Schimpfen will Eugen Mink nicht. Die vielen Kassenbons, die in seiner Bäckerei am Schwarzen Tor in Rottweil an der Decke und im Schaufenster hängen, sind einfach Fasnetsdeko.
„Wir geben dem Gesetzgeber nach“, meint der Bäckermeister lapidar. Dabei stehen er und seine Frau Helga der Kassenbonpflicht genauso kritisch gegenüber wie die Kollegen. Und die Kunden. „Niemand nimmt die Bons mit“, sagt Helga Mink. Manche bestünden sogar darauf, dass sie gar nicht ausgedruckt werden.
Aber das ist inzwischen eben Pflicht – wenn der Bon nicht auf elektronischem Weg zum Kunden kommt. „Wir haben beim Finanzamt Widerspruch eingelegt. Aber der wurde abgelehnt,“ so die Bäckerin.
Geld kostet das natürlich auch, wieviel, das können sie noch nicht beziffern. Und da die Bons keiner mitnehmen will, landen sie im Müll. Noch im Restmüll, wie Eugen Mink betont. „Wer weiß, vielleicht dürfen wir das bald auch nicht mehr. Denn eigentlich sind sie ja Sondermüll.“
Bis dahin hängen sie nun vorerst als Deko. Und sorgen nicht nur bei den Kunden für Gesprächsstoff: Immer wieder bleiben Passanten vor dem Schaufenster stehen und amüsieren sich über die originelle Idee. So helfen die Bons vielleicht wenigstens hier.
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