Der Kriminalpolizeidirektion Rottweil sind nach eigenen Angaben zwei Ermittlungserfolge im Kampf gegen sogenannten Cybertrading-Betrug gelungen. Zwei mutmaßliche Geldabholer wurden in Villingen-Schwenningen und Gosheim festgenommen. Der Schaden für die Opfer liegt nach aktuellem Stand im sechsstelligen Bereich.
Die Ermittler der Kriminalpolizeidirektion Rottweil haben innerhalb weniger Wochen zwei Männer festgenommen, die im Zusammenhang mit Anlagebetrugsdelikten stehen sollen. Wie das Polizeipräsidium Konstanz gemeinsam mit den Staatsanwaltschaften Konstanz und Rottweil mitteilt, erfolgte die erste Festnahme am 7. Mai in Villingen-Schwenningen, die zweite am 2. Juni in Gosheim.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die beiden Männer als sogenannte Geldabholer für Betrüger tätig gewesen sein. Die Beschuldigten im Alter von 27 und 22 Jahren hätten Geld von Personen entgegennehmen sollen, die zuvor Opfer eines sogenannten Cybertrading-Betrugs geworden waren.
Bei dieser Betrugsmasche werden Menschen im Internet mit vermeintlich lukrativen Geldanlagen gelockt. Die Täter versprechen hohe Renditen etwa durch Investitionen in Kryptowährungen oder andere Finanzprodukte. Dabei geben sie sich häufig als seriöse Anlageberater aus. Die Geschädigten werden dazu gebracht, Geld zu überweisen oder Bargeld an angebliche Kuriere zu übergeben.
Nach Angaben der Ermittler entstand in den nun bekannt gewordenen Fällen ein Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich.
Die beiden festgenommenen Männer sind russischsprachig. Nach den Vorführungen bei einem Richter wurden sie in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die Ermittlungen zu den Hintermännern und möglichen weiteren Beteiligten dauern an.
Polizei warnt vor Anlagebetrug
Die Polizei rät Anlegern, bei außergewöhnlich hohen Gewinnversprechen besonders vorsichtig zu sein. Misstrauen sei insbesondere bei Angeboten angebracht, die über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Spam-Mails oder Werbeanzeigen verbreitet werden.
Vor einer Geldanlage sollten Interessenten die Seriosität von Tradingplattformen, Online-Brokern und Anlageberatern sorgfältig prüfen. Experten empfehlen, vor einer Investition unabhängige Informationen einzuholen und die Anbieter etwa über die Warnlisten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder der Verbraucherzentralen zu überprüfen.
Gerade beim sogenannten Cybertrading-Betrug setzen Täter häufig auf professionell gestaltete Internetseiten, gefälschte Bewertungen und angebliche Erfolgsgeschichten anderer Anleger. Die Betrüger versuchen, Vertrauen aufzubauen und ihre Opfer zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Nicht selten werden zunächst kleine Gewinne vorgetäuscht, um anschließend deutlich höhere Geldbeträge zu erlangen.
Zudem rät die Polizei dringend davon ab, Bargeld, Schmuck oder andere Vermögenswerte an unbekannte Personen zu übergeben. Auch sollten Betroffene niemals Fremden Zugriff auf ihren Computer, ihr Smartphone oder Online-Banking-Konten gewähren. Wer Zweifel an einem Anlageangebot hat oder sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte sich an seine Hausbank, die Verbraucherzentrale oder die Polizei wenden.
Nach Angaben der Ermittler entstehen durch Anlagebetrug und Cybertrading-Betrug in Deutschland jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe. Die Täter agieren häufig international, was die Aufklärung der Fälle erschwert. Umso wichtiger sei es, verdächtige Kontaktaufnahmen frühzeitig zu erkennen und nicht auf vermeintlich sichere oder besonders renditestarke Geldanlagen hereinzufallen.
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