Fortschritt auf Römisch: Technik und Alltag in der Provinz

Sonntagsführung im Dominikanermuseum / Lorenzkapelle geöffnet

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Mit Stempeln wie diesem kennzeichneten Augenärzte im römischen Rottweil ihre wertvollen Salben. (Foto: R. Hak).

Am Sonntag, 16. August um 15 Uhr lädt das Dominikanermuseum zu einer Führung über die zivilisatorischen und technischen Errungenschaften der Römer ein. Die Führung beleuchtet, wie römische Innovationen den Alltag in der Provinz prägten und welche unser Leben bis heute beeinflussen.

Rottweil – Straßenimbisse, eine Art antikes „Fast-Food“, gab es in vielen Städten des Römischen Reiches. Ob es sie auch in Arae Flaviae gab, ist nicht bekannt. Zahlreiche andere Annehmlichkeiten jedoch brachten die Römer ab 73 n. Chr. mit an den Neckar. Vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint, geht auf diese Zeit zurück: von der Fußbodenheizung über den Zement bis zum Kalender.

Die Führung macht diesen römischen Sinn für Fortschritt und praktischen Nutzen anhand von Originalfunden aus dem Museum greifbar. Anhand von Objekten wird deutlich, wie wichtig den Römern Hygiene, Gesundheit und Komfort waren. Besondere Highlights sind dabei ein originaler Umschalthahn für warmes und kaltes Wasser sowie der Stempel eines Augenarztes, mit dem dieser seine Heilsalben kennzeichnete. So wird erlebbar, wie hochentwickelt das römische Leben in der Provinz bereits war und welche Geheimnisse die Archäologie den Fundstücken entlocken kann.

Bei der Eroberung der Region um Rottweil unter Kaiser Vespasian ging es weniger um den Sieg über feindliche Stämme, als vielmehr um die Verbesserung der Straßenverbindungen in der Gegend. Arae Flaviae lag an der Kinzigtalstraße, einer römischen Militärstraße von Straßburg über den Schwarzwald bis nach Augsburg. Nach Süden führte eine Straße in die Schweiz und weiter nach Gallien und Italien. Diese Straße ist heute als Touristikroute „Römerstraße Neckar-Alb-Aare“ beschildert. Die Sonntagsführung ist Teil des umfangreichen Veranstaltungsjahres des gleichnamigen Vereins.

Vor der Führung bietet sich für Interessierte der Rottweiler Steinmetzkunst ein Besuch der nahe gelegenen Kunstsammlung Lorenzkapelle an. Vor 175 Jahren begann in der ehemaligen Friedhofskapelle die Geschichte der Rottweiler Museen. Dank des Engagements von Ehrenamtlichen ist dieses kulturelle Juwel bis heute regelmäßig zugänglich und mit dem schattigen Gärtchen gerade im Sommer ein guter Ort zum Verweilen.

INFO: Treffpunkt mit Inge Maier am Sonntag, 16. August, 15 Uhr, Foyer des Dominikanermuseums. Kosten: 2,50 Euro zzgl. Eintritt. Kinder bis 18 Jahren sind frei.

Kunstsammlung Lorenzkapelle: Geöffnet jeweils am 1. und 3. Sonntag im Monat von April bis Oktober, 14-16 Uhr. Eintritt frei. Weitere Informationen: www.dominikanermuseum.de, www.roemerstrasse.net

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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