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Das geplante Tierkrematorium, das an einem neuen Standort entstehen soll. Dieser soll aktuell noch nicht bekanntgegeben werden, er liegt laut dem Investor rund 20 Fahrminuten von Schramberg entfernt. Grafik: Animea

Aus für das Tierkrematorium in Sulgen: Was Tierhalter jetzt wissen müssen

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Rund 8.000 verstorbene Tiere werden jedes Jahr im Tierkrematorium in Sulgen betreut, vom Wellensittich bis zum Schäferhund. Viele Tierhalter aus dem Kreis Rottweil und weit darüber hinaus sind hier auf dem letzten Weg ihres Tieres begleitet worden. Jetzt schließt der Standort: Am 15. Oktober 2026 verlässt das Tierkrematorium Schwarzwald die Lise-Meitner-Straße 11.

Ein Aus sei das aber nicht, sagt Geschäftsführer Adrian Schmitt der NRWZ: „Wir verlassen die Region nicht, es geht ganz in der Nähe weiter.“ Der neue Standort liege nur rund 20 Fahrminuten entfernt. Wo genau, will das Unternehmen, das unter der Marke animea auftritt, noch nicht sagen. Erst sollen die laufenden organisatorischen und genehmigungsrechtlichen Schritte abgeschlossen sein.

Umzug nicht freiwillig

Freiwillig geht das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht. Hintergrund ist ein langjähriger Rechtsstreit mit dem Vermieter des Geländes. Er endete damit, dass das Krematorium die Räume verlassen muss. „Das ist für uns ein schmerzhafter Schritt“, sagt Schmitt.

Was sich für Tierhalter ändert

Für die Kunden soll sich möglichst wenig ändern. Ab dem 15. Oktober finden Beratung und persönliche Abschiednahme am neuen Standort statt. Die Abholung verstorbener Tiere bei Tierhaltern, Tierarztpraxen und Tierkliniken läuft weiter wie bisher. Die Telefonnummern bleiben gleich, die Preise laut Unternehmen ebenfalls.

Eine Änderung gibt es aber: Am neuen Standort darf zunächst nicht eingeäschert werden, bis die nötigen Genehmigungen vorliegen. In der Übergangszeit übernehmen das die konzerneigenen Tierkrematorien in Laudenbach an der Bergstraße und in Usingen im Taunus. „Wir geben die uns anvertrauten Tiere nicht an einen externen Dienstleister weiter“, betont Schmitt. Wegen der längeren Transportwege dauert es bis zur Rückgabe der Urne etwas länger: etwa 7 bis 10 Tage statt bisher 5 bis 7.

Das Team zieht mit

Die sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln alle an den neuen Standort. Pro Jahr betreut das Krematorium nach eigenen Angaben rund 4.000 Einzelkremationen, also Einäscherungen, bei denen die Halter die Urne ihres Tieres zurückbekommen. Dazu kommen etwa 4.000 Tiere in gemeinsamen, anonymen Einäscherungen. Die bieten vor allem Tierarztpraxen an, als Alternative zur Entsorgung über die Tierkörperbeseitigung.

Neuer Standort: größer und naturnah

Rund 800 Quadratmeter soll der neue Standort haben, deutlich mehr als bisher. Er liege naturnah und solle eher an ein ruhiges, hochwertiges Hotel erinnern als an einen Gewerbebetrieb. „Gerade beim Abschied von einem geliebten Tier sollen Menschen einen Ort vorfinden, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen“, sagt Schmitt. Etwa Mitte 2027 soll dort eine neue Kremationsanlage mit moderner Filtertechnik in Betrieb gehen, vorausgesetzt, die Genehmigung liegt vor. Zum Stand des Verfahrens macht das Unternehmen keine Angaben.

Ende einer Geschichte in Sulgen

In Sulgen endet damit voraussichtlich die Geschichte des Tierkrematoriums für immer. Gegründet hatte es Stefan Schindler vor etwa 15 Jahren. Laut Südkurier war es lange das einzige Tierkrematorium in der Region. 2018 übernahm die Tierklinik-Gruppe AniCura den Betrieb, seit März 2026 gehört er zu AnimaCare, einem Teil der französischen Bestattungsgruppe Funecap. Die Anlage wird von einer Fachfirma abgebaut. Auf die Betriebsgenehmigung hat das Unternehmen verzichtet, der Verzicht wird mit dem Auszug wirksam. Nach Einschätzung des Unternehmens wäre ein neues Tierkrematorium dort heute nicht mehr genehmigungsfähig. 

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