Windkraft Falkenhöhe: Bohrarbeiten dauern länger

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„Gut zwei Wochen sind wir im Verzug“, berichtet Philip Thiemannvon RES Deutschland zu den Bohrarbeiten für die Windkraftanlagen auf der Falkenhöhe. Um den Strom von dort ins Netz einspeisen zu können, lässt RES Deutschland ein Kabel von der Falkenhöhe  bis zum EnBW-Umspannwerk an der Schiltachstraße verlegen. Und zwar unterirdisch. (Wir haben berichtet.) Teilweise bohren Spezialisten einige Meter unter der Oberfläche Löcher durch den Fels, durch die dann Rohre gezogen werden.

Von der Rochus-Merz-Straße geht es bergauf.

Schwierige geologische Bedingungen

Der letzte Abschnitt erwies sich wegen der geologischen Formationen am Schlossberg als besonders schwierig. „Karl Pröbstle von der Stadtverwaltung war für uns mit seinem profunden Wissen über die Geologie in dieser Gegend sehr hilfreich“, betont Thiemann. Granit und „Rotliegendes“ kommen bekanntlich hier zusammen. Beim Anstechen des Rotliegenden floss das dem Bohrwasser beigemischte  Bentonit in eine Spalte. Das rötlich-braun gefärbte Wasser landete dann in der Quelle, die den Hirschbrunnen speist. „Wir mussten einen kurzen Baustopp einlegen, bis das gelöst war“, so Thiemann.

Das lange Leerkrohr: bereit zum Eingezogen werden.

Inzwischen sei man mit den Pilotbohrungen durch. Nun würden die Leerrohre in die Bohrungen eingezogen und schließlich das Kabel verlegt. Unterhalb des Holzabfuhrwegs in einer Grube kommen  die beiden Bohrungen zusammen: Eine von unten, ab der Rochus-Merz-Straße und die andere von oben bei der Hohenschramberg.

Links kommt die Bohrung von unten zum Holzabfuhrweg, rechts ist das Rohr von oben her bereits drin.

Auch für die Spezialisten „krass“

Für die Bohrmannschaften und Ingenieure sei es eine anspruchsvolle Netztrasse geworden. „So komplex wie hier habe ich das noch nie erlebt“, sagt Thiemann. Zum einen gebe es sehr viele Biotope auf der Strecke. Dann die Unterquerung der Lauterbacher Straße und kurz danach die Wasserfälle und das Felsenmeer: „Das war krass.“ Aber nun habe man alles unter Kontrolle. Im Februar wird man noch die Übergabestation beim Umspannwerk errichten.

Beim Umspannwerk wird der Strom dann ins Netz eingespeist.

Die drei Windräder des Windparks Falkenhöhe würde die Herstellerfirma  wohl Mitte Februar liefern. Je nach Wetterlage rechnet Thiemann mit der Inbetriebnahme Ende Mai bis Mitte Juni.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.