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Neue Ortsmitte für Mariazell: Bushaltestelle zieht um, Rathausplatz soll Treffpunkt werden

Die Pläne hängen bis 16. Oktober im Rathaus aus. Die Gemeinde Eschbronn sieht sich mit dem Projekt finanziell an der Belastungsgrenze.

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Die Gemeinde Eschbronn will den Ortskern von Mariazell umbauen: Die Bushaltestellen an der Hauptstraße sollen in die Pfarrgasse verlegt werden, der Rathausplatz soll vom Parkplatz zum Treffpunkt werden. Bis einschließlich 16. Oktober hängen die Pläne im Rathaus aus. Noch im Oktober soll der Gemeinderat entscheiden.

Eschbronn-Mariazell – Pfarrgasse, Rathausplatz, Hauptstraße: Um diese drei Bereiche geht es beim Sanierungsprojekt „Mariazell Ortsmitte“, das die Gemeinde Eschbronn jetzt in die nächste Phase bringt. Das Rathaus hat dazu den aktuellen Planungsstand veröffentlicht. Die Gemeinde mit ihren beiden Ortsteilen Mariazell und Locherhof und rund 2000 Einwohnern nennt als Ziele mehr Verkehrssicherheit, eine bessere Erschließung, neue Aufenthaltsbereiche und zusätzlichen Wohnraum.

Der Bus hält künftig in der Pfarrgasse

Die spürbarste Änderung betrifft den Verkehr. Die Bushaltestellen an der Hauptstraße sollen wegfallen. An ihre Stelle tritt eine zentrale Haltestelle in der Pfarrgasse. Dadurch entsteht nach Angaben der Gemeinde der Platz, um zwischen dem Rathaus und dem früheren Standort von Mode Preuss eine Querungshilfe über die Hauptstraße zu bauen.

Die Pfarrgasse selbst soll zwischen dem Rathausplatz und der Zufahrt zur Mühlbachhalle zur Einbahnstraße werden. Für die Hauptstraße sieht die Planung zwischen Lange Gasse und Brücke Tempo 30 vor.

Noch nicht entschieden ist ein weiterer Punkt: Die Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg, die den Entwurf erarbeitet hat, schlägt einen Fußgängerüberweg von der Pfarrgasse zu den Parkplätzen an der Eschbachstraße vor. Ob er kommt, hängt vom Landratsamt Rottweil ab. Die Behörde zählt dort nach Angaben der Gemeinde derzeit den Verkehr und prüft, ob das Aufkommen die rechtlichen Voraussetzungen für einen Zebrastreifen erfüllt.

Schwesternhaus weicht, Wohnungen auf dem Kindergartengelände

Zwei Gebäude sollen dem Umbau weichen. Das ehemalige Schwesternhaus wird abgebrochen, damit die Pfarrgasse ausgebaut werden kann. Auch das Kindergartengebäude samt Gelände soll zurückgebaut werden. Dort will die Gemeinde Wohnungen mitten im Ort ermöglichen.

Verschoben hat sich im Lauf der Planung der vorgesehene Platz: Er war ursprünglich auf dem Grundstück des Schwesternhauses gedacht und ist nun vor dem Eingang der Mühlbachhalle und des Gemeindehauses St. Markus geplant. In diesem Bereich ist laut Mitteilung auch Raum für Einrichtungen des Gemeinbedarfs vorgesehen.

Weniger Parkplätze vor dem Rathaus

Der Rathausplatz dient heute als Parkplatz. Künftig sollen dort weniger Autos stehen, damit der Platz als Treffpunkt genutzt werden kann. Als Ausgleich sind neue Stellplätze in der Verlängerung des Dorfladens und an der Zufahrt zur Mühlbachhalle eingeplant.

Gemeinde sieht sich an der Belastungsgrenze

Die nötigen Grundstücke hat die Gemeinde nach eigenen Angaben weitgehend erworben. Geld kommt aus dem Landessanierungsprogramm; zusätzlich seien 800.000 Euro aus dem Ausgleichstock bewilligt worden, heißt es aus dem Rathaus.

Zur Einordnung: Im Mai 2025 hatte das Land der Gemeinde 800.000 Euro aus der Städtebauförderung für das damals neue Projekt zugesagt. Ende Juli 2026 teilte das Regierungspräsidium Freiburg mit, dass auch Mittel aus dem Ausgleichstock in die Mariazeller Ortsmitte fließen. Was der Umbau insgesamt kosten soll, nennt die Gemeinde in ihrer Mitteilung nicht.

Offen spricht sie dagegen über ihre Lage: Trotz der Zuschüsse sei das Vorhaben eine sehr große finanzielle Herausforderung. Nach den Investitionen der vergangenen Jahre seien die Eigenmittel stark begrenzt, hinzu komme die aktuelle Entwicklung der Gemeindefinanzen. Eschbronn gehe mit dem Projekt „erneut an ihre Belastungsgrenze“.

So geht es weiter

Die Planung war bereits Thema einer Einwohnerversammlung am 12. Mai 2026. Seither wurden die Pläne überarbeitet. Vor den nächsten Beschlüssen wolle man der Öffentlichkeit nochmals Gelegenheit geben, sich zu informieren und mitzuwirken, schreibt Bürgermeister Franz Moser. Die bislang favorisierte Verkehrsplanung trägt die Bezeichnung „Variante 1“ und stammt vom 29. Juni 2026.

Der Gemeinderat soll voraussichtlich noch im Oktober über die Gestaltungs- und Verkehrsplanung entscheiden. Dieser Beschluss wäre der Auftrag für die detaillierte Ausbauplanung. Ziel der Gemeinde ist es, im kommenden Jahr mit ersten Bauarbeiten zu beginnen.

Info: Hier sind die Pläne zu sehen

Die Planunterlagen hängen seit 28. September und noch bis einschließlich Freitag, 16. Oktober 2026, im Rathaus Eschbronn, Hauptstraße 8, aus. Bürgerinnen und Bürger können sich dort über den Stand informieren und ihre Anregungen einbringen.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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