Das Polizeipräsidium Konstanz warnt vor Betrügern, die sich als Kammerjäger ausgeben. Nach Angaben eines Polizeisprechers betrifft das den gesamten Präsidiumsbereich und damit auch den Landkreis Rottweil. Die Masche ist bundesweit verbreitet.
Wer Wespen, Mäuse oder Bettwanzen im Haus hat, sucht oft schnell im Internet nach Hilfe. Genau darauf setzen die Betrüger. Nach Angaben der Polizei haben sie in den vergangenen Monaten wiederholt Menschen mit überhöhten Rechnungen und mangelhafter Arbeit geschädigt.
Die Masche folgt einem bekannten Muster, das die Polizei bereits von falschen Schlüsseldiensten und unseriösen Rohrreinigern kennt. Die Täter werben auf professionell gestalteten Internetseiten mit Schädlingsbekämpfung. Unter einer Handynummer bekommt man meist sehr schnell einen Termin. Über den Preis wird vorher nicht gesprochen.
Zum Termin kommen dann oft mehrere Personen. Häufig tragen sie keine einheitliche Arbeitskleidung und fahren kein erkennbares Firmenfahrzeug. Sie legen sofort los, arbeiten nach Einschätzung der Polizei aber in der Regel nicht fachgerecht. Direkt danach verlangen sie ihr Geld.
Bargeld verlangt, Karte doppelt belastet
Die geforderten Beträge sind laut Polizei völlig überzogen. Oft bestehen die Täter auf Barzahlung. Wer mit Karte zahlt, riskiert weitere Tricks: Mal wird ein falscher Betrag abgebucht. Mal heißt es, die Zahlung sei abgelehnt worden, und die Täter kassieren zusätzlich Bargeld. Die Kundschaft zahlt dann doppelt. Anschließend sind die Täter verschwunden, auch unter der Handynummer meldet sich niemand mehr.
Keine regionalen Schwerpunkte
Eine Häufung in bestimmten Städten oder Gemeinden stellt die Polizei nach eigenen Angaben nicht fest. Die Masche laufe bundesweit, sagt der Sprecher, überall in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Zum Präsidiumsbereich Konstanz gehören neben dem Landkreis Rottweil auch die Landkreise Konstanz und Tuttlingen sowie der Schwarzwald-Baar-Kreis.
So erkennt man unseriöse Anbieter
Die Polizei rät, bei solchen Dienstleistungen kritisch zu sein. Einige Fragen helfen bei der Einschätzung: Hat die Internetseite des Anbieters ein vollständiges Impressum? Ist am Fahrzeug ein Firmenlogo angebracht? Tragen die Mitarbeiter einheitliche Arbeitskleidung? Gibt es eine nachvollziehbare Rechnung? Und ist die Firma bereit, vorab einen Festpreis zu nennen?
Wer bei einem dieser Punkte Zweifel hat, sollte den Auftrag nicht vergeben. Sinnvoll ist auch, sich an Betriebe aus der Region zu wenden, die man selbst überprüfen kann. Weitere Hinweise hat die Landespolizei Baden-Württemberg in einem Merkblatt zur Schädlingsbekämpfung (PDF) zusammengestellt.
