Impfstützpunkt beginnt mit zwölf Stunden in der Woche

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Morgen startet der Betrieb des Kreis-Impfstützpunkts in der Rottweiler Marienstraße. In Schramberg und Sulz werden weitere Stützpunkte eröffnen. Das soll voraussichtlich in spätestens zwei Wochen der Fall sein, wie der Erste Landesbeamte Hermann Kopp bei der telefonischen Pressekonferenz des Landratsamts mitteilte.

Öffnung an drei halben Tagen – das ist nicht gerade viel, wie auch die Spitze des Landkreises zugestehen musste. Aber die beiden Mobilen Impfteams, die derzeit zur Verfügung stehen, sollen in diesem Monat vordringlich in den Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege Impfungen vornehmen, meist Auffrischungen („Booster“). Ab Januar, wenn die Einrichtungen dann durch sind, könne der Betrieb des Impfstützpunkts ausgeweitet werden.

„Kein Wunschkonzert“

Geimpft wird mit den Impfstoffen von Moderna und Biontech. Aussuchen kann man sich das nicht, „es wird kein Wunschkonzert“, wie Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel betonte. Biontech wird an unter 30-Jährige sowie an Schwangere verabreicht Alle übrigen erhalten Moderna, sagte Martine Hielscher vom Gesundheitsamt. Das gelte für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen.

200 bis 250 je Tag

An jeweils vier Stunden (donnerstags 15 bis 19, freitags 14 bis 18, samstags 9 bis 13 Uhr) wird in der Marienstraße 2 geimpft. „200 bis 250 Impfungen pro Tag, mehr wird nicht gehen“, sagte Hielscher. Kopp versprach aber auch, dass der Impfstützpunkt nicht nach den vier Stunden plötzlich abgeschlossen wird. Sondern es gebe ein „open end“, solange noch Interessenten und vor allem Impfstoff da sei. Wie berichtet, können Interessenten erst mal eine Nummer ziehen, dann werden sie darüber informiert, wann sie in etwa dran sind. „Wie wollen nicht, dass die Menschen stundenlang in der Kälte warten müssen“, erklärte Kopp.

Mit zwei Impfteams wird morgen begonnen. Die Örtlichkeit hat aber genügend Platz, dass bei Interesse und bei genügend Impfstoff noch vier weitere Teams impfen können.

Örtlichkeiten ausgesucht

Ganz so weit ist der Landkreis noch nicht, was die beiden Stützpunkte in Sulz und Schramberg betrifft. Die Örtlichkeiten sind erst in den letzten Tagen besichtigt und für gut befunden worden. In Schramberg ist das die Szene 64, in Sulz das Foyer des Backsteinbaus, der verkehrsgünstig in der Nähe von Bahnhof und Busbahnhof liegt. Hier ist auch das Personal noch nicht rekrutiert, und auch die IT-Ausrüstung für die beiden Standorte sei noch nicht da.

Verteilung der Infizierten nach Wohnort: Schramberg hat jetzt die meisten Fälle, am wenigsten Schenkenzell. Grafik: Landratsamt

Omikron noch nicht nachgewiesen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit 712 immer noch sehr hoch, berichtete Stefan Vilgis vom Gesundheitsamt. Im Durchschnitt gebe es 150 neue Fälle täglich. Der Großteil der Infizierten sei zwischen zwölf und 59 Jahre, berichtete er. 13 Personen seien hospitalisiert, zwölf davon überhaupt nicht geimpft, eine ältere Person geimpft. „Die Impfung bedeutet eine geringere Gefahr zu erkranken“, betonte Vilgis. Die Omikron-Variante sei im Landkreis noch nicht nachgewiesen, sagte er. Es gebe nur einen Verdachtsfall, aber nur aufgrund des Aufenthaltsorts – die Person sei ohne Symptome. Im Land Baden-Württemberg sei diese Variante aber bereits nachgewiesen worden.

Altersverteilung der Infizierten: Die Älteren sind weniger betroffen. Grafik_ Landratsamt

Wieder Ansteckungen in Heimen

In Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege sei es wieder zu Corona-Einträgen gekommen, berichtete Thomas Seeger, der Leiter des Ordnungsamts. In der Altenpflege gebe es 14 infizierte Bewohner, davon fünf ungeimpft, und 13 infizierte Beschäftigte, von denen sieben nicht geimpft waren. In den Behinderten-Einrichtungen gebe es 17 ungeimpfte und 23 geimpfte Bewohner sowie sechs ungeimpfte und zehn geimpfte Beschäftigte.

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Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.