Ein besonderes Projekt geht gerade in Schramberg auf die Zielgerade: Musikerinnen und Musiker mit verschiedenen kulturellen und musikalischen Hintergründen haben gemeinsam ein interkulturelles Konzertprogramm entwickelt. Das Ergebnis kann man am 8. November hören.

„Die Idee entstand bei einer Podcast-Aufnahme“, erinnert sich Projektleiter Jonas Urbat im Gespräch mit der NRWZ. Der freischaffende Musiker, Komponist und Produzent aus Schiltach ist seit gut einem Jahr Host des Podcasts „Kultur verbindet“, mit dem der Landkreis Rottweil auf interessante Akteurinnen und Akteure des Kulturlebens in der Region aufmerksam macht.
Gast war dabei auch Daniel Weißer, damals frisch gebackener Leiter der Stadtmusik Schramberg 1830 e.V. „Im Gespräch kamen wir auf die Frage, “ob die Besetzung der Blasorchester die Vielfalt und Diversität der Gesamtbevölkerung in unserer Region abbildet,“ erzählt Urbat. Es ging um die Frage, wie das Musikvereinsleben als verbindender Raum für mehr Menschen sichtbar und zugänglich werden kann. Nicht zuletzt, weil alle musikalisch Engagierten wissen, dass Musik Menschen verbindet – etwas, das ein Gegengewicht schafft zu den lauten, spaltenden Stimmen, die derzeit zu viel Raum bekommen, wie Jonas Urbat unterstreicht.

So keimte der Gedanke, ein offenes Konzertprojekt auf die Beine zu stellen, das verschiedenste Musikerinnen und Musiker zusammenbringt. Aus dem Anfangsimpuls wurde über Monate ein anspruchsvolles Großprojekt: Weißer und Urbat stellten ein Team zusammen, konnten Laura Rall als Dirigentin gewinnen und die Stadtmusik Schramberg als „gastgebenden Verein“, der die organisatorische Basis bereitstellt.
Es wurde breit geworben, ein Start-Workshop organisiert, bei dem sich Interessierte kennenlernen konnten. Und seit einigen Monaten wird in intensiver Probenarbeit vorbereitet, was nun kurz vor dem Abschluss steht: Ein Konzert, das Musikerinnen und Musiker verschiedenster Herkünfte gemeinsam gestalten.
Klassische Blasmusik trifft nun auf musikalische Traditionen aus teils fernen Ländern. „Mit dabei sind eine irische Singer-Songwriterin, ein türkischer Pianist, eine taiwanesische Musikerin, die eine Pipa spielt, ein traditionelles Instrument ihrer Heimat, sowie eine Sängerin mit afghanischen Wurzeln“, berichtet Urbat begeistert. Zu hören sind zudem weitere für Blasmusik-Konzerte eher ungewöhnliche Instrumente wie Akkordeon, Dudelsack und Djembe. Aber auch die lokale Tradition kommt nicht zu kurz. „Uns war es wichtig, dass zum Beispiel die Bollenhut-Polka von Matthias Gronert gespielt wird“, unterstreicht Urbat.

Das Projekt, das durch „Kultur verbindet“ im Landkreis Rottweil im Rahmen des Bundesprogramms Aller.Land … gefördert wird, hat, wie Jonas Urbat betont, viel positive Energie freigesetzt. „Es gibt sehr viele, die sich engagieren und zu einem wertschätzenden Miteinander beitragen wollen“, bilanziert er.
In diesem Sinne richtet sich der Blick bereits über das Abschlusskonzert hinaus auf eine mögliche Weiterführung. Auch in Zukunft soll gemeinsames Musizieren Begegnungen schaffen und Menschen zusammenbringen, die sich sonst nicht begegnet wären. die sich sonst nicht begegnet wären
Info: Das große Abschlusskonzert findet am 8. November um 16 Uhr im Bärensaal Schramberg statt. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um Anmeldung gebeten. (www.musikverbindetschramberg.de).