1953 erbaut und seither nicht wirklich saniert: der Rottweiler Kindergarten Bonaventura in der Predigerstraße. Foto: Rottweiler Bilder / rottweil.net

Auf 1,7 Mil­lio­nen Euro ist ver­gan­ge­nes Jahr noch die offen­bar drin­gend nöti­ge Sanie­rung des Rott­wei­ler Kin­der­gar­tens Bona­ven­tu­ra geschätzt wor­den. Damals hat­te man die Rech­nung aller­dings ohne den Wirt gemacht.

Seit sei­ner Eröff­nung im Jahr 1955 ist der katho­li­sche Kin­der­gar­ten in der Pre­di­ger­stra­ße nicht mehr grund­le­gend saniert wor­den. Das sagt die Stadt­ver­wal­tung. Sie erklärt auch: es wer­de Zeit, die Ein­rich­tung zu moder­ni­sie­ren. Im ver­gan­ge­nen Jahr 2018 habe die katho­li­sche Kir­chen­ge­mein­de als Trä­ger mit den kon­kre­ten Pla­nun­gen begon­nen.

Kos­ten von 1,7 Mil­lio­nen Euro wur­den damals errech­net. Der Anteil der Stadt – die sich damit einen eige­nen Kin­der­gar­ten spart – betrü­ge dem­nach 1,3 Mil­lio­nen. Die­se Zah­len nann­te Bernd Pfaff als Lei­ter des Fach­be­reichs zwei – Bür­ger­amt, Ord­nungs- und Schul­ver­wal­tung – dem Gemein­de­rat am Mitt­woch.

Doch hat­te, wie es aus­sieht, der Kir­chen­ge­mein­de­rat die Rech­nung ohne den Wirt gemacht. So ist mitt­ler­wei­le auch der soge­nann­te Erlaub­nis­ge­ber für die Betriebs­er­laub­nis, der Kom­mu­nal­ver­band für Jugend und Sozia­les in Baden-Würt­tem­berg, von der Kir­chen­ge­mein­de befragt wor­den. „Hier­bei wur­den die Raum­si­tua­tio­nen über­prüft und höhe­re Erfor­der­nis­se ein­ge­for­dert, die letzt­lich eine deut­li­che Ver­grö­ße­rung des Anbaus nach sich zie­hen wer­den”, so Pfaff in sei­ner Begrün­dung für eine Kos­ten­stei­ge­rung des Pro­jekts. Etwa sei­en Erwei­te­run­gen bei den Schlaf­plät­zen ver­langt wor­den, eben­so dür­fe ein bestehen­der Grup­pen­raum nicht im Durch­gangs­be­reich lie­gen.

Die Gesamt­kos­ten belau­fen sich laut Pfaff mit die­sen Ver­än­de­run­gen nun auf 2,5 Mil­lio­nen Euro. Die zuge­sag­ten För­der­gel­der in Höhe von 116.000 Euro wer­den in Abzug gebracht. Der städ­ti­sche Kos­ten­an­teil steigt damit auf 1,92 Mil­lio­nen an.

Das hat­te bereits weit­rei­chen­de Fol­gen. So habe die Gesamt­kir­chen­ge­mein­de inzwi­schen einen alter­na­ti­ven Neu­bau mit dem Ergeb­nis über­prüft, dass eine Sanie­rung selbst mit den gestie­ge­nen Gesamt­kos­ten die noch deut­lich güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ve blei­be. „Auf die Sanie­rung ins­ge­samt zu ver­zich­ten ist nicht mög­lich, dies hät­te den Ver­lust der Betriebs­er­laub­nis zur Fol­ge”, so Fach­be­reichs­lei­ter Pfaff. Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf ergänz­te am Mitt­woch, dass die Stadt bei einem Neu­bau gewöhn­lich 100 Pro­zent der Kos­ten tra­ge, nicht 80, wie bei einer Sanie­rung. Klingt, als sei das nicht im Inter­es­se der Ver­wal­tung.

Hin­ter den Kulis­sen ist zudem ver­han­delt wor­den. „Meh­re­re Gesprä­che mit der katho­li­schen Gesamt­kir­chen­ge­mein­de über die Kos­ten­be­tei­li­gung hat­ten zum Ergeb­nis, dass die Stadt Rott­weil statt der ver­trag­lich gere­gel­ten 80 nur 79 Pro­zent der Kos­ten trägt”, erklär­te Pfaff wei­ter. Dabei wür­den die Kos­ten der Neu­aus­stat­tung der neu ein­ge­rich­te­ten Krip­pen­grup­pe in Höhe von 70.000 Euro ganz über­nom­men. „Dafür blie­ben die Umbau­kos­ten ins­ge­samt aber bei 79 und nicht bei 100 Pro­zent für die­se neue Krip­pe”, rech­net Pfaff vor.

Die neue Krip­pen­grup­pe schafft nach sei­nen Wor­ten zusätz­lich zwölf zu den bereits bestehen­den acht Plät­zen und las­se den Kin­der­gar­ten Bona­ven­tu­ra zu einer gro­ßen, neu­en Ein­rich­tung mit drei Ü-3-und zwei Krip­pen­grup­pen mit 20 Plät­zen anwach­sen.

Die Sanie­rungs- und Umbau­ar­bei­ten sol­len im Som­mer 2019 begin­nen. Dafür benö­ti­ge die Katho­li­sche Kir­che die Zusa­ge für die Über­nah­me der Mehr­kos­ten, wofür die Stadt­ver­wal­tung wie­der das Okay des Gemein­de­rats brauch­te.

Die Mehr­kos­ten sei­en natür­lich ärger­lich, so Moni­ka Hug­ger (CDU). Doch erhal­te man eine erst­klas­si­ge Ein­rich­tung nach den Sanie­rungs­ar­bei­ten.