Nach einer Nacht mit mehreren Waldbränden in der Ortenau ist die Lage am Mittwochmorgen weitgehend unter Kontrolle. Der große Brand bei Zell am Harmersbach beschäftigt die Einsatzkräfte allerdings weiter und könnte noch ein bis zwei Tage Arbeit verursachen. Unterstützung erhalten die Feuerwehren unter anderem aus dem Landkreis Rottweil. In der Nacht kam bei Gengenbach ein weiterer Brand hinzu.
Kreis Rottweil/Ortenaukreis. Hunderte Einsatzkräfte haben seit Dienstagnachmittag gegen mehrere Waldbrände im Ortenaukreis gekämpft. Am Mittwochmorgen hat sich die Lage deutlich entspannt, beendet sind die Einsätze aber noch nicht. Vor allem bei Zell am Harmersbach stehen umfangreiche Löscharbeiten an.
Nach Angaben des SWR unter Berufung auf die Polizei ist das Feuer bei Zell inzwischen unter Kontrolle. Betroffen sind nach bisherigen Erkenntnissen rund 16 Hektar Wald. Bereits am Dienstagabend hatte der Ortenaukreis die Lage dort als angespannt bezeichnet. Ein Teil des Feuers in südwestlicher Richtung wurde nach dem Einsatzkonzept zunächst kontrolliert weiterbrennen gelassen.
Besonders schwierig sind die Bedingungen im Gelände. Nach Angaben des SWR liegt der Brand an einem steilen Hang. Das Löschwasser muss demnach rund 300 Meter nach oben gebracht werden. Kreisbrandmeister Bernhard Frei rechnet damit, dass die Maßnahmen an den Brandstellen noch ein bis zwei Tage dauern können.
Rottweiler Brandbekämpfungszug zur Unterstützung
Unter den eingesetzten Feuerwehren befinden sich auch Kräfte aus dem Landkreis Rottweil. Die NRWZ hatte am Dienstagabend gegen 18.45 Uhr von der Alarmierung berichtet. Inzwischen ist auch offiziell bestätigt, welche Unterstützung aus dem Kreis angefordert wurde.
Der Ortenaukreis teilte am Abend mit, dass zusätzliche Brandbekämpfungszüge die örtlichen Feuerwehren unterstützen. Nach Informationen der NRWZ stammen sie aus den Landkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Insgesamt waren an den beiden großen Einsatzstellen in Steinach und Zell am Dienstagabend nach Angaben des Ortenaukreises mehr als 600 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Verwaltung und Bergwacht im Einsatz. Wegen der parallelen Einsatzstellen aktivierte der Landkreis seinen Führungsstab. Auch zahlreiche Landwirte halfen und transportierten mit Wassertanks Löschwasser zu den Einsatzstellen.
Der SWR berichtete am frühen Mittwochmorgen von mehr als 500 Einsatzkräften bei dem weiterhin laufenden Einsatz. Die unterschiedlichen Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte beziehungsweise Einsatzlagen.
Brand bei Steinach/Biberach gelöscht
Der zweite große Waldbrand war am Dienstagnachmittag an der B33 im Bereich Steinach/Biberach ausgebrochen. Am Dienstagabend meldete der Ortenaukreis zunächst, dass dieser Brand unter Kontrolle sei. Die Arbeiten waren dort wegen eines extrem steilen Hangs und des Windes besonders schwierig.
Am frühen Mittwochmorgen teilte ein Sprecher der Polizei Offenburg dem SWR mit, dass der Brand bereits am Dienstagabend vollständig gelöscht worden sei. Die zeitweise beeinträchtigte B33 ist wieder frei, der Verkehr läuft dort wieder normal.
Weiterer Brand in der Nacht bei Gengenbach
Während sich die Lage an den beiden großen Brandstellen entspannte, wurde in der Nacht auf Mittwoch ein weiteres Feuer gemeldet. In Gengenbach-Schwaibach brannten nach Angaben des SWR auf rund 2500 Quadratmetern Sträucher und Bäume.
Ein Wohnhaus wurde vorsorglich evakuiert. Die Feuerwehr bekam den Brand jedoch schnell unter Kontrolle, die Bewohner konnten anschließend in das Haus zurückkehren. Die Kreisstraße 5335 blieb für Nachlöscharbeiten zunächst gesperrt.
Bereits am Dienstagabend hatte es außerdem einen Brand in Nordrach gegeben. Auch dieses Feuer wurde gelöscht. Ein Polizeihubschrauber unterstützte die Einsatzkräfte bei den Waldbränden aus der Luft.
Brandursachen weiterhin unklar
Was die verschiedenen Feuer ausgelöst hat, ist weiterhin nicht bekannt. Nach Angaben des Ortenaukreises lagen am Dienstagabend keine gesicherten Erkenntnisse zu den Ursachen vor. Auch die endgültige Größe der betroffenen Flächen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend festgestellt.
Die Waldbrandgefahr in der Region ist seit Wochen ein Thema. Wegen der anhaltenden Trockenheit hat der Ortenaukreis bereits seit Mitte Juli sämtliche öffentlichen Feuer- und Grillstellen im und am Wald gesperrt. Die Regelung soll zunächst bis Ende August gelten.
Quellen: Ortenaukreis, SWR, eigene Informationen der NRWZ. Stand: Mittwochmorgen.
