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„Alle an einem Tisch“: Peter Mentner will den Bürgerempfang anders nutzen statt ihn auszusetzen

Kommunikationsprofi schlägt für 2027 einen Bürgerempfang vor, bei dem es um die Finanzlage der Stadt geht und jeder etwas mitbringt

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Foto: Stadt Rottweil

Peter Mentner, Kommunikationsberater aus Rottweil, ist gegen die Pläne, den Bürgerempfang in der Stadthalle bis 2030 auszusetzen. Die Wut über die Kürzungen bei Vereinen und sozialen Initiativen versteht er, hält das Streichen aber für „Kleinklein“. Sein Vorschlag: 2027 ein Bürgerempfang unter dem Motto „Alle an einem Tisch“. Verwaltung, Gemeinderat und Bürger sollen dort gemeinsam nach einem Weg aus der Finanzlage suchen. Zu essen und zu trinken bringt jeder selbst mit.

Rottweil. Nach Altoberbürgermeister Thomas J. Engeser meldet sich in der Debatte um den Bürgerempfang ein weiterer Rottweiler zu Wort. Peter Mentner hat der NRWZ einen Leserbrief geschickt. Er hält nichts davon, den Empfang auszusetzen. Er möchte ihn neu ausrichten.

Zur Erinnerung: Die Fraktion SPD+FFR hatte beantragt, ganz auf den Empfang im Januar zu verzichten. Sie begründete das mit Kosten von rund 10.000 Euro und dem harten Sparkurs der Stadt, der auch Vereine, Sozialarbeit und Integrationsprojekte trifft. Die Verwaltung schlägt vor, den Empfang von 2027 bis 2030 auszusetzen. Die Bürgermedaille soll in dieser Zeit in kleinem Rahmen im historischen Ratssaal des Alten Rathauses verliehen werden. Der Gemeinderat entscheidet am Mittwoch, 7. Oktober.

Mentner hält die Logik „Wenn ihr bei uns streicht, dann müsst ihr auch bei euch streichen“ für nachvollziehbar, aber für keinen Beitrag zur Lösung. Die Stadt solle den Empfang nicht aufgeben, sondern „Farbe bekennen“ und ihn aktiv gestalten. Gerade wenn es finanziell so schlecht stehe, sollten sich alle zusammensetzen und zusammenraufen. Wir dokumentieren seinen Leserbrief im Wortlaut.

Der Leserbrief im Wortlaut

Wo sind wir gelandet? Bei Hefezopf und Butterbrezel.

Der Rottweiler Bürgerempfang soll bis 2030 ausgesetzt werden. Die Stadt soll mit gutem Beispiel vorangehen. Schließlich wurden Zuschüsse für Vereine und soziale Initiativen gekürzt. „Wenn Ihr bei uns streicht, dann müsst Ihr auch bei Euch streichen,“ dies die Logik der Stadträte von SPD und FFR. In der Verärgerung ist das durchaus nachvollziehbar und doch im Kleinklein kein lösungsorientierter Beitrag. Die Stadtverwaltung sollte den Bürgerempfang nicht aussetzen, sondern diesen mit einer veränderten Perspektive aktiv gestalten, so Farbe bekennen und das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben.

Betrachtet man die einzusparenden Summen mit Blick auf den Empfang im Einzelnen sind es Kleinstbeträge. Nimmt man die Zahlen ernst, stünde die Stadtverwaltung, in dem, was sie selbst an Budget verantworten kann, am Abgrund. Und wir als Bürger, Teil einer in Rottweil sehr gut funktionierenden Zivilgesellschaft, auch. Wenn es allerdings so schlecht um uns steht, dann sollten wir uns zusammensetzen, zusammenraufen und gemeinsam eine Lösung finden wie wir aus dieser prekären Lage herauskommen. Ein Bürgerempfang – Alle an einem Tisch – wäre für 2027 ein guter Auftakt. Die Karten werden gelegt. Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürger schimpfen nicht offen oder hinter vorgehaltener Hand übereinander, sondern krempeln die Arme hoch und schwören sich darauf ein, unser Städtle zu retten.

Und wie bei einer guten Gemeinschaft üblich, bringt jeder etwas zum Essen und Trinken mit.

Ich bin sicher, es kommt dabei mehr heraus als Hefezopf und Butterbrezel.

Peter Mentner, Rottweil

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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