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Gäubahn: Neun Oberbürgermeister erhöhen den Druck auf Bahn und Land

Neun Oberbürgermeister entlang der Gäubahn schließen sich zusammen und fordern von Bahn und Land: Keine Kappung der Direktverbindung nach Stuttgart, solange es keine funktionierende Alternative gibt.

IC auf der Gäubahn bei Rottweil-Neufra. Archiv-Foto: Peter Arnegger
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Lesezeit 3 Min.

Die Forderung aus Rottweil erhält nun Unterstützung entlang der gesamten Strecke: Neun Oberbürgermeister von Böblingen bis Konstanz verlangen gemeinsam, dass die Gäubahn bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme von Stuttgart 21 direkt an den Stuttgarter Kopfbahnhof angebunden bleibt. Anlass sind neue Berichte über eine mögliche weitere Verzögerung des Großprojekts bis Ende 2031.

Nachdem Rottweils Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf bereits in dieser Woche vor einer vorzeitigen Kappung der Gäubahn gewarnt hatte, legen die Stadtoberhäupter entlang der Strecke nun gemeinsam nach. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie die Deutsche Bahn, das Land Baden-Württemberg und die weiteren Projektpartner auf, beim nächsten Lenkungskreis von Stuttgart 21 verbindliche Aussagen zur Zukunft der Gäubahn zu treffen.

„Keine Kappung ohne Alternative“ lautet dabei die zentrale Botschaft.

Sorge vor jahrelanger Übergangslösung

Die Oberbürgermeister verweisen darauf, dass Fahrgäste entlang der Gäubahn bereits seit Jahren mit Baustellen, Verspätungen und Unsicherheiten konfrontiert seien. Sollte sich Stuttgart 21 tatsächlich bis Ende 2031 verzögern, würde auch die geplante Anbindung der Gäubahn über den Pfaffensteigtunnel deutlich später kommen als bisher vorgesehen.

Aus Sicht der Kommunen darf die bestehende Direktverbindung deshalb nicht vorzeitig aufgegeben werden. Solange der Tiefbahnhof Stuttgart 21 nicht tatsächlich in Betrieb sei, müsse die Verbindung zum Stuttgarter Kopfbahnhof erhalten bleiben. Besonders kritisch sehen die Oberbürgermeister die bisher diskutierte Übergangslösung, bei der Fern- und Regionalzüge aus Richtung Singen, Rottweil und Zürich bereits in Stuttgart-Vaihingen enden würden. Fahrgäste müssten dort auf die S-Bahn umsteigen.

Verweis auf den Koalitionsvertrag

Die Kommunalpolitiker berufen sich ausdrücklich auf den Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung. Darin sei festgehalten, dass bis zur Realisierung des Pfaffensteigtunnels eine attraktive Anbindung der Landeshauptstadt durch die Gäubahn gewährleistet werden müsse.

Die Oberbürgermeister sehen deshalb auch das Land in der Pflicht. Verkehrsministerin Nicole Razavi müsse gemeinsam mit der Deutschen Bahn sicherstellen, dass die zugesagte Direktanbindung nicht unterbrochen werde.

Ruf: Verlässlichkeit statt neuer Unsicherheiten

Für Rottweils Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf bedeutet die gemeinsame Erklärung eine deutliche Stärkung der bisherigen Position. Bereits Anfang der Woche hatte er erklärt, dass eine Kappung der Gäubahn vor 2031 nicht akzeptabel sei. Mit dem nun abgestimmten Vorstoß machen die Stadtoberhäupter deutlich, dass es nicht mehr nur um einzelne Kommunen geht. Von Böblingen über Herrenberg, Rottenburg, Horb, Rottweil und Tuttlingen bis nach Villingen-Schwenningen, Singen und Konstanz wird die Forderung gemeinsam vertreten.

Die zentrale Botschaft bleibt dieselbe: Solange keine belastbare Alternative existiert, soll die bestehende Verbindung über die Panoramabahn erhalten bleiben. Die Menschen entlang der Gäubahn bräuchten einen verbindlichen Zeitplan und verlässliche Perspektiven – nicht weitere Verzögerungen und zusätzliche Umstiege.

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