 2025 und 3,1 Prozent ab April 2026. Dazu kam eine Einmalzahlung von 600 Euro.

Die Tarifrunde wird schwierig. Bei den Autozulieferern gibt es eine Krise, andere Bereiche wie die Rüstungsindustrie wachsen stark. Beobachter halten es für möglich, dass am Ende ein Kompromiss steht: eine Lohnerhöhung, dazu erweiterte Öffnungsklauseln für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In diese Richtung geht auch Allramsederes Hinweis auf „Kostenentlastungen über andere Instrumente“.

Die erste Verhandlungsrunde zwischen Südwestmetall und IG Metall für Baden-Württemberg ist am 7. Oktober.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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