Deutschland sucht seit 2017 systematisch nach einem Standort für ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll, und zwar den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit – so der gesetzliche Anspruch. Nun gibt es neue Zwischenstände im bisherigen Auswahlverfahren, einige Gegenden Deutschlands scheiden als geologisch ungeeignet aus. Die Region um Rottweil allerdings nicht.
Das erste Mal seit vier Jahren hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) jetzt einen neuen Arbeitsstand dieses Verfahrens veröffentlicht. In mehr als der Hälfte der Landkreise in Baden-Württemberg hat sich das infrage kommende Gebiet verkleinert – manche sind sogar gänzlich aus dem Verfahren ausgeschieden.
Rottweil ist zumindest teilweise noch im Standortauswahlverfahren. Für die Grünen im Kreis Rottweil eine ungute Sache. Der Ausstieg aus der Atomenergie sei zwar gelungen, ohne Blackouts oder zusätzliche Kohleverbrennung. „Aber der Atommüll ist nun einmal da und muss am Ende auch sicher gelagert werden. Umso wichtiger ist es, das Auswahlverfahren weiterhin konstruktiv, aber auch kritisch zu begleiten“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir Grünen haben uns stets und intensiv für ein wissenschaftsbasiertes und transparentes Standortauswahlverfahren wie dieses eingesetzt. Das ist kein Feld für politische Inszenierungen.“ Das erklären die Rottweiler Kreis-Grünen in einer Pressemitteilung.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hält es aktuell noch für möglich, dass die Geologie in der Region Rottweil für eine Einlagerung hochradioaktiven Mülls geeignet sein könnte. Damit ist Rottweil in Deutschland allerdings nicht allein: Weiterhin werden mehr als 40 Prozent des Bundesgebietes für ein Atommüllendlager in Betracht gezogen. Diese Fläche durchläuft in den kommenden drei Jahren weitere strenge Prüfschritte und wird so fortlaufend reduziert. Nur sehr wenige, potenziell besonders sichere Standorte werden dann für den nächsten Schritt einer übertägigen Erkundung vorgeschlagen. Über diesen Vorschlag entscheidet der Bundestag. „Rottweil kann sich darauf verlassen, dass diese Standortsuche Transparenz und maximale Sicherheit vorsieht. Eine kritisch-konstruktive Beteiligung vor Ort ist möglich und notwendig.‘
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