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Farbgebung des neuen Landratsamts führt zu Diskussionen

Kreistags-Ausschuss Verwaltungsgebäude: Sechs Wochen hinter dem Plan

Ein Blick auf die Baustelle des Landratsamts. Fotos: wede
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Der Bau des neuen Landratsamts liegt zeitlich sechs Wochen hinter dem Plan. Dies erfuhren die Mitglieder des Kreistags-Ausschusses für das Verwaltungsgebäude am Montag.

Rottweil – Dafür liegen die bislang aufgelaufenen Mehrkosten im Rahmen dessen, was vorsorglich eingeplant war. Das sind 1,6 Millionen Euro für Mehrkosten bei der Integrierten Leitstelle, für Zusatzforderungen beim Trockenbau sowie Mehrkosten aus Estrichgutachten. Der vom Kreistag beschlossene „Puffer“ für unvorhergesehene Mehrkosten liegt bei zehn Millionen Euro.

Beraten und beschlossen hat der Ausschuss auch die Bemusterung der Fassade des neuen Gebäudes. Projektleiter H. Müller vom Planungsbüro Drees & Sommer stellte die Farbgebung vor. Das Grau des Holzes nehme die dominierende Rolle in der Fassade ein. Der rote Farbton des Schwarzwälder Buntsandsteins, wie er auch viel in der Rottweiler Innenstadt zu sehen sei, wurde dort auch vorgesehen, hier beim Betonsockel der braunen Aluminium-Fenster.

Die Farbgebung ist beim Landratsamt zu sehen – mit diesem „Fassaden-Mock-up“.

„Friss oder stirb“

Zu Beginn der Aussprache beklagte sich Thomas Haas, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, über das Vorgehen der Verwaltung und der Projektleitung beklagt: Der Ausschuss habe Farbmuster vorgesetzt bekommen ohne Alternativen. Mit der Anmerkung, dass eine Änderung der Farben den Bau weiter verzögern müsse. „Wir haben heute gar nichts zu entscheiden“, war sein Fazit daraus. Jetzt heiße es für den Ausschuss „Friss oder stirb“.

Kreisrat Dr. Christian Ruf, Rottweils OB, erklärte für die CDU-Fraktion, ihm gefalle das Vorgehen auch nicht. Aber die Gestaltungssprache sei überzeugend, der gewählte Farbton wirke seriös. Im Gegensatz dazu Markus Huber (FWV): „Mir gefällt die Farbgebung nicht!“ Die Mehrheit stimmte dann für die vorgeschlagenen Fassadenmaterialien und die Farbgebung.

Weiteres Vorgehen

Laut Plan werde der Rohbau im Dezember dieses Jahres fertig, berichtete Müller. Die Verzögerung betrage sechs Wochen – die Decke über dem Untergeschoss hätte laut Plan im März fertig sein müssen. Zwei Wochen könne man aufholen, fand Landrats-Stellvertreter Hermann Kopp, der die Sitzung in der „landratsfreien Zeit“ leitete.

Nun sei das Vergabepaket 4 mit Trockenbau, Estrich und Doppelboden, Innenfassade des Atriums sowie Innengerüste an der Reihe. Dies werde laut Plan am 11. Mai veröffentlicht. Das nächste Paket (Freianlagen, Schlosserarbeiten für Stahltüren sowie Verbindungsgebäude mit Fassade) solle laut Plan vom Ausschuss am 20. Juli beschlossen werden. Das sechste Vergabepaket solle noch in diesem Jahr beschlossen werden mit dem Ziel einer Vergabe noch vor Weihnachten.

Die Arbeiten am Parkhaus sollen in diesem Sommer beginnen.

Autor / Quelle:Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.
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