Einstimmiges Votum für die Kugelbahn

Engagierte Diskussion bei der Einwohnerfragestunde im Gemeinderat

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Der Plan für die Kugelbahn beim Hochturm. Grafik: Fa hochkant GmbH

Die Kugelbahn um den Hochturm kann gebaut werden. Der Rottweiler Gemeinderat hat dies gestern beschlossen. Zuvor gab es kontroverse Diskussionen – nicht im Rat, aber bei der Fragestunde zu Beginn der Sitzung mit Bürgerinnen und Bürgern.

Rottweil – Rund ein Dutzend Personen hatte sich im Neuen Rathaus eingefunden, als die Einwohnerfragestunde begann. Angela Imdahl, Anwohnerin der Hochturmgasse, betonte zunächst, sie habe nichts grundsätzlich gegen die Landesgartenschau. Aber bei der Kugelbahn an diesem Platz gebe es noch zu viele ungeklärte Fragen. Sie nannte unter anderem Lärmschutz, Verkehr und Folgekosten. Eine formale Beteiligung der Anlieger habe nicht stattgefunden. Die Beschlussfassung über diesen Punkt, forderte sie, müsse daher vertagt werden.

Andere Wortbeiträge sorgten sich um die Bäume, die unter dem starken Besucherandrang leiden müssten, aber auch um Fledermäuse. Und die von vielen, vor allem älteren Menschen als Ort der Ruhe genutzte Kapelle stehe dann im Mittelpunkt. Die Frage kam auf, ob dies nun ein Kinderspielplatz werden sollte oder eine Freizeitanlage. Lärm von Kinderspielplätzen sei kein Lärm, wurde das Bundes-Immisionsschutzgesetz (abgekürzt BImSchG) zitiert. Befürchtungen wurden laut, dass nun an diesem bisher ruhigen Fleck Alkohol und Drogen konsumiert würden. Auf das Thema Parken angesprochen, meinte OB Dr. Christian Ruf, die Eingänge zur Kugelbahn seien jeweils unten, also an der Flöttlinstorstraße (Nähe Mädelesbrunnen) und in der Neutorstraße. Da würde niemand zum Hochturm fahren, um dort oben zu parken.

Es handele sich um ein verfahrensfreies Vorhaben, erklärte Bürgermeisterin Ines Gaehn dazu. Und Oberbürgermeister Ruf stellte klar, dass „alle rechtlichen Normen“ geprüft worden seien. Vertagen von entscheidungsreifen Fragen allerdings, so betonte der OB, sei nicht sein Stil. Er räumte aber ein, dass durch die engagierten Stellungnahmen der Anliegerinnen und Anlieger eine gewisse Sensibilisierung im Rat festzustellen sei. So stellte er eine entsprechende Nutzungsordnung in Aussicht mit eingeschränkten Nutzungszeiten, er sprach von 8 bis 20 Uhr.

Bürgermeisterin und LGS-Geschäftsführerin Gaehn stellte auch den in der Ratsvorlage erwähnten Zeitplan in Frage, nach dem die Anlage bereits im Mai 2027 fertiggestellt sein solle.

Sie, OB Ruf, aber auch Rätinnen und Räte in der Diskussion, legten viel Wert darauf, dass die Anlage ein Punkt sei, um Besucher in die Stadt zu bringen. Elke Reichenbach (SPD+FFR) fand, die Kugelbahn sei eine Aufwertung der Anlage, die so „aus dem Dornröschenschlaf geweckt“ werde. Sie sei attraktiv für Familien. Wenn es allerdings extreme Lärmbelästigungen gebe, müsse man sich was einfallen lassen, um das zu unterbinden. Die anderen Fraktionssprecherinnen und –sprecher gaben ähnlich positive Stellungnahmen ab.

Es war daher wenig überraschend, dass der Beschluss, die „Kugelbahn auf dem Hochturmgelände auf Grundlage des vorliegenden Konzepts der hochkant GmbH“ umzusetzen, einstimmig erging. Worauf die Anlieger den Saal verließen.

Unseren ersten Bericht zur Kugelbahn finden Sie hier

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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