Beim Schramberger Werkzeugmaschinenbauer SW hat sich die Geschäftsführung verändert: Kai Pieronczyk, seit April 2023 kaufmännischer Geschäftsführer und Group CFO, ist zum 30. Juni ausgeschieden. Das Unternehmen teilte den Wechsel erst gut drei Wochen später mit. In die Geschäftsführung nachgerückt ist Wolfram Lohse, bislang Vice President Machines. Einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer nennt SW nicht.
Die Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH (SW) mit Sitz in Schramberg-Waldmössingen hat ihre Geschäftsführung neu aufgestellt. Kai Pieronczyk, kaufmännischer Geschäftsführer und Group CFO, hat das Unternehmen zum 30. Juni verlassen. Mitgeteilt hat SW das am 22. Juli.
Das Ausscheiden erfolge „im besten gegenseitigen Einvernehmen“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. CEO Stefan Weber wird darin mit Dank für Pieronczyks Engagement und die Zusammenarbeit zitiert. Gründe für den Weggang nennt SW nicht. Pieronczyk war im April 2023 zu dem Maschinenbauer gekommen und hatte dort auf Markus Schmolz folgt, der nach 21 Jahren ausgeschieden war. Zuvor hatte der Diplom-Betriebswirt die kaufmännische Verantwortung am chinesischen Standort eines deutschen Automobilzulieferers getragen.
Technikchef statt Finanzchef
Zeitgleich rückt Wolfram Lohse in die Geschäftsführung nach. Der bisherige Vice President Machines übernimmt die Verantwortung als CTO/COO, also für Technik und Betrieb. Die Geschäftsführung bleibt damit zwar dreiköpfig – sie besteht künftig aus Stefan Weber (CEO), Wolfram Lohse (CTO/COO) und Daniel Rieser (CSO) –, ein eigener kaufmännischer Geschäftsführer findet sich in dieser Aufstellung allerdings nicht mehr. Wer die kaufmännische Verantwortung künftig trägt, lässt die Mitteilung offen.
Personalwechsel in schwierigem Marktumfeld
Der Wechsel fällt in eine angespannte Phase für das Unternehmen und für den Maschinenbau insgesamt. Im Dezember 2025 hatten SW und der Betriebsrat ein Freiwilligenprogramm für bis zu 150 Beschäftigte am Hauptsitz in Waldmössingen vereinbart. Als Gründe nannten beide Seiten damals geopolitisch geprägte Marktunsicherheiten und den Strukturwandel in der Automobilindustrie – jener Branche, die für SW über Jahre der wichtigste Abnehmer war.
Die Beschäftigtenzahl spiegelt diese Entwicklung: Aktuell nennt das Unternehmen rund 1600 Mitarbeitende weltweit. In eigenen Angaben aus dem Jahr 2024 waren es noch etwa 1700.
Zum Unternehmen
SW ist 1995 aus dem Maschinen- und Anlagenbau der früheren Heckler & Koch GmbH beziehungsweise deren britischer Nachfolgestruktur hervorgegangen. Das Unternehmen stellt CNC-Bearbeitungszentren, Fertigungszellen und komplette Fertigungssysteme her und bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer bei mehrspindligen Bearbeitungszentren. Neben dem Automationsspezialisten SW Automation in Tettnang betreibt das Unternehmen Werke in den USA und China sowie Niederlassungen unter anderem in Frankreich, Italien, Polen, Ungarn, Mexiko, Korea, Indien und der Türkei. SW zählt zu den größten industriellen Arbeitgebern im Landkreis Rottweil.
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