Die ProGäubahn Initiative Rottweil und das Landesbündnis hatte im ‚Hauptbahnhof Cafebar‘ Rottweil zu einer Podiumsveranstaltung mit den Landtagskandidaten des Wahlkreises Rottweil eingeladen. Vor vollem Haus hatten die vier Landtagskandidaten: Andrea Kopp, CDU; Artur Eichin, Bündnis 90/Die Grünen; Sebastian Holzhauer, SPD als Vertreter von Ali Zarabi und Daniel Karrais, FDP; Stellung zu beziehen zur Frage: Gäubahn am Ende?
Ebenfalls sprach Hans Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart. Michael Leibrecht von der Initiative Rottweil begrüßte die Gäste, die Vertreter der ProGäubahn Initiativen aus Freudenstadt, Horb, und Stuttgart und verwies auf ihr Engagement für den Erhalt der Gäubahn als einer wichtigen internationalen Fernverkehrsstrecke zwischen Stuttgart, Zürich und Mailand sowohl für den Personen- als auch den Güterverkehr. Es dürfe keine Kappung der Gäubahn geben, auch wenn diese jetzt auf März 2027 verschoben werde.
Alle vier Kandidaten sprachen sich eingangs für den Erhalt der Gäubahn aus, aber die Vorstellungen über das Wie gingen dann doch weit auseinander. Eine Kappung in Vaihingen sei zudem wegen der Gleiskonstellationen und dadurch langen Umstiegs-Wegen bis zu 20 Minuten, für Ältere und Behinderte schlichtweg nicht machbar. Die Alternative bleibe also, die Gäubahn auf der Panoramastrecke weiterhin in den Hauptbahnhof oberirdisch einfahren zu lassen, so Befürworter des unterbrechungsfreien Erhalts der Gäubahn.
Landtagskandidat Daniel Karrais verwies auf den inzwischen erfolgten Finanzierungsbeschluss des Bundestages für den Pfaffensteigtunnel und für ihn jetzt die einzig mögliche Alternative, weil die Gäubahn sonst für immer abgehängt werde. Dem schlossen sich mehr oder weniger vehement alle Kandidaten an: Lieber Geld für Gäubahn als keine Gäubahn, so auch der Kandidat der Grünen. Auch der Publikumseinwand, dass der Bau des längsten und teuersten Bahntunnels in der Bundesrepublik, was den Klimawandel und den CO2 Ausstoß durch die Betonverbauung angehe, wurde von den Kandidaten abgemildert.
Andrea Kopp verwies, dass Bauen mit Beton langfristig gut sei, da in Werte investiert werde. Ebenfalls ist für Sebastian Holzhauer eine Investition in eine zukunftsfähige Infrastruktur besser als komplett abgehängt zu werden. Mehrere Wortmeldungen der ProGäubahn Initiativen kamen dann doch zu anderen Schlüssen: Wolfgang Grohe konterte: „Der Pfaffensteigtunnel ist das Problem, nicht die Lösung“! Ein längst überfälliger zweigleisiger Ausbau der Gäubahnstrecke wäre deutlich günstiger. Ebenso Lokführer Siegfried Botzenhart, der nochmals auf die ausgeschaltete Neigetechnik verwies, die es immer noch gebe und sicher günstiger in der Finanzierung wäre.
Hans Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart verwies auf die derzeitige Situation, solange der Tiefbahnhof S 21 nicht in Betrieb gegangen und die Verschwenkung der S-Bahn vor 2027 nicht realisiert sei, bleibe der Kopfbahnhof in Betrieb und solange der Stuttgarter Kopfbahnhof noch in Betrieb sei, solange müsse die Gäubahn in den Kopfbahnhof einfahren! Eine klare Stellung gegen die vorzeitige Kappung. Aufgabe der Politik sei es einzugreifen, Kostentransparenz zu schaffen und Klimaschädlichkeit aufzudecken, so sein Fazit.
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