Blitzer in der Pampa. Foto: privat

Göllsdorf: Wer die Sperrung über den Feldweg abkürzt, wird jetzt geblitzt

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Seit der Sperrung des Bahndurchlasses in Göllsdorf sucht sich der Verkehr eigene Wege – auch über einen Schotterweg zwischen dem Stadtteil und der Altstadt, der eigentlich nur für Land- und forstwirtschaftliche Verkehr freigegeben ist und den aktuell offenbar auch die Linienbusse nutzen dürfen. Dort steht seit Kurzem ein Messanhänger. Anwohner klagen zudem über Suchverkehr im Ort, die Stadt Rottweil hat bei der Beschilderung nachgebessert.

Es ist die kürzeste Verbindung zwischen Göllsdorf und der Rottweiler Innenstadt, seit der Bahndurchlass gesperrt ist: ein Schotterweg durch die Wiesen. Wer ihn nimmt, spart sich den weiten Umweg. Seit Kurzem steht dort allerdings ein halbstationärer Blitzer – ein schwarzer Messanhänger am Wegrand, mitten in der offenen Landschaft.

Die Botschaft an alle, die hier abkürzen, ist damit unmissverständlich. Wer die offizielle Umleitung meidet und stattdessen den Feldweg nutzt, muss damit rechnen, geblitzt zu werden.

Die NRWZ erfährt vor Ort von einem Autofahrer: Ja, er sei geblitzt worden. Mit 20 km/h. Er vermutet, es erwische alle, die durchfahren, auch die Linienbusse. Er dürfe immerhin durch, so der Autofahrer weiter, er habe eine Sondergenehmigung als Mitarbeiter eines Pflegedienstes. Sagt‘s und muss einem entgegenkommenden Auto ausweichen. Ob dessen Fahrer auch eine Sondererlaubnis hat?

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Fotos: Peter Arnegger

Der Bahndurchlass ist dicht

Auslöser ist die Sperrung des Bahndurchlasses der Deutschen Bahn in Göllsdorf. Damit ist die direkte Verbindung zwischen dem Rottweiler Stadtteil und der Kernstadt für den Autoverkehr unterbrochen. Und das offenbar nicht nur für wenige Tage.

Ein Leser aus Göllsdorf schildert der NRWZ, was seither im Ort passiert: Viele Autofahrer von außerhalb führen bis an den Durchlass heran und stellten erst dort fest, dass es nicht weitergeht. Manche wendeten unmittelbar vor der Baustelle, andere bögen in Richtung Gewerbegebiet ab, landeten am Betriebsgelände der Bahn und merkten auch dort, dass sie falsch sind. Am Ende fahre ein Teil der Verwirrten die Straße zum Schloss hinauf – teilweise mehrfach dieselbe Runde durch den Ort. Für die Anwohner sei das ein Albtraum.

Aus seiner Sicht fehlt eine großräumige Lösung: Eine Umleitung müsse bereits ab dem Backhäusle in Göllsdorf ausgeschildert werden und den Verkehr über die Böhringer Steige in Richtung Bundesstraße führen.

Die Stadt verweist auf den abgestimmten Plan

Die Verkehrsbehörde der Stadt Rottweil widerspricht dem Eindruck, es sei nichts geschehen. Die Umleitungsstrecke sei „entsprechend dem von der Deutschen Bahn eingereichten und abgestimmten Beschilderungsplan eingerichtet“ worden, teilt die Stadt auf Anfrage der NRWZ mit. Die Sperrung werde bereits großräumig angekündigt: Sowohl in Neukirch als auch an der Zufahrt nach Göllsdorf aus Richtung Zepfenhan wiesen Verkehrszeichen auf die Unterbrechung der Verbindung Göllsdorf–Rottweil und auf die ausgewiesene Umleitung hin. Auf Höhe der Abfahrt zur Böhringer Steige werde dieser Hinweis wiederholt.

Nachgebessert wurde dennoch: Ergänzend sei dort ein Sackgassenschild mit dem Zusatz „Rottweil GESPERRT“ aufgestellt worden.

„Fehlfahrten“ in der Anfangsphase

Dass Beschilderung allein das Problem nicht sofort löst, räumt die Stadt ein. Man sei sich bewusst, „dass es insbesondere in der Anfangsphase einer solchen Sperrung dennoch zu Fehlfahrten und zusätzlichem Verkehr im örtlichen Straßennetz kommen kann“, heißt es in der Stellungnahme. Die Situation werde weiter beobachtet. Sollten sich an einzelnen Stellen zusätzliche Hinweise als sinnvoll erweisen, würden diese geprüft und gegebenenfalls ergänzt.

Zugleich appelliert die Verkehrsbehörde an die Autofahrer, der ausgeschilderten Umleitungsstrecke zu folgen „und nicht auf Neben- und Wohnstraßen auszuweichen“.

Der Messanhänger am Schotterweg zeigt nun, dass es nicht bei Neben- und Wohnstraßen bleibt. Auch die Wiesenwege zwischen Göllsdorf und der Innenstadt sind längst Teil des Ausweichverkehrs geworden.

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