Die Gemeinde Villingendorf führt auf ihrer Internetseite einen KI-Bürgerlotsen ein. Der digitale Assistent soll rund um die Uhr Fragen zu Öffnungszeiten, Zuständigkeiten, Formularen, Fristen und Gebühren beantworten – nach Angaben der Gemeinde in mehr als 80 Sprachen.
Villingendorf – Wer wissen will, welches Amt zuständig ist, welches Formular gebraucht wird oder was ein Verwaltungsvorgang kostet, soll die Antwort künftig auch außerhalb der Rathaus-Öffnungszeiten bekommen. Dafür setzt die Gemeinde Villingendorf auf eine KI-Anwendung, die sie KI-Bürgerlotse nennt. Das teilt die Gemeindeverwaltung mit. Nach ihrer Darstellung ist es eines der ersten Angebote dieser Art im Landkreis Rottweil.
Der Assistent soll nicht nur Auskünfte geben, sondern auch zum passenden Online-Dienst führen. Davon gibt es laut Gemeinde inzwischen 176: So viele Verwaltungsleistungen lassen sich über die Internetseite der Gemeinde digital nutzen, darunter Anträge, die ohne Gang ins Rathaus gestellt werden können.
Entlastung bei Standardanfragen
Die Verwaltung verspricht sich von dem System auch Entlastung im eigenen Haus. Standardanfragen könnten schneller beantwortet werden, heißt es in der Mitteilung. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibe dadurch mehr Zeit für individuelle Anliegen und Beratungsgespräche.
Türk: KI ersetzt den Kontakt im Rathaus nicht
Bürgermeister Marcus Türk nennt den KI-Bürgerlotsen „eine sinnvolle Ergänzung unseres Bürgerservices“. Zugleich betont er: „Künstliche Intelligenz ersetzt nicht den persönlichen Kontakt im Rathaus, sondern ergänzt ihn.“ Die Beschäftigten der Gemeindeverwaltung blieben auch künftig die wichtigsten Ansprechpartner für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.
Was die Gemeinde bislang nicht mitteilt
Die Gemeinde erklärt, das System erfülle hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit. Welcher Anbieter dahintersteht, wo die Eingaben verarbeitet und wie lange sie gespeichert werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Offen bleibt auch, ab wann genau der Assistent freigeschaltet ist und was die Gemeinde dafür bezahlt.
Für Nutzerinnen und Nutzer gilt bei solchen Systemen generell: KI-Assistenten können fehlerhafte oder unvollständige Antworten geben. Bei Fristen, Gebühren und Anträgen empfiehlt es sich im Zweifel, direkt im Rathaus nachzufragen.
