Im Rahmen einer รถffentlichen Veranstaltung der Senioren-Union Kreisverband Rottweil im Hotel Haas beim Turm in Rottweil nahm Uschi Stahl die Teilnehmer in einem PowerPoint-Vortrag mit auf eine informative Reise durch die Geschichte โ vom Altertum bis in die Gegenwart.
Rottweil โ Die Eingangsfrage, wo eigentlich der Pfeffer wรคchst, fรผhrte die Zuhรถrer nach Hinterindien und Sรผdostasien. Bereits vor mehreren tausend Jahren kannten die Menschen in Indien und China die auf dem Malaiischen Archipel wachsenden Pfefferbeeren. Arabische Hรคndler brachten das begehrte Gewรผrz auf dem Seeweg und รผber die Seidenstraรe ย nach Europa. Neben Pfeffer gelangten auch Zimt, Nelken und Muskat nach Europa und gehรถrten zu den begehrtesten und wertvollsten Gewรผrzen ihrer Zeit.
Anschaulich schilderte die Referentin, weshalb fernรถstliche Gewรผrze รผber Jahrhunderte hinweg kostbarer waren als viele andere Handelsgรผter und zeitweise sogar mit Gold aufgewogen wurden.
Die รgypter verwendeten Pfeffer, wie archรคologische Funde belegen, zum Einbalsamieren. Herodot berichtete im antiken Griechenland รผber die geheimnisvolle Herkunft wertvoller Gewรผrze, und im Rรถmischen Reich war Pfeffer auch in Arae Flaviae (Rottweil) bekannt. Die mittelalterlichen Handelswege fรผhrten meist รผber Venedig nach Augsburg und Nรผrnberg. Im Rahmen dieses Fernhandels sind, wie Wolfgang Vater aus ebenfalls sicherer historischer Quelle ergรคnzte, auch in Rottweil und Spaichingen zwei italienische Hรคndler nachgewiesen, die mit Spezereien und Gewรผrzen Handel betrieben.
Historische Karten, darunter die erste moderne Weltkarte des Freiburger Mathematikers Martin Waldseemรผller aus dem Jahr 1507, sowie Berichte von Zeitzeugen verdeutlichten, wie eng die Geschichte des Pfeffers auf der Suche des Seewegs nach Indien durch Christoph Kolumbus, spรคter Vasco da Gama und Amerigo Vespucci, mit der Entdeckung Amerikas verknรผpft ist. Die Schattenseiten des Gewรผrzhandels waren die Machtkรคmpfe europรคischer Handelsgesellschaften und Kolonialmรคchte wie Spanien, Portugal, die Niederlande und England. Der rรผcksichtslose Kampf um das Gewรผrzmonopol fรผhrte zu Unterdrรผckung, Gewalt und schlieรlich auch zum Sklavenhandel.
Abschlieรend spannte Uschi Stahl den Bogen in die Gegenwart. Pfeffer ist heute das meistverwendete Gewรผrz der Welt und spielt auch in der modernen Lebensmittelindustrie bei Fertigprodukten eine wichtige Rolle โ nicht immer zum Vorteil der Lebensmittel. Der Vortrag machte deutlich, dass hinter dem kleinen Pfefferkorn weit mehr steckt als nur Geschmack.
Der Vorsitzende Rainer Hezel und die Zuhรถrer dankten der Referentin mit groรem Applaus.
