Rottweiler Rennfahrer Lion Düker verpasst mit W&S Motorsport nach bitteren Rückschlägen knapp den Titel in der Cup3 AM-Wertung der Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN).

Das war in der Tat ein extrem bitteres und turbulentes Wochenende für das Trio Lion Düker, Christoph Krombach und Oliver Kunz. Als Tabellenführer der Cup3 AM-Wertung in der Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN) angereist, lief der Double-Header (NLS 8 und NLS 9) absolut nicht nach Plan. Kollisionen, wechselhafte Wetterbedingungen und ungeplante Boxenstopps verhinderten bessere Ergebnisse bei den vorletzten zwei Rennen.
Das Trio startete am Samstag (NLS 8) motiviert in das erste Vier-Stunden-Rennen. Krombach, der den ersten Stint fuhr, wurde jedoch schnell in intensive Duelle im dichten Teilnehmerfeld von gesamt 131 Fahrzeugen verwickelt. Schon in der zweiten Runde des Rennens kam es zu einer Kollision mit einem Konkurrenten. Dieser Kontakt führte zu einem Reifenschaden. Die #982 musste deswegen einen zusätzlichen ungeplanten Boxenstopp einlegen, der das Team ans Ende des Feldes zurückwarf. Lion Düker übernahm den mittleren Stint des Rennens und konnte mit einer starken Leistung wieder einige Plätze gutmachen. Am Ende belegte die #982 den fünften Platz der Cup3 AM-Wertung.

Regen-Lotterie
Auch der darauffolgende Rennsonntag (NLS 9) stellte das Team vor große Herausforderungen. Typisch für den Nürburgring im September wechselten die Bedingungen rasant; trockene und nasse Streckenabschnitte lösten sich ständig ab. Dies machte die Reifenwahl und das Traffic-Management auf der Nordschleife zu einer echten Lotterie. Nach dem ersten Stint von Krombach auf Slicks, bei dem die #982 wertvollen Boden verlor,auch weil die Konkurrenz teilweise bereits auf Regenreifen setzte, trocknete die Strecke immer weiter ab. Anschließend übernahm Lion Düker das Steuer für den Mittelstint. Auf profillosen Slicks konnte Düker mit schnelleren Rundenzeiten als die Konkurrenz, die immer noch auf Regenreifen unterwegs war, wertvolle Positionen gutmachen. Doch ausgerechnet als es für das Team nach vorne ging, öffneten sich in Dükers vierter Runde die Schleusen. Durch den plötzlichen Starkregen verlor er die zuvor gewonnenen Positionen wieder. „Ich musste mit langsamer Fahrt vorzeitig zum Reifen- und Fahrerwechsel an die Box, das kostete uns massiv Zeit“, sagte Düker. In den Schlussrunden stand das Wasser auf der Nordschleife stellenweise auf der Strecke, aber Kunz rettete die #982 auf Platz fünf ins Ziel.
Nach einer zuvor sehr starken Saison (unter anderem Podestplätze beim Saisonauftakt, bei NLS 3 sowie Platz zwei beim Sechs-Stunden-Rennen) verlor die Crew durch die glücklosen Ergebnisse der beiden Läufe die Tabellenführung in der Cup3 AM-Klasse und fiel auf Rang drei in der Meisterschaft zurück. „Ein Wochenende zum Vergessen, wir haben gepokert, und diesmal habe wir verloren“ sagte Lion Düker nach dem Rennen am Sonntag.
Finale auf dem Nürburgring
Beim Finale der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS 10) ging es für die Crew der #982 um „Alles oder Nichts“, da sie mit 11,5 Punkten Rückstand noch theoretische Titelchancen in der stark umkämpften Cup3-Am-Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN)-Meisterschaft hatten.„Es braucht ein perfektes Rennen und ein bisschen Glück, aber die Chance auf den Titel lebt!“, sagte Lion Düker vor dem Rennen. Das Team zeigte sich zunächst konkurrenzfähig. Düker qualifizierte sich unter schwierigen Mischbedingungen auf den vierten Startplatz. Beim finalen Rennen war dann nach wenigen Kilometern ein Podiumsplatz außer Reichweite für den CK-Porsche #982: Krombach wurde in der ersten Runde in eine Berührung verwickelt, drehte sich und fiel auf P87 im Gesamtklassement des Feldes zurück. Danach arbeitete sich das Trio Stück für Stück nach vorne. Lion Düker übernahm früh das Fahrzeug und absolvierte einen extra langen Mittelstint. Mit einer starken Aufholjagd machte er zahlreiche Positionen gut und fuhr teils schnellere Rundenzeiten wie die führenden in der Klasse und auch die schnellsten Runden des Autos. Trotz dieser kämpferischen Leistung reichte es am Ende nicht, den Rückstand vollständig aufzuholen. Kunz brachte den Porsche auf Rang sechs der Cup3-Am Klasse ins Ziel. Damit endete die Saison mit einer bitteren Wendung: Statt einen Podestplatz in der Meisterschaft zu verteidigen, fiel das Team am Ende auf Platz vier in der der Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN) zurück. Trotz des enttäuschenden Ausgangs zieht Lion Düker ein positives Fazit aus seiner Premierensaison, in der er zur Saisonhalbzeit die Meisterschaft angeführt hat und mehrere Podestplätze – darunter Platz zwei beim prestigeträchtigen Sechs-Stunden-Rennen – eingefahren hatte.

Wertvolle Erfahrungen
„Das Final-Wochenende fing für uns schwierig an, und im Qualifying hatten wir mit den wechselnden Bedingungen zu kämpfen. In der ersten Runde kam dann die Kollision, danach haben wir alles gegeben – es hat leider nicht gereicht“, resümiert Lion Düker nach dem Finale. „Das Team hat trotzdem extrem stark gearbeitet, dafür gebührt ihm der größte Respekt. Natürlich bin ich etwas traurig über den gesamten Ausgang, dennoch nehme ich wertvolle Erfahrungen aus dieser Saison mit. Die letzten drei Rennen haben einmal mehr gezeigt, wie entscheidend Rennverlauf, Wetterbedingungen und ein Quäntchen Glück im Langstreckensport sein können“, so Düker zum Saisonabschluss.