Eine neue Kooperationsstudie soll den im vergangenen Jahr entdeckten FSME-Naturherd in Tennenbronn genauer untersuchen. Beteiligt sind das Gesundheitsamt Rottweil, das Landesgesundheitsamt und die Universität Hohenheim.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie groß der Naturherd am Wassertretbecken ist und wo genau Zecken vorkommen, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. „Nun ist die Frage nicht mehr ‚gibt es hier infizierte Zecken‘, sondern ‚wo genau hört der Herd auf‘“, erklärt Nina Neißner vom Gesundheitsamt Rottweil.
Die Untersuchungen knüpfen an ein Monitoring an, das das Gesundheitsamt Rottweil und das Landesgesundheitsamt vor zwei Jahren gestartet hatten. Damals sammelten die Experten mit weißen Tüchern systematisch Zecken in Wiesen und Wäldern der Region und ließen sie untersuchen.
Diese Methode kommt nun erneut zum Einsatz. Die Feldarbeit ist inzwischen nahezu das ganze Jahr über möglich. Erst bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius lassen die Zecken ihre Beutetiere, zu denen auch der Mensch gehört, in Ruhe. Besonders häufig kommen sie im feucht-warmen Frühjahr und im Herbst vor. Funde gab es laut der Mitteilung auch in Höhenlagen bis zu 1200 Metern.
Die in Tennenbronn gesammelten Tiere werden im Landesgesundheitsamt Stuttgart unter der Aufsicht von Dr. Rainer Oehme ausgewertet. Die Untersuchung übernimmt die Universität Hohenheim unter Betreuung von Dr. Alexander Lindau. Für die Aufbereitung und Untersuchung der Proben ist die Biologiestudentin Leja Baur zuständig.
„Je genauer wir wissen, wo die infizierten Zecken sitzen, desto gezielter können wir die Menschen vor Ort warnen. Tennenbronn ist sozusagen ein Präzisionsprojekt“, beschreibt Dr. Rainer Oehme das Ziel der Untersuchung.
