ROTTWEIL. Jede Kommune pflanzt einen Baum, der für sie typisch ist, daneben steht eine Sitzbank, die etwas über den Ort erzählt – so soll die Allee aussehen, mit der sich der Landkreis Rottweil und seine 21 Städte und Gemeinden auf der Landesgartenschau 2028 präsentieren wollen. Das Konzept für den gemeinsamen Auftritt liegt dem Kreistag in seiner Sitzung am Montag, 2. November, vor. Die Verwaltung bittet um Zustimmung – und um die Freigabe von insgesamt 360.000 Euro.
Kreispavillon in der Langhalle
Herzstück des Auftritts soll ein Kreispavillon in der Langhalle am Bahnhof werden. Das Gebäude gehört der Historisches Bahnbetriebswerk Rottweil gGmbH und wird von der Eisenbahn-Betriebsgesellschaft NeSA genutzt, die es bis zur Gartenschau saniert. Der Landkreis muss lediglich kleinere Einbauten vornehmen. Ein Detail hat es dabei in sich: Im vorderen Teil der Halle arbeitet die NeSA-Werkstatt auch während der Schau weiter. Eine Trennwand soll den Lärm vom Ausstellungsbereich im hinteren Teil fernhalten.
Dort ist eine Dauerausstellung geplant, die den Landkreis übergreifend vorstellt – mit Themen wie Tourismus, Kreisaufgaben, regionaler Entwicklung, Kunst und Kultur sowie dem Landratsamt als Arbeitgeber. Die Verwaltung setzt dabei auf Mitmachstationen, Modelle, Audio- und Videobeiträge, ausdrücklich auch für Familien und Kinder. Ergänzt wird das Ganze durch wechselnde Thementage und -wochen, an denen sich Kommunen, Vereine, Initiativen und einzelne Ämter mit Workshops, Verkostungen und Präsentationen beteiligen können. Musikvereine und andere Kulturträger sollen nach Möglichkeit auf den Bühnen der Gartenschau auftreten.
Jede Gemeinde mit eigenem Baum und eigener Bank
Das verbindende Element ist die Allee: 21 Bäume, einer pro Kommune, in Pflanzkübeln, die die Landesgartenschau stellt. Neben jedem Baum soll eine individuell gestaltete Sitzgelegenheit stehen, die typische Merkmale der jeweiligen Stadt oder Gemeinde aufgreift. Gefertigt werden könnten die Möbel von den Kommunen selbst oder im Rahmen eines Kulturförderprojekts. Wie genau das laufen soll, will der Landkreis mit den Kommunen noch abstimmen.
Dafür ist ein mehrstufiges Verfahren vorgesehen: Zwischen Oktober und Dezember sollen acht digitale Auftakttermine in den Verwaltungsgemeinschaften stattfinden, um Wünsche und erste Ideen zu sammeln. Bis März 2027 folgen Präsenztermine vor Ort, in die auch Gemeinde- und Ortschaftsräte, Vereine und Initiativen einbezogen werden sollen. Parallel will der Landkreis bis Ende des Jahres eine Agentur für Konzeption und Architektur beauftragen.
100.000 Euro 2027, 260.000 Euro 2028
In der Finanzplanung sind 100.000 Euro für 2027 und 260.000 Euro für 2028 vorgesehen. Das Geld fließt in die baulichen Maßnahmen an der Halle, die Konzeption und Gestaltung, Technik und Mobiliar sowie in die Kosten, die bei den Kommunen im Gemeinschaftsprojekt anfallen. Allein für die Nutzung des NeSA-Gebäudes einschließlich Trennwand rechnet die Verwaltung mit 60.000 bis 70.000 Euro – eine Zahl, die sich im weiteren Verfahren noch konkretisieren soll.
Die Sitzung des Kreistags ist öffentlich. Sie startet am Montag um 14 Uhr im Hofer-Saal der Kreissparkasse Rottwei.