Landesehrennadeln für Johannes Romer und Jochen Auber

Beim Neujahrempfang in Eschbronn

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Bei der Ehrung (von links): Bürgermeister Franz Moser, Jochen und Silvia Auber, Christina und Johannes Romer. Foto: him

Im Rahmen des ersten Eschbronner Neujahrsempfang hat Bürgermeister Franz Moser auch zwei verdienten Bürgern die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg angesteckt. Dem langjährigen Dirigenten des Musikvereins Locherhof und dem Mitgründer von Bürger für Eschbronn Jochen Auber hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann diese Auszeichnung verliehen.

Eschbronn. Bei Ehrungen könne man es so machen, wieder US-Präsident: Der hänge sich die Medaillen einfach selbst um den Hals. Normalerweise gehöre „ein großes Maß an Demut“ zu den Charaktereigenschaften von Geehrten, meinte Moosmann.

Neujahrsempfang in Eschrbonn. Foto: him

Dirigent seit 40 Jahren

Bei Johannes Romer könne man nur staunen „über eine unglaubliche Lebensleistung im Ehrenamt“: Romer dirigiert nämlich seit nunmehr 40 Jahren den Musikverein Locherhof. Als die Familie vor 50 Jahren dorthin zog, sei sogleich ein Vertreter vom Musikverein vor der Türe gestanden und habe Romers Eltern aufgefordert, einer der Söhne müsse dem Musikverein beitreten. Tuba und Schellenbaum seien noch frei. Johannes sei tatsächlich beigetreten, allerdings als Klarinettist, hatte Moser von Romers Mutter erfahren..

Bereits mit 19 übernahm er den Dirigentenstab und blieb bis heute dem Verein als Dirigent treu. In dieser Zeit habe es drei Bürgermeister gegeben – und der VfB Stuttgart sage und schreibe 39 Trainer beschäftigt.

Bürgermeister franz Moser. Foto: him

Neben der Musik habe sich Romer auch in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert und den CVJM wiedergegründet und viele Jahre als Vorsitzender geleitet. Als Musiklehrer am Schramberger Gymnasium habe Romer Blasorchester-Ensembles und Chöre und die legendäre Big Band initiiert und geleitet.

Moser hob die Persönlichkeit von Romer hervor. In einem Interview habe er mal erklärt, ihm sei der Mensch wichtiger als die Musik. Er sei jemand, der auf seine Mitmenschen zugehe, mitleide und sich mitfreue. Dass er nicht zu einem größeren Orchester gewechselt sei, das zeige Romers Heimatverbundenheit.

BüfE-Gründer Jochen Auber

Der zweite Geehrte, Jochen Auber ist unter anderem einer der Gründer von Bürger für Eschbronn, kurz BüfE, ein Büffet, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und ihr Engagement einbringen können. In den vergangenen elf Jahren sei BüfE „zu einer wirklichen Erfolgsgeschichte geworden“, so Bürgermeister Moser.

Er erinnerte an den Umbau der ehemaligen Milchsammelstelle in den Dorfladen oder die Seniorenausfahrten, die inzwischen sechs Mal im Jahr stattfinden. Auch das neue Logo und Corporate Design von Eschbronn mit dem Spruch „Aus zwei wird meins“ sei dank BüfE entstanden. Auber habe die Initiative vorangetrieben und Verantwortung übernommen. So sei der Dorfladen – „ein Projekt ohne eingebaute Erfolgsgarantie“ – von Auber vorangertrieben worden. Heute sei es ein landesweit beachtetes Modellprojekt mehr. 

Auber habe auch 15 Jahre dem Gemeinderat angehört, zunächst ohne selbst kandidiert zu haben. Er sei aber von den Wählerinnen und Wählern auf den Stimmzettel geschrieben worden. Insbesondere wegen seiner Sozialkompetenz sei er „eine sehr große Bereicherung“ im Gemeinderat gewesen, betonte Moser.

In seinen Dank schloss er auch die Ehefrauen Christina Romer und Silvia Auber ein. Diese hätten ihren Männern ihr Engagement ermöglicht.

Jubiläums-Polka

Auf der Bühne spielte der Musikverein ganz ohne Dirigenten eine Polka. Romer und seine Gattin eilten zur Bühne und sangen lauthals mit dem Orchester „Komm, lasst uns fröhlich sein“, fleißig beklatscht vom Publikum.

Dass der Verein das auch ohne Dirigenten schaffe, sei kein Wunder. Romer habe diese Jubiläumspolka ja selbst komponiert, erzählte Moser lachend.

Christina und Johannes Romer singen „Komm lasst uns fröhlich sein…“ Foto: him

Der Hubertusschlüssel

Zum Schluss erwähnte Moser noch die Geschichte vom „Hubertusschlüssel“: Wen jemand im Mittelalter von einem wilden Tier gebissen wurde, dem legte man einen Hubertusschlüssel auf die Wunde. In Mariazell sei ein solcher verwahrt worden. Die Leute kamen von weit her, um diesen Schlüssel – gegen Gebühr versteht sich – auszuleihen.

Ein gebackener Hubertusschlüssel als Andenken. Foto: him

Den Schlüssel erhitzte man und legte ihn auf die Wunde. Ob es medizinisch ok war, wisse er nicht, so Moser. „Aber als Geschäftsmodell war es erfolgreich.“ Als kleinen Glücksbringer erhielten alle Besucher einen gebackenen Hubertusschlüssen für den Nachhauseweg und dazu die besten Wünsche für Gesundheit, Erfolg und „vor allem Frieden und ein gutes Miteinander“.

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