Aldi Nord hat frische Putenschnitzel zurückgerufen: In der Charge 062640 können spitze Kunststoffteile stecken. Für Kundinnen und Kunden im Kreis Rottweil hat das keine Folgen – Baden-Württemberg gehört nicht zum Vertriebsgebiet von Aldi Nord und steht auch nicht auf der amtlichen Länderliste. Ausgeweitet wurde dagegen ein Rückruf tiefgekühlter Austern wegen Noroviren, der den Südwesten einschließt. Sonst bestimmten in dieser Woche dauerhaft gesenkte Nusspreise bei Lidl und der Start einer Sofort-Lieferung bei Rewe das Geschehen im Lebensmittelhandel.
Rückrufe der Woche
Die Heidemark Landfrische GmbH & Co. KG aus Ahlhorn in Niedersachsen ruft „Frische Puten-Schnitzel Wiener Art“ der Aldi-Eigenmarke Meine Metzgerei in der 800-Gramm-Packung zurück. Betroffen ist nach Angaben des amtlichen Portals lebensmittelwarnung.de ausschließlich die Charge 062640 mit dem Verbrauchsdatum 28. September 2026, hergestellt am 2. und 7. September; das Genusstauglichkeitskennzeichen lautet DE NI 12555 EU. Im Produktionsprozess sind dem Hersteller zufolge vereinzelt spitze Kunststoffteile in die Ware gelangt. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen das Fleisch nicht mehr essen und können es ohne Kassenbon in jeder Filiale zurückgeben, der Kaufpreis wird erstattet.
Verkauft wurde der Artikel über Aldi Nord in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Baden-Württemberg ist in der amtlichen Meldung nicht aufgeführt – im Südwesten sind die Filialen von Aldi Süd vertreten, das Produkt lag hier nicht in den Kühlregalen. Die Details der Meldung stehen bei lebensmittelwarnung.de und beim Verbraucherportal produktwarnung.eu.
Anders liegt der Fall bei einem zweiten Rückruf, der am 17. September ausgeweitet wurde: Betroffen sind gefrorene Austern der Marke Surasang in der 226-Gramm-Packung, die über Filialen der Kette Go Asia verkauft wurden. Nachgewiesen wurden Noroviren. Galt die Warnung zunächst nur für ein Mindesthaltbarkeitsdatum, sind es nun sämtliche Daten vom 8. April 2027 bis zum 4. Mai 2027, Los 87703 01180. Baden-Württemberg steht in diesem Fall ausdrücklich auf der Liste der betroffenen Bundesländer.
Weiter gilt außerdem der bundesweite Rückruf grober Bratwurst bei Lidl, über den wir in der vergangenen Ausgabe der Shopping-News berichtet haben. Die Mindesthaltbarkeitsdaten der betroffenen Ware sind inzwischen abgelaufen.
Was das für den Kreis Rottweil heißt
Neue Standortmeldungen der großen Ketten gab es in dieser Woche für den Landkreis nicht. Unverändert offen bleibt, wann der frühere Real-Markt in der Friedrich-List-Straße in Oberndorf wieder öffnet: Edeka Südwest hatte das Gebäude im Februar angemietet und den Jahreswechsel 2026/2027 als Ziel genannt, bestätigt ist dieser Termin bislang nicht. Auch beim geplanten Netto-Markt im Dietinger Sondergebiet „Fülgraben“ gibt es keinen neuen Stand.
Der neue Rewe-Dienst für Sofort-Lieferungen (siehe unten) startet zunächst nur in vier Großstädten. Der Rewe-Markt an der Schramberger Straße in Rottweil bleibt davon vorerst unberührt. Für Vereine im Kreis dürfte eine andere Rewe-Aktion relevanter sein: Die Sammelaktion „Scheine für Vereine“ läuft noch bis zum 11. Oktober.

Aldi
Aldi Nord und Aldi Süd verweisen gemeinsam auf das Ergebnis des „Kundenmonitor Deutschland 2026“ der ServiceBarometer AG. Danach belegt das Unternehmen in der Branche „Lebensmittelmärkte – Discounter“ zum 17. Mal in Folge den ersten Platz bei der Preisbewertung, insgesamt zählt es 23 Erstplatzierungen, unter anderem bei Vertrauen und beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Grundlage ist eine bundesweite Befragung von rund 9.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Es handelt sich um eine Kundenzufriedenheitsstudie, nicht um einen Preisvergleich: Gemessen wird, wie Kundinnen und Kunden die Preise einschätzen, nicht, wo ein Einkaufskorb tatsächlich am günstigsten ist.
Der Rückruf der Putenschnitzel (siehe oben) betrifft ausschließlich Filialen von Aldi Nord und damit nicht den Kreis Rottweil.
Edeka
Edeka Südwest, die für den Landkreis zuständige Regionalgesellschaft, meldet die Eröffnung eines Neubaus am 24. September – allerdings in Berglen im Rems-Murr-Kreis, rund 120 Kilometer entfernt. Der Markt der Kaufmannsfamilie Reinhardt kommt auf rund 1.325 Quadratmeter Verkaufsfläche und mehr als 15.000 Artikel und soll montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr öffnen. Für die Nahversorgung im Kreis Rottweil hat das keine Bedeutung, es zeigt aber, dass die Genossenschaft weiter in neue Flächen investiert.
Bundesweit begleitet der Edeka-Verbund gemeinsam mit Netto die Bundeswehrübung „Red Storm Charlie“, die vom 24. bis 26. September in Hamburg stattfindet und unter anderem Stromausfall und Chemieunfall durchspielt. Dazu bringen beide Unternehmen einen Notfallrucksack mit zehn Hilfsmitteln in den Handel, darunter Kurbelradio, Solar-Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden und Trinkflasche mit Filter. Verkauft wird er seit dem 18. September über den Online-Shop von Marktkauf, im Markt gibt es ihn nur in Hamburg. Die beigelegte Packliste orientiert sich an den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die auch kostenlos im Netz stehen.
Kaufland
Kaufland hat für eine Werbekampagne mit Coca-Cola einen Branchenpreis der GS1 erhalten. Interessanter als die Auszeichnung ist, was das Unternehmen dabei über seine Kundendaten preisgibt: Ausgewertet wurden nach Unternehmensangaben die Einkäufe der mehr als 13 Millionen Mitglieder der Kaufland Card, mit dem Ergebnis, dass nur jeder vierte Käufer einer Tiefkühlpizza auch ein Kaltgetränk mitnimmt. Für die daraus entwickelte Kampagne wurden rund 170 Filialen ausgewählt und Anzeigen in sozialen Netzwerken gezielt im Umkreis von einem Kilometer um diese Märkte ausgespielt, dazu kamen Bildschirme am Eingang, Werbung in der App und ein Coupon nach dem Kauf. Wer die Kundenkarte nutzt, sollte wissen, dass die Einkaufsdaten auf diese Weise verwendet werden.
Lidl
Lidl senkt die Preise für Nüsse und Backzutaten der Eigenmarken Alesto und Belbake dauerhaft um bis zu 16 Prozent. Die 200-Gramm-Packung Alesto Nuts Royal kostet seit dem 19. September 2,99 statt 3,39 Euro, gemahlene und gehackte Haselnüsse ebenfalls 2,99 statt 3,49 Euro, verschiedene Mandelvarianten 2,49 statt 2,99 Euro und Kokosraspeln 1,49 statt 1,79 Euro. Das Unternehmen begründet den Schritt mit gesunkenen Rohstoffpreisen und weist darauf hin, dass die Preise in allen Filialen gleich sind. Im vergangenen Jahr waren die Nusspreise im Handel noch deutlich gestiegen.
Auf öffentlichen Straßen setzt Lidl nach eigenen Angaben als erster Lebensmittelhändler in Deutschland einen fahrerlosen Elektro-Lastwagen zur Filialbelieferung ein. Das kabinenlose Fahrzeug des schwedischen Anbieters Einride fährt im hessischen Edermünde bei Kassel zwischen Warenverteilzentrum und einer nahen Filiale, bis zu dreimal täglich, mit Platz für 15 Europaletten und einer Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts für automatisiertes Fahren. Im viermonatigen Projektzeitraum sollen mehr als 3.000 Paletten so transportiert werden.
Netto
Bei Netto Marken-Discount läuft noch bis zum 28. November die Vereinsspende, von der in diesem Jahr nach Unternehmensangaben rund 1.400 regionale Vereine profitieren. Gespendet wird, indem der Einkaufsbetrag an der Kasse auf den nächsten Zehn-Cent-Betrag aufgerundet oder der Pfandbon am Leergutautomaten eingeworfen wird. Netto ist im Kreis Rottweil mit mehreren Filialen vertreten, unter anderem in Zimmern ob Rottweil, Villingendorf, Deißlingen, Schramberg und Oberndorf.
Den Notfallrucksack zur Hamburger Bundeswehrübung gibt es auch bei Netto, im Markt allerdings nur im Großraum Hamburg, bundesweit dagegen über den Online-Shop. Daneben meldet der Discounter eine Auszeichnung für drei Pesto-Sorten seiner Eigenmarke „Lieblings“ durch das Deutsche Institut für Service-Qualität.
Norma
Von Norma gab es in dieser Woche keine Mitteilung. Die jüngste Meldung des Fürther Discounters stammt aus dem August und betraf dauerhafte Preissenkungen bei Orangensaft, Toilettenpapier und Taschentüchern.
Penny
Auch von Penny liegt für diese Woche nichts Neues vor. Die vorerst letzte Mitteilung der Kette datiert von Ende Juli.
Rewe
Rewe lässt Lebensmittel künftig von Lieferdiensten bringen. Seit dem 15. September arbeitet das Unternehmen dafür mit Uber Eats, Wolt und Lieferando zusammen: In Köln liefert Wolt, in Frankfurt Uber Eats, in Hamburg und Jena Lieferando. Bestellt wird in der App des jeweiligen Dienstes aus einem Sortiment von 5.000 bis 9.000 Artikeln, gepackt wird die Ware im Rewe-Markt, ankommen soll sie binnen einer Stunde. Bis zum Jahresende will Rewe weitere Großstädte anschließen, später auch kleinere Städte. Wann und ob der ländliche Raum an die Reihe kommt, lässt das Unternehmen offen; in Baden-Württemberg sind bislang einzelne selbstständige Kaufleute in Stuttgart bei Wolt vertreten.
In der Konzernspitze bleibt es beim bisherigen Personal: Der Aufsichtsrat der Rewe-Zentralfinanz hat den Vertrag von Finanzvorstand Telerik Schischmanow vorzeitig um fünf Jahre bis zum 30. Juni 2032 verlängert. Die Rewe Group hatte 2025 erstmals einen Außenumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro erreicht.
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