23 Jugendliche aus fünf Ländern haben neun Tage in Rottweil verbracht und sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung beschäftigt. Im Mittelpunkt standen die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Zukunft.
Unter dem Motto „Our Cities 2030“ haben 23 Jugendliche aus Japan, Belarus, Italien, Frankreich und Deutschland neun Tage in Rottweil verbracht. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative für eine Welt gegen atomare Bedrohung, unterstützt von weiteren Rottweiler Organisationen. Im Mittelpunkt standen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie konkrete Ideen für eine zukunftsfähige Entwicklung.
Geplant war das Jugendtreffen bereits im Jahr 2020. Wie Mitorganisatorin Angela Gessler bei der Abschlussveranstaltung im Stadtmuseum berichtete, verzögerte sich das Projekt jedoch durch die Corona-Pandemie, die politischen Unruhen in Belarus und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Teilgenommen haben Jugendliche aus den Rottweiler Partnerstädten Hyères und L’Aquila, aus Belarus – darunter Studierende im Exil in Polen und Litauen. Auch Jugendliche aus Japan, unter anderem aus Fukushima, dem Ort der Reaktorkatastrophe von 2011, haben teilgenommen. „Was die Teilnehmer alle eint, ist der Wunsch, aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken“, sagte Gessler.
In Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit Themen wie Klimawandel, nachhaltiger Stadtentwicklung, Inklusion und gesellschaftlichem Wandel. Unter Anleitung der Jugendkunstschule Kreisel entstanden unter anderem Windharfen, recycelte Solarmodule und ein beeindruckendes Mobile. Zudem lernten die Teilnehmer die Bio-Landwirtin und Landtagsabgeordnete Martina Braun kennen und tauschten sich mit Fachleuten aus der Region aus.
Zum Programm gehörten auch ein Besuch des Testturms sowie der alternative Stadtrundgang „Anders.Orte“, bei dem Einrichtungen wie das Solebad, der Weltladen, das Café Wunderfitz oder die Wärmestube vorgestellt wurden. Am vierten Tag beteiligten sich die Jugendlichen zudem an praktischen Arbeiten: Entlang des Neckars pflanzten sie Weidenschösslinge im Hinblick auf die geplante Landesgartenschau.
Zwischen den Programmpunkten nutzten die Teilnehmer auch Freizeitangebote, etwa in der Kletterhalle oder im Aquasol. Ferner setzten sie sich mit politischen Entwicklungen auseinander, etwa mit dem Erstarken rechtspopulistischer Strömungen in verschiedenen Ländern und der Frage, wie junge Menschen stärker politisch eingebunden werden können.
Projekt „Our Cities 2030“
- 23 Teilnehmende aus fünf Ländern
- Dauer: neun Tage in Rottweil
- Themen: Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Stadtentwicklung
- Organisiert von: Bürgerinitiative für eine Welt gegen atomare Bedrohung
- Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen
Ihre Ideen und Visionen hielten die Jugendlichen auf Plakaten fest, die derzeit im Alten Rathaus ausgestellt sind. Ein gemeinsam gestaltetes Mobile mit Origami-Kranichen – in Japan ein Symbol für Glück und Frieden – wurde mit Unterstützung des städtischen Bauhofs im Schwarzen Tor angebracht.
Beim Abschluss im Stadtmuseum berichteten Teilnehmer von ihren Erfahrungen. In einer von Konflikten geprägten Welt sei es wichtig, dass junge Menschen ihre Perspektiven einbringen können, hieß es. Der Austausch habe neue Impulse gegeben und gezeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit für die Zukunft sei.
Die Jugendlichen hinterließen auch sichtbare Spuren in der Stadt: Neben dem Mobile sollen die entstandenen Windharfen erhalten bleiben und bei der Landesgartenschau in zwei Jahren präsentiert werden. Die Ausstellung im Alten Rathaus ist in den kommenden Wochen zu sehen.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs)
- Beschlossen von den Vereinten Nationen
- Zieljahr: 2030
- Schwerpunkte: Klimaschutz, Bildung, Gleichberechtigung, nachhaltige Städte
- Grundlage vieler internationaler Projekte
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