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Vom Klassenzimmer direkt in den Gerichtssaal

Roben, Richterbank und Wachtmeister statt trockener Theorie

14 Schülerinnen und Schüler waren im Rahmen des BOGY-Praktikums am Landgericht Rottweil. Abschluss-Foti mit dem Präsidenten des Landgerichts Florian Diekmann. Foto: Landgericht Rottweil
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Eine Woche lang erlebten 14 Schülerinnen und Schüler Ende März im Rahmen ihres BOGY Praktikums am Land- und Amtsgericht Rottweil, wie Rechtsprechung funktioniert und welche spannenden Berufsbilder die Justiz zu bieten hat.

Rottweil „Schade, dass wir uns im Schwurgerichtssaal nicht umsehen konnten, weil darin gerade verhandelt wurde. Aber vielleicht sehe ich ihn ja von innen, wenn ich mal angeklagt werde,“ meinte ein Schüler augenzwinkernd. So lange musste er jedoch gar nicht warten, um sich mit dem Thema „Perspektiven in der Justiz“ näher auseinandersetzen zu können.

Schon zum Start des Praktikums fanden sich die Schülerinnen und Schüler mitten im Geschehen wieder. Echte Fälle, schwierige Entscheidungen eben. So mussten sie sich zum Beispiel beim Besuch einer Verhandlung vor der Arzthaftungskammer eine Meinung dazu bilden, ob ein Arzt einen Fehler begangen hat, als er einen notfallmäßig eingelieferte Patient wieder nach Hause geschickt hat. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung mussten sie sich hingegen fragen, ob sie den Zeugen glauben und welche Strafe angemessen ist. Das Verfahren zur Zwangsversteigerung einer Eigentumswohnung führte ihnen eindrücklich vor Augen, was passieren kann, wenn der Schuldner nicht mehr zahlt.

Aber auch hinter den Kulissen öffneten sich die Türen: Rechtspfleger, Wachtmeister, Serviceeinheiten, Staatsanwaltschaft und Bewährungshilfe zeigten, wie viel mehr zur Justiz gehört als Richter und Urteile. Ein Highlight, das nur wenige zu Gesicht bekommen: die Asservatenkammer, in der sichergestellte und beschlagnahmte Beweismittel aufbewahrt werden, unter anderem ein Spazierstock, der zur Schusswaffe umgebaut werden kann.

Durch den lockeren Austausch mit Mitarbeitenden konnten die Schülerinnen und Schüler schließlich aus erster Hand erfahren, welche Wege in die Justiz führen und wie vielfältig die Tätigkeitsfelder sind – vom Jurastudium bis zur Ausbildung im Justizdienst. Beim Gespräch mit der Karriereberaterin des Amtsgerichts Rottweil haben die Schülerinnen und Schüler wertvolle Tipps erhalten und konnten überdies Kontakte knüpfen.

Eine Woche, die hängen bleibt – und vielleicht mehr ist als nur ein Praktikum. „Die Justiz ist kein abstraktes System. Sie lebt vielmehr von motivierten Menschen, die sich reinhängen, Verantwortung übernehmen und täglich wichtige Entscheidungen treffen“, betont der Präsident des Landgerichts Florian Diekmann.

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Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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