Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Rottweil, reinigte vergangenen Freitag die Grabsteine von ehemaligen lettischen Zwangsarbeiter, die stark von Moos bewachsen waren und deren Schrift kaum mehr lesbar war.
Rottweil – Auf dem Rottweiler Stadtfriedhof befinden sich die Gräber von über 300 Zwangsarbeiterinnen, die in Rottweil gestorben sind. Sie gehörten zu den über 3000 Menschen aus dem Ausland, die während des Dritten Reiches als Zwangsarbeiter auch in Rottweil in zahlreichen Betrieben die Produktion aufrecht erhielten.
Mit Gießkanne, Bürsten und viel Geduld wurden die auffallenden Einzelgrabsteine gereinigt, um diesen Kriegstoten eine würdige Grabstätte zu erhalten. Warum sechs lettischen Personen solch schöne Grabsteine erhielten, ist noch unbekannt. Die meisten verstorbenen Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter sind in Massengräbern begraben worden, die wenigsten haben einen Grabstein mit ihrem Namen und ihren Lebensdaten bekommen. Zahlreiche Zwangsarbeitergräber in Rottweil sind gar nicht mehr auffindbar oder erkenntlich, weil eventuell aufgestellte Holzkreuze – falls es sie gab – inzwischen verschwunden sind.
„Gemeinsam für den Frieden“ lautet das Motto des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der Erhalt und die Pflege der Kriegsgräber hält die Erinnerung an die Opfer der Kriege wach und mahnt die Nachgeborenen, sich für Versöhnung und Frieden einzusetzen.
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