Rottweil: Gemeinderatsfraktion beantragt Aus für Bürgerempfang in der Stadthalle

Bislang kamen rund 700 Gäste, die Stadt zahlte etwa 10.000 Euro – nun soll das Geld anderswo hin.

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Bild von der vollen Stadthalle beim jüngsten Empfang im Januar 2026. Foto: Peter Arnegger

Die Fraktionsgemeinschaft aus SPD und Forum für Rottweil (FFR) im Rottweiler Gemeinderat will den traditionellen Bürgerempfang im Januar in der Stadthalle künftig streichen. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Fraktion am 23. Juli bei Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf eingereicht hat. Zur Begründung verweist sie auf die Sparmaßnahmen der Stadt, die zuletzt vor allem Vereine, Sozialarbeit und Integrationsprojekte getroffen hätten.

Die Fraktionsgemeinschaft aus SPD und Forum für Rottweil (FFR) im Rottweiler Gemeinderat beantragt, künftig auf den jährlichen Bürgerempfang im Januar in der Stadthalle zu verzichten. Den Antrag haben Elke Reichenbach (FFR) und Dr. Jürgen Mehl (SPD) am 23. Juli an Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf gerichtet.

Beim Bürgerempfang blickt der Oberbürgermeister traditionell auf das vergangene Jahr zurück und stellt anstehende Projekte vor. Außerdem wird die Bürgermedaille an verdiente Bürgerinnen und Bürger verliehen. Der jüngste Empfang fand am 11. Januar 2026 in der Stadthalle statt. Der nächste Termin, den der Antrag betrifft, wäre demnach im Januar 2027.

Nach Angaben der Fraktion kommen zu der Veranstaltung rund 700 Gäste, darunter zahlreiche geladene Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Angehörige der Medaillenträger. Die Kosten beziffert die Fraktion auf rund 10.000 Euro.

In ihrem Antrag räumt die Fraktion ein, dass der Empfang grundsätzlich Gelegenheit zum Austausch biete. Die meisten Gäste begegneten sich aber ohnehin regelmäßig im beruflichen oder informellen Rahmen. Der Verzicht auf die Veranstaltung sei angesichts des städtischen Sparkurses ein Zeichen der Wertschätzung – sowohl gegenüber den städtischen Mitarbeitenden als auch gegenüber Vereinen und Initiativen.

Zur Begründung verweist die Fraktion auf weitere Einsparungen der Stadt: Das Stadtteilfest am Omsdorfer Hang falle in diesem Jahr aus Kostengründen aus, die Sozialarbeit dort und am Hegneberg sei stark reduziert worden, die städtische Integrationsarbeit sei komplett gestrichen. Auch die Bildungsarbeit in der Stadtbücherei sei eingestellt und Zuschüsse für Vereine gekürzt worden. Das treffe nach Einschätzung der Fraktion auch Bürgerinnen und Bürger, die in der Stadt ohnehin schon schwer Gehör fänden, und zwinge zahlreiche Vereine dazu, Angebote einzuschränken oder Projekte zu streichen. Das sorge trotz Verständnisses für die Sparzwänge für Unmut bei vielen ehrenamtlich Engagierten.

Vor diesem Hintergrund halte man es nicht für angemessen, eine Feier fortzuführen, an der nur ein kleiner und kaum junger Teil der rund 25.000 Einwohnerinnen und Einwohner Rottweils teilnehme, so die Fraktion. Für die Verleihung der Bürgermedaille schlägt sie einen kleineren Rahmen vor, etwa im historischen Ratssaal im Alten Rathaus. Die Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters könne stattdessen über eine breit gestreute Medienmitteilung ein ähnlich großes Publikum erreichen wie bisher der Empfang selbst.

Über den Antrag muss nun der Gemeinderat beziehungsweise das zuständige Gremium entscheiden. Wann das Thema auf die Tagesordnung kommt und wie Verwaltung und andere Fraktionen dazu stehen, ist bislang offen.

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