Hohe Temperaturen: AOK warnt vor Gesundheitsrisiken

Zahl hitzebedingter Behandlungsfälle im Landkreis Rottweil gestiegen

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Symbolfoto: pixabay

Hohe sommerliche Temperaturen können für die Menschen zur gesundheitlichen Belastung werden. Im Jahr 2024 mussten im Landkreis Rottweil 50 AOK-Versicherte wegen hitzebedingter Beschwerden ärztlich behandelt werden. Der Anteil der Betroffenen ist zwischen 2020 und 2024 durchschnittlich um 15,8 Prozent pro Jahr gestiegen.

Kreis Rottweil – Dass Hitze eine Gefahr für die Gesundheit darstellt, zeigt auch eine Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) im Auftrag des Umweltbundesamtes. Demnach starben im Sommer 2023 in Deutschland schätzungsweise 3100 und im Sommer 2024 rund 2800 Menschen an hitzebedingten Ursachen. Damit gehört die Bundesrepublik, gemessen an absoluten Zahlen, zu den am stärksten betroffenen Ländern in Europa.

Hohe Temperaturen belasten den gesamten Organismus und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Jeder Anstieg der Umgebungstemperatur um 1 °C geht mit einer signifikanten Zunahme der kardiovaskulären Sterblichkeit um 2,1 Prozent einher“, so Dr. Ralph Bier, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg. Besonders belastend sind Hitzeperioden, wenn es nachts nur wenig abkühlt, weil sich der Körper dann nicht ausreichend erholen kann.

Genügend zu trinken ist bei Hitze besonders wichtig: „Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen kann auch bei ansonsten gesunden Personen zu bleibenden Nierenschäden führen. In schweren Fällen drohen ein akutes Nierenversagen und ein nicht umkehrbarer Verlust der Nierenfunktion“, erläutert der AOK-Arzt.

Auch Konzentration, Urteilsvermögen und Reaktionsvermögen werden durch Hitze beeinträchtigt. „Eine Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health zeigte, dass Studenten während einer Hitzewelle im nicht klimatisierten Schlafzimmer morgens 13 Prozent langsamer reagierten und ähnlich schlechter abschnitten als ihre Kommilitonen in kühlen Räumen“, so Dr. Bier.

Die AOK empfiehlt, den Tagesablauf an heiße Tage anzupassen. Körperliche Aktivitäten und Erledigungen sollten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Während der heißesten Tageszeit zwischen 11 und 17 Uhr ist es ratsam, wenig draußen zu sein und möglichst kühle Orte aufzusuchen. Wichtig ist außerdem, ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken und beim Aufenthalt im Freien auf Sonnenschutz zu achten. Schützen Sie insbesondere Ihren Kopf mit einem Sonnenhut oder einer Kappe. Wer regelmäßig Medikamente wie Blutdrucksenker, entwässernde Mittel oder Insulin einnimmt, sollte mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen, ob bei Hitze Anpassungen erforderlich sind. Außerdem sollten Medikamente entsprechend der Lagerungshinweise aufbewahrt und niemals im heißen Auto gelassen werden.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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