Das Tierkrematorium in Schramberg-Sulgen ist doch nicht zum 15. Oktober ausgezogen. Der Umzug an den neuen Standort in Deißlingen ist nach Angaben des Betreibers erst für das kommende Jahr geplant. Bis dahin können Tierhalter ihre verstorbenen Tiere weiter in der Lise-Meitner-Straße 11 abgeben. Eingeäschert wird dort allerdings nicht mehr.
Ende September hatte die NRWZ berichtet, dass die Tierkrematorium Schwarzwald GmbH den Standort in Sulgen zum 15. Oktober 2026 verlässt. So hatte es das Unternehmen, das unter der Marke animea auftritt, damals angekündigt. Dieser Auszug hat nach Angaben von Geschäftsführer Adrian Schmitt nicht stattgefunden. Ein verbindlicher Termin für den Umzug stehe noch nicht fest. Auf seiner Internetseite nennt das Unternehmen als voraussichtliches Ende in Schramberg das Jahresende 2026.
Neuer Standort in Deißlingen
Wohin das Krematorium zieht, hatte das Unternehmen im September noch nicht öffentlich machen wollen. Die NRWZ kannte den Ort, hat ihn auf Wunsch des Betreibers aber zunächst nicht genannt. Inzwischen ist er bekannt: Der neue Standort liegt in Deißlingen, rund 20 Fahrminuten von Sulgen entfernt. Er ist nach Angaben des Unternehmens noch nicht für Besuche geöffnet.
Auch in Deißlingen soll es zunächst nur Annahme, Beratung und Abschiednahme geben. Eingeäschert werden soll dort erst, wenn die nötige Genehmigung vorliegt. Einen Termin dafür nennt das Unternehmen nicht. Im September hatte Schmitt von etwa Mitte 2027 gesprochen. Mit dem Umzug soll der Standort in Schramberg nach Angaben von animea dauerhaft schließen.
Was in Sulgen weiterläuft
Bis auf Weiteres ist der Standort in der Lise-Meitner-Straße 11 für Kunden geöffnet, laut Internetseite montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Dort nimmt das Team verstorbene Tiere an, berät die Halter und begleitet die Abschiednahme. Wer sein Tier selbst bringen will, soll sich vorher abstimmen. Die Abholung bei Tierhaltern und Tierarztpraxen läuft nach Angaben des Unternehmens weiter. Die Telefonnummern bleiben gleich: 07422 9542615, kostenlos 0800 2642872.
Eingeäschert wird in Sulgen dagegen nicht mehr. Der Kremationsofen ist nach Angaben des Unternehmens inzwischen von einer Fachfirma vollständig zurückgebaut worden. Die Einäscherungen übernehmen die konzerneigenen Tierkrematorien in Laudenbach an der Bergstraße und in Usingen im Taunus.
Schmitt legt Wert auf diese Unterscheidung: Dass der technische Kremationsbetrieb beendet sei, heiße nicht, dass die Kundenbetreuung in Schramberg eingestellt wurde. Hintergrund seiner Bitte um Klarstellung: Der ursprüngliche Termin werde in der KI-gestützten Google-Suche inzwischen offenbar als vollzogene, dauerhafte Schließung dargestellt. Das sei falsch und könne dazu führen, dass Tierhalter sich nicht mehr melden.
Streit mit dem Eigentümer
Hinter dem Umzug steht ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Eigentümer des Gebäudes, Stefan Schindler. Er hatte der NRWZ Mitte Oktober gesagt, er habe die Räumungsklage in allen Instanzen gewonnen und warte auf den vollstreckbaren Titel des Oberlandesgerichts. Schindler will das Tierkrematorium nach der Übergabe des Gebäudes selbst weiterbetreiben. Wem die Kremationsanlage gehörte, ist zwischen beiden Seiten umstritten.
Für einen Neustart in Sulgen ist die Frage der Genehmigung entscheidend. Das Landratsamt Rottweil hatte der NRWZ mitgeteilt, dass nach einem wirksamen Verzicht auf die Genehmigung oder für den Wiederaufbau einer beseitigten Anlage eine umfassende neue Genehmigung nötig sei. Auf die bisherige Genehmigung hat animea nach eigenen Angaben verzichtet, wirksam werden soll der Verzicht mit dem Auszug. Wann das Gebäude übergeben wird, ist weiter offen.
Den jeweils aktuellen Stand zum Umzug veröffentlicht das Unternehmen auf seiner Internetseite.