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Rottweil: Gewerbesteuer bricht um eine Million ein – Stadt zog Kreditaufnahme vor

Von 52,5 Millionen Euro Steuern waren Mitte September erst zwei Drittel eingegangen. Der Gemeinderat entscheidet am 7. Oktober.

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Bild: FotoART by Thommy Weiss

Das Defizit der Stadt Rottweil wächst im laufenden Jahr auf gut 1,6 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im Haushaltsplan vorgesehen. Hauptgrund ist ein Einbruch bei der Gewerbesteuer um eine Million Euro. Zusätzlich zahlt die Stadt 386.000 Euro Zinsen, die für 2026 gar nicht eingeplant waren: Sie hat ihre Kreditaufnahme vorgezogen. Der Haushaltszwischenbericht steht an diesem Mittwoch im Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss.

Rottweil. Die Kämmerei rechnet für 2026 mit einem Gesamtergebnis von minus 1,646 Millionen Euro. Im Haushaltsplan standen minus 729.000 Euro. Das ist eine Verschlechterung um 917.000 Euro. Das ordentliche Ergebnis, in dem das laufende Geschäft ohne Sondereffekte abgebildet ist, rutscht von minus 2,729 auf minus 3,646 Millionen Euro. Das geht aus dem Haushaltszwischenbericht hervor, den die Verwaltung als Vorlage 165/2026 vorgelegt hat. Der Gemeinderat soll ihn am 7. Oktober zur Kenntnis nehmen.

Die Verschlechterung stammt fast vollständig von der Einnahmenseite. Die ordentlichen Erträge sinken um 926.000 Euro auf 97,346 Millionen Euro. Die Aufwendungen bleiben unter dem Strich mit einem Minus von 9.000 Euro nahezu unverändert.

Eine Million weniger Gewerbesteuer

Der größte Einzelposten ist die Gewerbesteuer. Statt der veranschlagten 22,4 Millionen Euro erwartet die Kämmerei nun 21,4 Millionen. Weil mit der Gewerbesteuer auch die Umlage sinkt, die die Stadt abführen muss, fällt der Nettoeffekt auf das Ergebnis mit 910.000 Euro etwas geringer aus. Auch der städtische Anteil an der Einkommensteuer bleibt nach der Mai-Steuerschätzung um 221.000 Euro hinter dem Ansatz zurück, die Schlüsselzuweisungen um 44.000 Euro.

Die NRWZ hatte im Juli nach einer Anfrage bei der Kämmerei berichtet, der Gewerbesteuer-Rekord des Jahres 2025 sei für Rottweil nur von kurzer Dauer. Der Zwischenbericht beziffert diese Entwicklung nun. Zum Stichtag 16. September waren von den für das Gesamtjahr geplanten 52,55 Millionen Euro an Steuern und ähnlichen Abgaben erst 35,48 Millionen eingegangen – 67,52 Prozent bei gut 70 Prozent des verstrichenen Jahres.

Zinsen, die nicht im Plan standen

Bemerkenswert ist eine Position, die im Haushaltsplan mit null stand: 386.000 Euro Zinsaufwand. Die Erläuterung der Kämmerei dazu lautet, die Kreditaufnahme sei auf Ende 2026 und der Zinsaufwand erst ab 2027 eingeplant gewesen.

Die Zahlen im Anhang bestätigen das. Von der vorgesehenen Kreditaufnahme über 20,7 Millionen Euro waren am 16. September bereits 20 Millionen abgerufen, das sind 96,62 Prozent. Die Veränderung des Finanzierungsmittelbestands lag zum Stichtag bei plus 9,35 Millionen Euro – für das Gesamtjahr geplant war ein Minus von 8,42 Millionen. Warum die Stadt früher an den Kapitalmarkt ging als vorgesehen, geht aus der Vorlage nicht hervor. Die geplante Kreditaufnahme selbst wird um 700.000 Euro auf 20 Millionen Euro zurückgenommen.

Auf das Ergebnis schlagen die Zinsen allerdings kaum durch. Sie werden fast genau ausgeglichen durch eine um 297.000 Euro niedrigere Personalkostenhochrechnung und die um 90.000 Euro gesunkene Gewerbesteuerumlage. Treiber des größeren Minus sind damit nicht die Zinsen, sondern die wegbrechenden Erträge.

Parkgebühren bringen mehr

Auf der Ertragsseite stehen einzelne Verbesserungen. Die Erträge aus Parkgebühren liegen mit 816.000 Euro um 195.000 Euro über dem Ansatz; die Verwaltung führt das auf straßenbegleitendes Parken zurück. Der städtische Anteil an der Gewerbesteuer über die InKom steigt um 291.000 Euro.

Trotz des größeren Minus schlägt die Verwaltung dem Gremium vor, die Bewirtschaftung der Aufwendungen zu hundert Prozent freizugeben. Eine Begründung dafür steht nicht in der Vorlage. Die Zahlen sind Prognosen der Kämmerei mit Stand 16. September und noch nicht beschlossen.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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