Am Berufsschulzentrum Rottweil können seit diesem Montag wieder mehr Schülerinnen und Schüler vor Ort lernen. Das Ingenieurbüro hat nach weiteren Messungen unter anderem den Rundbau und die Tiefgarage freigegeben. Der älteste Bauabschnitt bleibt dagegen abgeschottet, 60 Klassen- und Fachräume sind weiter nicht nutzbar.
Rottweil. Freigegeben sind nach Angaben des Landratsamts Rottweil inzwischen mehrere Bauabschnitte sowie Übergangs- und Flurbereiche. Dazu gehört der Rundbau, auf den sich Reinigung und Messungen zuletzt konzentriert hatten. Auch die gesamte Ebene 0 mit der Tiefgarage und den dazugehörigen Fluren darf wieder genutzt werden.
Die Werkstätten hatte das vom Landkreis beauftragte Ingenieurbüro bereits in der vergangenen Woche freigegeben. Mensa, Großer Saal und Kreissporthalle waren von den Sperrungen nie betroffen.
Bauabschnitt 1 bleibt abgeschottet
Vollständig gesperrt bleibt der Bauabschnitt 1 mit den Ebenen 1, 3 und 5. In diesem Gebäudeteil hatten die Messungen im September die erhöhten Asbestwerte ergeben, vor allem in den Toiletten.
Die Unterrichtsräume dort sind laut Landratsamt selbst nicht betroffen. Nutzen lassen sie sich trotzdem noch nicht: Zuerst müssen die Toilettenkerne abgeschottet werden. Erst danach können die angrenzenden Flure gereinigt, Bereiche voneinander getrennt und wieder zugänglich gemacht werden.
Durch die Sperrung fallen derzeit 60 Klassen- und Fachräume, fünf Vorbereitungs- und Schulungsräume sowie neun Toiletten aus. Einen Termin für die Freigabe nennt der Landkreis nicht. Ziel sei, auch in diesem Bauabschnitt „möglichst zeitnah“ Bereiche freizugeben.
Fachräume werden zu Theorieräumen
Um möglichst viele Klassen im Haus unterrichten zu können, nutzen die Schulen die freien Räume anders als sonst. Fachräume dienen laut Landratsamt vorübergehend als Theorieräume. Für alle reicht der Platz trotzdem nicht: Ein Teil der Klassen bleibt im Fernunterricht.
Welche Klassen zurückkehren und wie der Unterricht im Einzelnen organisiert ist, erfahren Schülerinnen, Schüler und Eltern direkt von den Schulleitungen. Im Berufsschulzentrum sind die Erich-Hauser-Gewerbeschule und die Nell-Breuning-Schule untergebracht.
Auch die Verpflegung soll wieder anlaufen, voraussichtlich ab Dienstag oder Mittwoch dieser Woche.
Was offen bleibt
Wie viele Schülerinnen und Schüler jetzt wieder vor Ort sind und wie viele weiter zu Hause lernen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Messwerte zu den freigegebenen Bereichen nennt das Landratsamt ebenfalls nicht.
Das gilt auch für die Tiefgarage. Sie hatte das Landratsamt Ende September noch zu den Bereichen gezählt, in denen es die Quelle der Belastung vermutete.
Zum Hintergrund
Bei Raumluftmessungen waren im September im Bauabschnitt 1 erhöhte Konzentrationen von Asbestfasern festgestellt worden. In elf von 47 Messpunkten lagen die Werte über 1000 Fasern pro Kubikmeter. Seit Beginn des Schuljahres stand das Berufsschulzentrum deshalb weitgehend leer, betroffen sind rund 3000 Schülerinnen und Schüler.
Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Heinz-Joachim Adam, sieht nach eigener Einschätzung keine realistische Gesundheitsgefahr. Saniert werden soll trotzdem, abschließend nach bisheriger Planung wohl in den Sommerferien 2027.
