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Grippeimpfung: KKH rät vor allem Beschäftigten mit viel Kontakt zum Schutz

Laut KKH kann die Impfung auch das Herzinfarkt-Risiko senken; die Kasse zahlt sie für alle Versicherten ab dem siebten Lebensmonat.

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Die Grippesaison hat begonnen, und die KKH Kaufmännische Krankenkasse rät zu einer baldigen Schutzimpfung. Das teilte die Kasse am 28. Oktober mit. Besonders Berufstätige mit viel Kontakt zu anderen Menschen sind laut KKH gefährdet. Nach ihren Zahlen gab es 2025 bei ihren berufstätigen Mitgliedern so viele grippebedingte Krankschreibungen wie nie seit Beginn der Erhebung 2019.

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Wer im Job mit vielen Menschen zu tun hat, hat in der Grippesaison laut KKH ein höheres Risiko, sich mit Influenza-Viren anzustecken. Die Kasse rät deshalb vor allem Beschäftigten mit vielen persönlichen Begegnungen oder engem Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen zu einer Impfung, und zwar so bald wie möglich. Die Zahlen stammen von der Krankenkasse und beziehen sich bundesweit auf deren Mitglieder. Angaben speziell für den Kreis Rottweil enthält die Mitteilung nicht.

Grippe-Krankschreibungen auf Höchstwert

Die KKH zählte 2025 nach eigenen Angaben 13 Krankschreibungen und 93 Fehltage wegen Grippe je 1.000 Mitglieder. Beides sind die höchsten Werte seit Beginn der Erhebung 2019. Die Kasse beziffert die Steigerung auf gut 73 beziehungsweise gut 52 Prozent. Seinerzeit seien es noch sieben Fälle und 61 Fehltage je 1.000 Mitglieder gewesen.

Bundesweit registrierte die KKH 2025 rund 8.100 Influenza-Krankschreibungen mit rund 58.100 Fehltagen unter ihren berufstätigen Mitgliedern. Besonders betroffen waren laut Analyse Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der öffentlichen Verwaltung, in der Alten- und Krankenpflege, in der Kinderbetreuung, in der Lagerwirtschaft und im Verkauf.

Ausgewertet wurden pflicht- und freiwillig versicherte Mitglieder mit Krankengeldanspruch, ohne Arbeitslose und Rentner, für das gesamte Jahr 2025. Die Werte beziehen sich auf 1.000 Versichertenjahre beziehungsweise 1.000 ganzjährig versicherte Mitglieder. Es handelt sich um Daten der KKH, nicht um eine bundesweite Statistik aller Berufstätigen. Die KKH hat nach eigenen Angaben rund 1,5 Millionen Versicherte und ein Haushaltsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro.

Wer sich impfen lassen sollte

„Deshalb raten wir insbesondere Beschäftigten mit vielen persönlichen Begegnungen oder engem Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen zu einer Grippeschutzimpfung“, betont KKH-Ärztin Dr. Nele Tempelhof. Das Gleiche gilt nach Angaben der Kasse für Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, für Menschen über 60 Jahre, für Schwangere und für chronisch Kranke, etwa mit Diabetes, Asthma, Herzleiden oder Immunschwäche.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung nicht pauschal allen Berufstätigen empfiehlt. Sie rät dazu bei erhöhtem beruflichem Risiko, etwa für medizinisches Personal, für Beschäftigte in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr und für Personen, die Risikopersonen betreuen können. Ob eine solche berufliche Indikation vorliegt, beurteilt der betriebsärztliche Dienst. Schwangeren empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem zweiten Trimenon, bei bestimmten Grunderkrankungen schon ab dem ersten.

Impfung und Herzinfarkt-Vorsorge

Die KKH weist auf einen weiteren möglichen Nutzen hin. „Was viele nicht wissen: Eine Impfung kann nicht nur vor einer schweren Grippe-Erkrankung schützen. Sie kann auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken, gerade bei Menschen, die bereits vorbelastet sind. Das ist wissenschaftlich inzwischen gut belegt“, erläutert Tempelhof laut Mitteilung.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems seien trotz Fortschritten in Diagnostik und Therapie weiter die Todesursache Nummer eins, so die Kasse. Die klassische Vorbeugung ziele darauf, Risikofaktoren zu reduzieren und richtig einzustellen. Sie stütze sich auf drei Säulen: Blutdrucksenkung, Lipidkontrolle und Diabetesmanagement. „Als vierte Säule der Prävention kommt die Grippeschutzimpfung als Herzinfarkt-Vorsorge ins Spiel“, sagt die KKH-Ärztin. Diese Einordnung stammt von der KKH.

Der Hintergrund: Bei einer Grippeinfektion löse das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus, die nicht nur die Atemwege, sondern auch Herz und Blutgefäße belasten. Dabei könnten sich Ablagerungen an Gefäßen lösen oder Blutgerinnsel bilden. Das seien typische Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Eine Impfung schützt also zweifach: Zum einen kann sie derartige Entzündungsreaktionen abschwächen, zum anderen eine Grippe-Infektion verhindern oder deren Verlauf günstig beeinflussen“, so Tempelhof.

Das RKI erklärt dazu, Influenza könne Gefäßentzündungen und damit bei zusätzlichen Risikofaktoren Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen. Die Impfung könne deshalb das Risiko solcher Ereignisse vermindern, indem sie Grippe-Infektionen verhindert.

Wann und wo impfen?

Die KKH empfiehlt in der Regel eine Impfung im Oktober oder November. Danach kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis sich ausreichend Antikörper gebildet haben. Auch später kann die Impfung nach Angaben der Kasse noch schützen, denn zu einer richtigen Krankheitswelle komme es meist erst um den Jahreswechsel. Wie lange eine Grippewelle dauert und ob noch eine weitere folgt, sei schwer abzuschätzen. Auch das RKI nennt den Herbst als geeignete Zeit, eine versäumte Impfung lässt sich demnach später nachholen.

Grippeerreger verändern sich ständig, sodass immer wieder neue Virusvarianten entstehen. Deshalb müssen sich Patientinnen und Patienten jedes Jahr mit einem angepassten Impfstoff neu schützen.

Die KKH übernimmt die Kosten für die Influenza-Schutzimpfung für alle ihre Versicherten ab dem siebten Lebensmonat, unabhängig davon, ob sie zu einer Risikogruppe gehören. Das ist eine Satzungsleistung dieser Kasse. Versicherte anderer Krankenkassen sollten die Kostenübernahme vorab bei ihrer Kasse klären.

Geimpft wird beim Hausarzt, beim Arbeitsmediziner, im Gesundheitsamt oder in Apotheken. Nicht jede Apotheke bietet die Impfung an; das sollten Interessierte vorab erfragen.

Tempelhof rät, sich nicht während eines schweren Infekts und nicht bei Fieber impfen zu lassen. Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten sollten sich Betroffene in einer Arztpraxis oder Apotheke beraten lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die KKH rät so bald wie möglich zur Grippeschutzimpfung, in der Regel im Oktober oder November.
  • Besonders empfohlen wird sie Beschäftigten mit viel Kontakt, Menschen über 60, Schwangeren und chronisch Kranken.
  • Die KKH übernimmt die Kosten für ihre Versicherten ab dem siebten Lebensmonat; Versicherte anderer Kassen fragen bei ihrer Kasse nach.
  • Impfen lassen kann man sich beim Hausarzt, Arbeitsmediziner, im Gesundheitsamt oder in Apotheken.
  • Nicht impfen lassen sollte man sich bei einem schweren Infekt oder bei Fieber.
  • Die Impfung wird jedes Jahr mit angepasstem Impfstoff neu nötig.

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