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Rottweil: Drei Schulhunde helfen am Droste-Hülshoff-Gymnasium

Lehrer Kai Marcel Müller zog von Schorndorf nach Rottweil. Fürs nächste Schuljahr ist eine freiwillige „Hunde-AG“ im Gespräch.

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Lesezeit 3 Min.
Kai Marcel Müller mit seinem Golden Retriever. Foto: Johannes Dürr

Schulhunde sind noch Seltenheit in Rottweil – am Droste-Hülshoff-Gymnasium (DHG) kommen gleich drei Hunde in Unterricht und Hausaufgabenbetreuung im Einsatz. Ein Golden Retriever, ein Zwergpudel und ein kleiner Mischling helfen den Schülerinnen und Schülern seit kurzem im Klassenzimmer und im Selbstlernzentrum. Und die Kinder? Sind schlichtweg begeistert.

Kai Marcel Müller mit seinem Golden Retriever – Rottweil
Kai Marcel Müller mit seinem Golden Retriever. Foto: Johannes Dürr

Kai Marcel Müller befasst sich beruflich vorwiegend mit Mathe, Chemie, NWT und Informatik – doch ein großer Teil der Freizeit gehört seinem Golden Retriever. Jahrelange Ausbildungen hat seine Hündin seit der Welpenschule durchlaufen, von der Grunderziehung über die Leinenführung bis hin zur Besuchshundeausbildung ist es ein weiter Weg.

Da nicht jede Schulleitung dem Thema Hund gleich zugewandt ist, zogen Müller und seine Frau von Schorndorf kurzerhand in den Süden. Am Rottweiler DHG waren Rektor und Kollegium zugetan, jeden Dienstag arbeitet Müller im Unterricht mit hündischer Unterstützung. Sein Golden Retriever sorgt für anhaltende Begeisterung, deutlich mehr Ruhe und hilft, die Aufmerksamkeit im Klassenzimmer zu fokussieren.

Ruhe und Regeln sind wichtig

Feste Regeln für den Einsatz des Tieres, den Schutz von Hund und Kindern sind hier ebenso unerlässlich wie im Selbstlernzentrum, wo Maxine Hummel außerhalb ihres Deutsch- und Französischunterrichts auch bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützt.

Wöchentlich an einem Tag mit von der Partie sind ihre beiden „SLZ-Hunde“ Roka und Milou. Ob sie sich einem besonders unruhigen Kind zu Füßen legen oder einen Beutel mit Vokabelkärtchen holen – die beiden vierbeinigen Hilfskräfte sind überaus beliebt.

Eine dritte Kollegin der beiden hatte ihren Hund bislang nur beim Wandertag dabei. Für das nächste Schuljahr stehen indes schon erste Überlegungen zu einer freiwilligen „Hunde-AG“ im Raum. Der Zuspruch dürfte gewaltig sein. 

Maxine Hummels Hund Roka in Aktion am SLZ – Rottweil
Maxine Hummels Hund Roka in Aktion am SLZ. Foto: privat

Ohne Zustimmung geht nichts

Der therapeutische Nutzen von Heimtieren und Begleithunden ist seit den sechziger Jahren erforscht, im Schulalltag tauchen Hunde in Deutschland erst in den letzten Jahren vermehrt auf. Bislang existiert in Baden-Württemberg keine einheitliche gesetzliche Regelung für den Einsatz von Hunden im Schulalltag. Für Basisinformationen verweisen Kenner meist auf die Handreichung des Staatlichen Schulamtes in Backnang.

Grundsätzlich gilt: Für hundegestützte Arbeit in der Schule wird die Zustimmung der Schulleitung benötigt, am besten sind auch Elternbeirat, Schulkonferenz und alle schulischen Partner wie Hausmeister und Reinigungspersonal informiert und involviert.

Autor / Quelle:Johannes Dürr (jd)
... M.A., begleitet die NRWZ seit ihrer Gründung 2004 mit Rat, Tat und Text. Der studierte Industriehistoriker und Anglist bringt eine fundierte Perspektive auf Wirtschaft und Kommunikation mit. Als Mitbegründer einer der großen Unternehmens- und Kommunikationsberatungen im Ländle befasst er sich seit Jahrzehnten mit mittelständischen und großen Unternehmen. Er begleitet Organisationen in Konflikten und Veränderungsprozessen – strategisch, kommunikativ und menschlich. Privat engagiert sich der ausgebildete systemische Berater, Moderator, Coach und Wirtschaftsmediator ehrenamtlich in der Demokratieförderung, etwa als Mitgründer des Soolbad Clubs. In Rottweil trifft man ihn mit einer seiner Bands auf der Bühne oder unterwegs auf zwei Rädern – wie beim Schreiben gilt auch hier: Hauptsache mit Leidenschaft.

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