Rückrufe bei Lidl und Netto: Plastikteile in Bratwurst und Rösti-Fries – die Shopping-News der Woche

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Bild: NRWZ, KI-generiert

Gleich drei große Handelsketten haben in der vergangenen Woche Lebensmittel zurückgerufen: Lidl nimmt eine grobe Bratwurst wegen möglicher roter Plastikteile und Erdbeeren in weißer Schokolade wegen eines Pestizids aus dem Verkauf, Netto Marken-Discount ruft tiefgekühlte Rösti-Fries zurück – dieser Rückruf gilt ausdrücklich auch für Teile Baden-Württembergs. Zugleich hat eine Käserei aus Baden-Württemberg ihren Listerien-Rückruf massiv ausgeweitet: Betroffen sind jetzt 15 statt sechs Sorten. Und an der Kasse wird Butter wieder teurer – Aldi hat den Preis für die 250-Gramm-Packung Deutsche Markenbutter um 14 Cent angehoben.

Rückrufe: Plastikteile in der Bratwurst, Pestizid in Schoko-Erdbeeren

Der auffälligste Rückruf der Woche betrifft Lidl. Der Lieferant SB-Convenience GmbH ruft seit dem 11. September die Produkte „Metzgerfrisch Frische Grobe Bratwurst“ in der 400-Gramm-Packung und „Metzgerfrisch Frische Grobe Bratwurst XXL“ mit 1.600 Gramm zurück. Betroffen ist die 400-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15. September 2026 und die XXL-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 13. September 2026, jeweils mit dem Identitätskennzeichen DE NW 20028 EU. Es lasse sich nicht ausschließen, dass rote Plastikfremdkörper in der Wurst steckten, teilte der Lieferant mit; das Verbraucherportal Produktwarnung.eu weist auf eine mögliche Verletzungsgefahr beim Verzehr hin. Verkauft wurde die Ware bundesweit. Lidl nimmt sie in allen Filialen zurück und erstattet den Kaufpreis auch ohne Kassenbon, die Kundenhotline lautet 00800 5435 5435.

Zwei Tage zuvor hatte derselbe Händler bereits einen anderen Artikel zurückgerufen. Der bulgarische Lieferant Victoria Nuts Ltd. nimmt „Deluxe Erdbeeren in weißer Schokolade“ im 120-Gramm-Beutel mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 16. April 2027 aus dem Handel, und zwar ausschließlich die Chargen 12 L160426-1 und 13 L160426-1. Bei einer Eigenuntersuchung war das Pestizid Chlorpyrifos über dem gesetzlichen Grenzwert nachgewiesen worden, wie Produktwarnung.eu dokumentiert. Auch hier gilt: nicht verzehren, Rückgabe in jeder Filiale gegen Erstattung. Andere Produkte der Marke Deluxe sind nach Angaben des Lieferanten nicht betroffen.

Bei Netto Marken-Discount geht es um einen Tiefkühlartikel. Die Schne-frost Ernst Schnetkamp GmbH & Co. KG ruft seit dem 8. September „Snackmaster Rösti-Fries“ im 450-Gramm-Beutel zurück, erkennbar an der EAN 4006934778578, der Los-Nummer L 6239 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 02/2028. Beides steht auf der Rückseite der Packung. In einzelnen Tüten könnten sich Kunststofffremdkörper befinden. Der Hersteller nennt als Verkaufsgebiet ausdrücklich Teile von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wie Produktwarnung.eu und t-online berichten. Die Rückgabe ist ohne Kassenbon möglich.

Deutlich ausgeweitet wurde außerdem ein Rückruf, über den die NRWZ vergangene Woche bereits berichtet hatte. Die Dorfkäserei Geifertshofen AG, erkennbar am Identitätskennzeichen DE BW 445 EG, hatte am 4. September sechs Käsesorten wegen eines Listerien-Befunds zurückgerufen. Am 10. September kamen neun weitere Sorten hinzu, darunter Bühlertaler Dorfkäse, St. Barbara, Schwäbischer Rahmkäse, Geifertshofener Pfefferkäse und geriebene Käsemischungen. Für die zuerst genannten Sorten gelten alle Mindesthaltbarkeitsdaten bis einschließlich 30. Oktober 2026, für die neu hinzugekommenen alle bis einschließlich 12. November 2026. Zurückgerufen werden sowohl abgepackte Selbstbedienungsstücke in allen Grammaturen als auch lose Ware von der Käsetheke. Verkauft wurde der Käse nach Angaben der Käserei in mehreren Bundesländern über den Lebensmitteleinzelhandel, den Naturkost- und Feinkosthandel, Metzgereien, Hofläden, die Gastronomie und die eigene Verkaufsstelle; welche Bundesländer genau betroffen sind, teilt das Unternehmen nicht mit. Listeria monocytogenes kann vor allem für Schwangere, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen gefährlich werden. Rückfragen beantwortet die Käserei unter 07974 911770.

Was das für den Kreis Rottweil bedeutet

Von den vier Rückrufen ist einer für die Region unmittelbar relevant. Der Netto-Rückruf gilt ausdrücklich auch für Teile Baden-Württembergs, und Netto Marken-Discount betreibt im Landkreis Rottweil und im direkten Umfeld rund ein Dutzend Filialen – unter anderem in Zimmern ob Rottweil, Villingendorf, Deißlingen, Dunningen-Seedorf, Schramberg, Aichhalden, Oberndorf am Neckar, Dornhan, Vöhringen und Wellendingen. Ob der zurückgerufene Artikel tatsächlich in jeder dieser Filialen im Regal lag, teilt der Hersteller nicht mit. Wer die Packung im Gefrierfach hat, sollte sie unabhängig davon nicht zubereiten, sondern zurückbringen. Auch der Käse-Rückruf hat einen Landesbezug: Die Käserei sitzt in Baden-Württemberg, ihre Ware ging unter anderem in den Naturkost- und Feinkosthandel.

Neuigkeiten zu den Standorten der großen Ketten im Kreis gab es in dieser Woche dagegen nicht. Weder Rewe noch Edeka haben sich zu ihren Märkten im Landkreis geäußert. Offen bleibt damit weiter, wann der frühere Real-Markt in der Friedrich-List-Straße in Oberndorf am Neckar wieder öffnet: Edeka Südwest hatte das Objekt im Februar angemietet und den Jahreswechsel 2026/2027 als Ziel genannt, eine Bestätigung dieses Termins steht aus. Ebenfalls unverändert ist der Stand beim geplanten Netto-Markt im Dietinger Sondergebiet „Fülgraben“, den das Unternehmen dem Gemeinderat Ende Juli vorgestellt hatte.

signet v2

Aldi

Für Kundinnen und Kunden am spürbarsten ist die Butter. Aldi Nord und Aldi Süd haben den Preis für die 250-Gramm-Packung Deutsche Markenbutter der Eigenmarke Milsani von 1,05 auf 1,19 Euro angehoben, die Weidebutter von 1,59 auf 1,79 Euro. Das Streichfett Milsani Streichfein kostet nun ebenfalls 1,19 Euro. Das entspricht bei der Markenbutter einem Aufschlag von rund 13 Prozent und einer Rückkehr auf das Niveau vom Frühjahr, wie unter anderem t-online und Giga berichten. Als Begründung nennt das Unternehmen gestiegene Rohstoffkosten, konkret höhere Preise für Rahm und einen gesunkenen Fettgehalt der Rohmilch. Vorausgegangen war eine Preisrunde nach unten: Ende April hatten zuerst Lidl und dann Aldi die 250-Gramm-Packung auf 1,05 Euro gesenkt. Eine Pressemitteilung zur Erhöhung gibt es nicht – Senkungen kommunizieren die Discounter offensiv, Erhöhungen nicht.

International hat Aldi Süd am 7. September eine Minderheitsbeteiligung am philippinischen Discounter Dali Everyday Grocery erworben, der rund 1.300 Filialen betreibt. Kaufpreis und Höhe der Beteiligung wurden nicht offengelegt, das bisherige Management bleibt nach Unternehmensangaben im Amt. Es ist der erste Schritt des Konzerns nach Südostasien. Daneben kündigte Aldi eine Aktion für Aldi-Talk-Neukunden an: Wer zwischen dem 14. September und dem 11. Oktober eine Karte aktiviert und die Tarife S, M oder L bucht, erhält nach Angaben des Unternehmens in den ersten drei Abrechnungsperioden das doppelte Datenvolumen zum Normalpreis.

Edeka

Der Edeka-Verbund trauert um Adolf Scheck. Der Acherner Kaufmann, früherer Aufsichtsratsvorsitzender der Edeka-Zentrale und Gründer der Scheck-in-Center, ist am 10. September im Alter von 75 Jahren gestorben. Für den Südwesten ist das die gewichtigste Personalie der Woche.

Edeka Südwest meldete daneben zwei Routinevorgänge: Der Fleisch- und Wurstbetrieb in Rheinstetten bei Karlsruhe besteht seit 15 Jahren und beliefert nach Unternehmensangaben mehr als 1.000 Märkte im Südwesten; in Stuttgart hat ein Markt der Kaufmannsfamilie Fleck im Herdweg nach rund vierwöchigem Umbau wieder geöffnet. Bundesweit wirbt Edeka mit einer Kampagne für tiefgekühltes Obst und Gemüse, zu der eine Installation aus Brokkoli am Berliner Potsdamer Platz und zwölf neue Verpackungsdesigns der Eigenmarke Herzstücke gehören.

Für Beschäftigte im Südwesten wichtiger ist die Tarifrunde im Einzelhandel. Ver.di hat am 8. und 9. September Abschlüsse für Rheinland-Pfalz und Hessen erzielt, jeweils mit drei Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. August 2026 und weiteren zwei Prozent zum 1. Mai 2027 bei 25 Monaten Laufzeit. Für Baden-Württemberg steht ein Abschluss im Einzelhandel weiterhin aus, dort wird im September weiterverhandelt. Bestreikt worden waren im Verlauf der Tarifrunde unter anderem Filialen von Edeka und Rewe.

Kaufland

Kaufland hat seinen Online-Marktplatz am 8. September in den Niederlanden gestartet. Nach Unternehmensangaben sind auf kaufland.nl über neun Millionen Artikel in mehr als 6.400 Kategorien gelistet, rund 3.000 Händler waren zum Start registriert. Es ist der achte Ländermarktplatz nach Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Österreich, Tschechien und der Slowakei; Spanien soll folgen. Der Schritt führt Kaufland direkt gegen den niederländischen Platzhirsch bol.com, wie heidelberg24 berichtet. Für deutsche Kundinnen und Kunden ändert sich dadurch zunächst nichts. Weitere Meldungen gab es von Kaufland in dieser Woche nicht.

Lidl

Über die beiden Lidl-Rückrufe steht das Wesentliche oben. Daneben mischt sich der Discounter in die Debatte um das Baurecht ein. Die Bundesregierung plant eine Novelle der Baunutzungsverordnung, die Genehmigungen für Lebensmittelmärkte erleichtern soll. Dem Handel gehen die Vorschläge nach Berichten der Fachpresse nicht weit genug, Lidl wirbt für weitergehende Erleichterungen. Am 23. September ist dazu eine Anhörung von Sachverständigen im zuständigen Bundestagsausschuss angesetzt. Für ländliche Räume wie den Landkreis Rottweil ist das durchaus relevant, weil es um die Frage geht, wo Nahversorger künftig gebaut werden dürfen.

Netto

Der Rückruf der Rösti-Fries ist die Netto-Nachricht der Woche, die Einzelheiten stehen oben. Zusätzlich läuft bei dem Discounter im September die bundesweite Aktionskampagne „Spar ganz nah“, mit der das Unternehmen sein Filialjubiläum begleitet: Anfang September hatte Netto in Bonn die nach eigenen Angaben 4.444. Filiale eröffnet, ein Gebäude in modularer Holzbauweise mit rund 1.050 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Norma

Von Norma gab es in dieser Woche nichts Nennenswertes. Das ist insofern bemerkenswert, als der Nürnberger Discounter sonst fast im Zwei-Wochen-Rhythmus dauerhafte Preissenkungen mitteilt – zuletzt am 24. August, als Norma gemeinsam mit Aldi und Lidl den Literpreis für Orangensaft von 1,99 auf 1,39 Euro senkte.

Penny

Penny eröffnet am Dienstag, 15. September, in Hamburg-Borgfelde einen von einer Person gestalteten Markt. Der rund 600 Quadratmeter große Laden an der Bürgerweide trägt den Namen „Penny Pünti“ und wurde nach Unternehmensangaben vom DJ und Musikproduzenten David Puentez eingerichtet, mit DJ-Pult, Graffiti und einer mobilen Espressobar bei ansonsten regulärem Sortiment. Es ist nach „Leylaland“ in Frankfurt der zweite Markt dieser Art. Ein Konzept für die Fläche, kein Sortimentsthema – für Kundinnen und Kunden außerhalb Hamburgs ändert sich nichts.

Rewe

Bei Rewe läuft seit dem 7. September wieder die Vereinsaktion „Scheine für Vereine“, in diesem Jahr bis zum 11. Oktober. Pro 15 Euro Einkaufswert gibt es einen Vereinsschein, Kundinnen und Kunden mit Rewe-Bonus-App erhalten nach Unternehmensangaben einen zusätzlichen Schein je 15 Euro. Neu ist, dass auch Toom-Baumärkte teilnehmen, dort allerdings mit einem Schein je 30 Euro. Im Vorjahr hatten sich nach Angaben des Unternehmens über 23.000 Amateursportvereine beteiligt – für Vereine im Kreis Rottweil ist das der praktisch relevanteste Punkt dieser Woche, weil die Anmeldung über die Aktionsseite läuft.

Daneben hat Rewe zum 9. September eine zeitlich begrenzte Sonderedition der Eigenmarke Rewe Bio mit über 20 saisonalen Artikeln in die Märkte gebracht, solange der Vorrat reicht. Weiter offen ist die Übernahme des insolventen Allgäuer Händlers Feneberg: Die Rewe Group hatte im Juli eine Investorenvereinbarung unterzeichnet, das Bundeskartellamt hat dazu ein Hauptprüfverfahren eingeleitet. Nach Berichten der Fachpresse befindet sich das Unternehmen derzeit in einem Schwebezustand. Ein Rückruf lag bei Rewe in dieser Woche nicht vor.

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