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Christoph Sonntag spielt in Rottweil nur für die Gäste der Wärmestube

Warum der Kabarettist gezielt für Wohnungslose auftritt – und wieso ihm am Dienstag die Wärmestuben-Chefin mit einem Haargummi aushelfen musste.

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Christoph Sonntag trat eigens für Gäste und Helfer der Wärmestube auf. Foto: Moni Marcel

Der Stuttgarter Kabarettist Christoph Sonntag ist am Dienstagabend in Rottweil für ein ausgewähltes Publikum aufgetreten: die Gäste und Mitarbeitenden der Wärmestube. Der Eintritt war frei, ein Buffet gab es dazu. Bezahlt hat beides Sonntags eigene Stiftung, die „Stiphtung“.

Solche Auftritte macht Christoph Sonntag nach eigenen Angaben regelmäßig in Wärmestuben in ganz Baden-Württemberg. Die Idee dazu entstand in Stuttgart. Dort gebe es rund 700 Obdachlose, erzählt Sonntag, dazu etwa 3000 Menschen, die keine eigene Wohnung haben und bei Bekannten auf dem Sofa übernachten. Einige von ihnen kenne er persönlich.

Er habe ihnen Eintrittskarten für seine Show geschenkt, berichtet der Kabarettist. Gekommen sei niemand. Auf Nachfrage hätten sie ihm gesagt, sie schämten sich, einen Abend zwischen lauter gut gekleideten Menschen zu verbringen. Daraus entstand das Format: Vorstellungen eigens für Menschen, die sich weder Karten noch Abendgarderobe leisten können.

Männerdutt und „auf Vorrat mitvermöbelt“

Im katholischen Gemeindehaus in Rottweil spielte Sonntag Teile seines aktuellen Programms. Es ging um die angeblich guten alten Zeiten, als in Opas Straßenkarte noch Frontlinien eingezeichnet waren und freilaufende Kinder niemandem auffielen. Wenn der eigene Sohn eine Ohrfeige bekam, bekam der Nachbarsbub vorsorglich gleich eine mit, ob er etwas angestellt hatte oder nicht. „Auf Vorrat mitvermöbelt“ nannte Sonntag das.

Ein weiteres Thema war der Männerdutt. Den habe der Freund seiner Tochter ins Spiel gebracht, erzählte Sonntag: Sven-Torben-Ole, der auf den Vater seiner Freundin herabschaue und mit seinem Dutt stark der Oma ähnele. Für diese Nummer fehlte am Dienstag allerdings ein Requisit. Sonntag hatte den Haargummi vergessen. Aushelfen konnte Hélène Marcel, die Leiterin der Wärmestube.

Mittagessen für alle

Die Wärmestube in der Suppengasse bietet von Montag bis Samstag jeweils um 12 Uhr ein Mittagessen an. Kommen kann jeder.

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