Die Bezirksgruppe Rottweil des Deutschen Richterbundes Baden-Württemberg lud die Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare, die dem Landgericht Rottweil zur Ausbildung zugewiesen sind, kürzlich zu der Veranstaltung „Meet and eat“ ein.
Die Idee hinter der Veranstaltung: Richterinnen, Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte kommen mit den Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren bei einem Mittagsimbiss ins Gespräch und berichten darüber, weshalb sie in den Justizdienst eingetreten sind, was sie an ihrer Tätigkeit überzeugt und stehen für Fragen zur Verfügung. Auf diese Weise soll den angehenden Volljuristinnen und Volljuristen die Möglichkeit gegeben werden, mit Justizpraktikern in ungezwungener Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und so jenseits der Ausbildung einen Einblick in die Justiz zu bekommen.
Die Veranstaltung wurde von einem Projektteam um Carolin Möllers (Staatsanwältin und stellvertretende Vorsitzende der Bezirksgruppe Rottweil), Petra Wagner (Direktorin des Amtsgerichts Rottweil) und Patrick Ritz (Richter beim Amtsgericht Oberndorf) organisiert. „Wir haben darauf geachtet, dass Kolleginnen und Kollegen mit breitgefächerten Erfahrungen vertreten waren“, erläutert Carolin Möllers. So hätten an dem Austauschformat Kolleginnen und Kollegen, die in den verschiedenen Rechtsgebieten eingesetzt sind und waren, solche, die auch über anderweitige Berufserfahrungen (etwa als Rechtsanwalt) verfügten oder Erfahrungen jenseits der klassischen Tätigkeitsfelder im Rahmen von Abordnungen (etwa an ein Ministerium oder eine
Behörde) sammelten, teilgenommen.
„Aber wir wollten nicht nur die Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten in der Justiz abbilden. Mindestens genauso wichtig war es uns, dass Kolleginnen und Kollegen, die am Anfang der Berufslaufbahn stehen, den Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren einen realistischen, durchaus auch kritischen Blick auf den Einstieg in den Justizdienst geben. Denn eine reine
Werbeveranstaltung wollten wir nicht machen“, ergänzt Patrick Ritz vom Projektteam. „Besonders gefreut hat uns auch, dass ein Kollege, der als Volljurist in der Amtsanwaltslaufbahn in den Justizdienst eingetreten ist, teilgenommen und den Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren diese Karrieremöglichkeit aufgezeigt hat“, fügt Carolin Möllers an.
Über den Ablauf der Veranstaltung lässt sich Folgendes berichten: Carolin Möllers und David Selig begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, erläuterten diesen das Tätigkeitsspektrum des Deutschen Richterbundes und erklärten mit einem Augenzwinkern, dass die Veranstaltung natürlich nicht uneigennützig sei, denn dem Deutschen Richterbund sei als Interessenvertretung der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Richterinnen und Richter natürlich an fähigem und engagiertem Nachwuchs gelegen. Anschließend sprach der Präsident des Landgerichts Rottweil,
Florian Diekmann, der die Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte, ein Grußwort und betonte dabei, wie reizvoll eine Tätigkeit im höheren Justizdienst sei, berichtete von seinem eigenen Werdegang und zudem über seine eigene Tätigkeit im Landesvorstand des Deutschen Richterbundes Baden-Württemberg.
Danach fanden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammen und führten – kulinarisch durch kleinere Speisen und Getränke begleitet – „Speedmeetings“ durch, bei denen sie sich in begrenzter Zeit austauschen konnten. Nach dem Zeitablauf wechselte die Zusammensetzung der Gruppen. „Dadurch konnten sämtliche Referendarinnen und Referendare mit sämtlichen Kolleginnen und Kollegen aus der Richter- und Staatsanwaltschaft ins Gespräch kommen und es entstand eine lockere Atmosphäre, in der viele Fragen offen angesprochen werden
konnten“, schildert David Selig.
Das Projektteam um Carolin Möllers ist sich einig, dass „Meet and eat“ fortgesetzt werden soll. „Die Rückmeldungen waren positiv und es hat wirklich Spaß gemacht“, fasst Carolin Möllers zusammen.
Zum Hintergrund: Der Deutsche Richterbund Baden-Württemberg ist mit mehr als 2000 Mitgliedern die stärkste Berufsvertretung von Richterinnen und Richtern, Staatsanwälten und
Staatsanwältinnen in Baden-Württemberg und Mitglied im Deutschen Richterbund. Zweck des Vereins ist es, die Gesetzgebung, Rechtspflege und Rechtswissenschaft zu fördern, die Unabhängigkeit des Richters und die Unparteilichkeit der Rechtspflege zu schützen, die berufliche, wirtschaftliche und soziale Stellung der Richter und Staatsanwälte zu sichern und den kollegialen Zusammenhalt zu pflegen. Die Bezirksgruppen nehmen dabei die Aufgaben des Vereins in der kleineren Gemeinschaft wahr, fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl ihrer Mitglieder und
vertreten ihre Auffassung gegenüber dem Vereinsvorstand und der Mitgliederversammlung des Vereins.
Der Vorstand der Bezirksgruppe Rottweil besteht seit 2023 aus Richter am Landgericht David Selig (Vorsitzender), Staatsanwältin Carolin Möllers (stellvertretender Vorsitzende) und Carla Kasper-Dieterle (Vorstandsmitglied). Auf Bundesebene setzt sich der Deutsche Richterbund auch für die Belange junger Kolleginnen und Kollegen ein. So finden zweimal jährlich JuRiStA-Seminare in Berlin statt, bei denen junge Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte unter anderem über besondere Tätigkeitsfelder inner- wie außerhalb der Justiz
informiert werden. Der Deutsche Richterbund Baden-Württemberg entsendet zu den zweimal im Jahr stattfindenden Veranstaltungen regelmäßig junge Kolleginnen und Kollegen.



