Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Stadtarchivar Kohlmann stellt die ersten Stolpersteine vor / Verlegung im November geplant

Autor / Quelle: Pressemitteilung (pm)
Lesezeit 3 Min.
„Muster-Stolpersteine“ vor dem Gebäude Berneckstraße 20 in Schramberg. Foto: Stadt Schramberg

Die Stadt Schramberg lädt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Die öffentliche Veranstaltung findet am Montag, 26. Januar, statt und beginnt um 17.30 Uhr am Mahnmal „Des Bruders Tod“ am Mühlegraben.

Schramberg. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr hält laut Pressemitteilung eine Gedenkrede und legt einen Kranz nieder. Um 18 Uhr setzt die Stadt das Programm mit einem Vortrag im Großen Sitzungssaal des Rathauses fort.

Gedenken am Mahnmal am Mühlegraben

Am Mahnmal „Des Bruders Tod“ erinnert die Stadt an die Menschen, die die nationalsozialistische Diktatur verfolgte, deportierte oder ermordete. Mit der Kranzniederlegung und der Gedenkrede der Oberbürgermeisterin schafft Schramberg einen Moment des Erinnerns im öffentlichen Raum.

Ein Bläserquintett der Stadtmusik Schramberg umrahmt das Gedenken am Mahnmal musikalisch.

Vorstellung der ersten geplanten Stolpersteine

Im Anschluss stellt die Stadt Schramberg die ersten geplanten Stolpersteine vor. Stadtarchivar und Leiter des Stadtmuseums Carsten Kohlmann berichtet im Rathaus über die Biografien, ordnet die Schicksale der Betroffenen ein und beschreibt, welche Herausforderungen die Recherche mit sich bringt.

Im Namen einer betroffenen Familie spricht Dagmar Abt aus Ettenheim ein Grußwort. Sie spendete einen Stolperstein zur Erinnerung an ihren Großvater Otto Abt (1901–1940), der aus Schramberg stammt.

25 Stolpersteine für Schramberg

Die Verlegung der ersten zwölf Stolpersteine wird im November stattfinden, die Verlegung der nächsten dreizehn Stolpersteine im Februar 2027. Grundlage dafür bildet ein einstimmiger Grundsatzbeschluss des Gemeinderats vom 28. April 2022.

Bürgerinnen und Bürger spendeten anschließend 25 Stolpersteine. Das Stadtarchiv recherchierte seitdem die Lebensgeschichten der NS-Opfer für die Inschriften. Dabei arbeitete das Team vielfach bislang unbekannte und vergessene Schicksale auf.

Erinnerung im öffentlichen Raum

Die Stolpersteine gehen auf ein europaweites Kunst- und Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig zurück. Die Steine bilden heute das größte dezentrale Mahnmal Europas zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus:

Mehr als 100.000 Steine erinnern inzwischen an Menschen, die die nationalsozialistische Diktatur verfolgte, deportierte oder ermordete.

Neuer Wegweiser mit Bezug zu Schramberg

Carsten Kohlmann stellt im Rahmen seines Vortrags außerdem den kürzlich erschienenen Wegweiser „Verbrechen. Volksgemeinschaft. Widerstand“ des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb vor. Der Band enthält zwei Beiträge über Schramberg und ordnet lokale Ereignisse in den regionalen und historischen Kontext ein.

Die Stadt Schramberg lädt alle Interessierten zur Gedenkstunde mit anschließendem Vortrag ein.

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