Die neue Duttenhofer-Brücke im Rottweiler Neckartal ist von diesem Donnerstag, 12 Uhr, an frei. Zusammen mit der ausgebauten Straße bis zur Spittelmühle geht damit ein weiteres Stück der sogenannten Nordroute in Betrieb. Sie soll den Verkehr aus Richtung Balingen und in die nördlichen Stadtteile künftig am Hauptstraßenkreuz in der historischen Innenstadt vorbeiführen. Die Baukosten liegen bei rund 4,9 Millionen Euro.
Die Brücke ersetzt einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1936, der im Herbst 2024 abgebrochen worden war. Parallel zum Brückenbau hat die Stadt die Straße bis zur Spittelmühle ausgebaut und einen begleitenden Geh- und Radweg angelegt.
Alte Brücke trug nur 16 Tonnen
Für den Wirtschaftsverkehr ist vor allem die Traglast entscheidend: Die alte Brücke war auf maximal 16 Tonnen begrenzt, schwere Lastwagen mussten deshalb Umwege fahren. Künftig können sie nach Angaben der Stadt direkt vom Berner Feld in das Gewerbegebiet im Neckartal gelangen, ohne die Innenstadt zu queren.
Auch der Autoverkehr von und nach Balingen soll das Neckartal und etwa die Wohngebiete im Hinterprediger künftig erreichen, ohne durch die Innenstadt zu fahren. Wie stark die Entlastung tatsächlich ausfällt, wird sich erst im laufenden Betrieb zeigen.
Radweg soll bis zum Gartenschau-Gelände führen
Die Brücke bietet nach Darstellung der Stadt auch Fußgängern und Radfahrern ausreichend Platz. Sie ist zugleich Teil der geplanten Radwegeverbindung zum Gelände der Landesgartenschau 2028. Nach der Gartenschau soll die Verbindung bis nach Göllsdorf und in die historische Innenstadt weitergeführt werden.
Rund die Hälfte der Baukosten trägt das Land über das Förderprogramm nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG). Oberbürgermeister Christian Ruf verweist darauf, dass die Stadt als Gartenschau-Kommune leichter an Fördermittel kommt: „Als Landesgartenschau-Stadt konnten wir hier Mittel mobilisieren, die uns sonst nicht zur Verfügung gestanden hätten.“
Bauzeit hing am Zugverkehr
Zwei Jahre hat der Bau gedauert. Ruf nennt dafür vor allem die Nähe zur Gäubahn als Grund: „Teilweise konnten die Arbeiten nur ausgeführt werden, wenn der Zugverkehr unterbrochen war. Daher waren wir auf die Zeitfenster anderer Bauarbeiten entlang der Gäubahn angewiesen.“
Beim Neubau wurde Beton aus dem Abbruch als Schottermaterial aufbereitet, Bodenaushub ging in den neuen Straßendamm. Straßendamm und Brückenwiderlager sind zusätzlich durch Kunststoffgitter im Erdreich stabilisiert; dadurch ließen sich nach Angaben der Stadt Beton einsparen und die Bauzeit verkürzen. Stützwände und Steilböschungen sollen noch begrünt werden.
Nächste Sperrung frühestens 2027
Fertig ist die Nordroute damit nicht. Als letztes Teilstück fehlt die Verbindung von der Neckarbrücke bei der Spittelmühle über den Schafwasen zum Berner Feld. Die Planungen dafür laufen derzeit, mit einem Baustart ist nach Angaben der Stadt nicht vor Frühjahr 2027 zu rechnen. Für diesen Ausbau muss die Nordroute dann erneut gesperrt werden.
