Was macht ein Oberbürgermeister den ganzen Tag? Welche juristischen Fragen landen auf seinem Schreibtisch? Und wie läuft das eigentlich mit einem Bebauungsplan für einen 246 Meter hohen Turm? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen die neuen Rechtsreferendarinnen und -referendare des Landgerichts Rottweil in Begleitung des Landgerichtspräsidenten bei ihrem Besuch im Alten Rathaus – persönlich vom Oberbürgermeister.
Rottweil – Dr. Christian Ruf, selbst Volljurist, nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem juristischen Nachwuchs, der zum 1. Oktober seinen Dienst im Landgerichtsbezirk Rottweil angetreten hat. Begleitet wurden die Referendarinnen und Referendare vom Präsidenten des Landgerichts Florian Diekmann sowie der Ausbildungsleiterin Vorsitzende Richterin am Landgericht Sarah Hakenbeck-Rottner.
In lockerer Atmosphäre erkundigte er sich zunächst nach deren Herkunft und Studienorten, bevor er Einblicke in seinen eigenen beruflichen Werdegang gab. Vor seiner Zeit in der Kommunalpolitik war der Oberbürgermeister in einer renommierten Wirtschaftskanzlei in Frankfurt tätig – eine Erfahrung, die ihm die Vielseitigkeit juristischer Berufsfelder eindrücklich vor Augen geführt habe. Diese Vielfalt, so Dr. Ruf, mache den Beruf des Juristen besonders reizvoll.
Natürlich ging es auch um Rottweil selbst – und um das, was die Stadt aktuell bewegt. Rottweil, mit rund 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, habe sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Der Oberbürgermeister, derzeit der einzige Volljurist der Stadtverwaltung Rottweil, sprach über wichtige Bauvorhaben inder Stadt wie den Testurm, die Hängebrücke oder die neue Justizvollzugsanstalt mit 502 Haftplätzen, die für Rottweil nicht nur neue Einwohner, sondern auch viele Arbeitsplätze bringt. Auch für das Landgericht Rottweil dürfte die neue JVA mit positiven Veränderungen verbunden sein. Da das Landgericht für die rechtlichen Anliegen der Inhaftierten zuständig sein wird, wird angesichts der Größe der zukünftigen Jusizvollzugsanstalt einer zusätzlichen Strafvollstreckungskammer beim Landgericht notwendig sein, was zugleich eine Stärkung des Justizstandorts Rottweil bedeutet.
Der Präsident des Landgerichts, Florian Diekmann, dankte Oberbürgermeister Dr. Ruf für die spannenden Einblicke in die kommunale Praxis und betonte in seinem Grußwort: „Das Referendariat ist eine wertvolle Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszublicken. Gerade Gespräche wie dieses zeigen, wie juristische Arbeit auch außerhalb von Gerichten und Kanzleien konkret wirkt.“ Diese Begegnung sei nicht nur fachlich bereichernd und gebe die einzigartige Möglichkeit, das Zusammenspiel von Recht und Verwaltung praxisnah zu erleben. Sondern sie sei auch Ausdruck der Wertschätzung der Stadt für den juristischen Nachwuchs und den Justizstandort Rottweil.
Die angehenden Juristinnen und Juristen haben zu Beginn ihrer zweijährigen Ausbildung Stationen in den Zivilabteilungen des Landgerichts oder der Amtsgerichte des Bezirks vor sich, gefolgt von Einsätzen bei der Staatsanwaltschaft, bei Rechtsanwälten sowie in der Verwaltung. Die Stadt Rottweil bietet selbst
Ausbildungsplätze für die Verwaltungsstation an – ein Angebot, auf das Dr. Ruf ausdrücklich hinwies.
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