Er ist ein Erfolgsmodell, der Anrufbus. Um fast 50 Prozent hat die Nutzung des Angebots im vergangenen Jahr zugenommen, von 40.000 (2020) auf 59.300 Fahrgäste. Was den Landkreis 350.000 Euro mehr kostete als geplant.
Rottweil – Und Ärger einbrachte, wie Heike Kopp, die Leiterin des Nahverkehrsamts im Landratsamt, dem Verwaltungsausschuss des Kreistags berichtete: Zehn Fahrzeuge werden vom Kreis bezahlt. Diese Fahrzeuge schafften es nicht, die Anfragen alle zu erledigen, und so blieb einige Bestellungen unerledigt, oder, wie es in der Vorlage heißt: „Aufgrund der hohen Buchungszahlen mussten leider nahezu ein Drittel aller Fahrtwünsche wegen begrenzten Fahrzeugkapazitäten abgelehnt werden. Unverständnis und Beschwerden von Fahrgästen nehmen zu, weil der Anrufbus stark ausgelastet ist und trotz frühzeitigen Buchungsversuchen keine Fahrtbuchungen mehr möglich sind.“
Vier zusätzliche Fahrzeuge könnten hier Abhilfe schaffen. Davon ist man allerdings noch weit entfernt. Immerhin sind inzwischen Achtsitzer statt Pkw im Einsatz.
Wie viele „Leerfahrten“ es gebe, wollte Hubert Nowack (Grüne) wissen – wenn also der Anrufbus bestellt wird, aber niemand die Fahrt antritt. 13 bis 14 Prozent der Fahrten, so schätzte Kopp. 2000 Leerfahrten, das mache 32.000 Euro aus, rechnete Rottweils OB Dr. Christian Ruf (CDU) vor. Als weiteren Kostenfaktor nannte er den Telefon-Service, über den nur noch die Hälfte der Bestellungen abgewickelt wird. Die Perspektive müsse sein, dass sich das Angebot irgendwann selber trage.
Dem widersprach Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel: „So wie der Anrufbus angelegt ist, wird es immer einen Zuschussbedarf geben.“ Wer einen Bus bestelle und die Fahrt nicht antrete, werde gesperrt, berichtete er. Das Angebot an die Menschen im Kreis sei besser als das vergleichbare in anderen Kreisen. „Bei uns kommt man in jeden Weiler, das sollte wir erhalten“, fand Berthold Kammerer (SPD).
Bus Oberndorf – Schramberg
Die Buslinie 7477 zwischen Oberndorf und Schramberg (neu: Linie 30) wurde gekürzt: Der Bus fahre nicht mehr in die Talstadt, sondern ende auf dem Sulgen, berichtete Nahverkehrs-Berater Hartmut Jaissle. Der Bus wäre sonst zwischen Sulgen und Schramberg dem nächste begegnet und hätte zwei Stunden warten müssen. Das Umsteigen klappe aber, die Busfahrer auf dem Sulgen hätten eine „Wartezeitverfügung“, wie er es nannte. Die Spätverbindung sei wegen zu geringer Nachfrage durch Aufnahme ins Anrufbus-Konzept ersetzt worden.
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