Schulhunde sind noch Seltenheit in Rottweil – am Droste-Hülshoff-Gymnasium (DHG) kommen gleich drei Hunde in Unterricht und Hausaufgabenbetreuung im Einsatz. Ein Golden Retriever, ein Zwergpudel und ein kleiner Mischling helfen den Schülerinnen und Schülern seit kurzem im Klassenzimmer und im Selbstlernzentrum. Und die Kinder? Sind schlichtweg begeistert.

Kai Marcel Müller befasst sich beruflich vorwiegend mit Mathe, Chemie, NWT und Informatik – doch ein großer Teil der Freizeit gehört seinem Golden Retriever. Jahrelange Ausbildungen hat seine Hündin seit der Welpenschule durchlaufen, von der Grunderziehung über die Leinenführung bis hin zur Besuchshundeausbildung ist es ein weiter Weg.
Da nicht jede Schulleitung dem Thema Hund gleich zugewandt ist, zogen Müller und seine Frau von Schorndorf kurzerhand in den Süden. Am Rottweiler DHG waren Rektor und Kollegium zugetan, jeden Dienstag arbeitet Müller im Unterricht mit hündischer Unterstützung. Sein Golden Retriever sorgt für anhaltende Begeisterung, deutlich mehr Ruhe und hilft, die Aufmerksamkeit im Klassenzimmer zu fokussieren.
Ruhe und Regeln sind wichtig
Feste Regeln für den Einsatz des Tieres, den Schutz von Hund und Kindern sind hier ebenso unerlässlich wie im Selbstlernzentrum, wo Maxine Hummel außerhalb ihres Deutsch- und Französischunterrichts auch bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützt.
Wöchentlich an einem Tag mit von der Partie sind ihre beiden „SLZ-Hunde“ Roka und Milou. Ob sie sich einem besonders unruhigen Kind zu Füßen legen oder einen Beutel mit Vokabelkärtchen holen – die beiden vierbeinigen Hilfskräfte sind überaus beliebt.
Eine dritte Kollegin der beiden hatte ihren Hund bislang nur beim Wandertag dabei. Für das nächste Schuljahr stehen indes schon erste Überlegungen zu einer freiwilligen „Hunde-AG“ im Raum. Der Zuspruch dürfte gewaltig sein.

Ohne Zustimmung geht nichts
Der therapeutische Nutzen von Heimtieren und Begleithunden ist seit den sechziger Jahren erforscht, im Schulalltag tauchen Hunde in Deutschland erst in den letzten Jahren vermehrt auf. Bislang existiert in Baden-Württemberg keine einheitliche gesetzliche Regelung für den Einsatz von Hunden im Schulalltag. Für Basisinformationen verweisen Kenner meist auf die Handreichung des Staatlichen Schulamtes in Backnang.
Grundsätzlich gilt: Für hundegestützte Arbeit in der Schule wird die Zustimmung der Schulleitung benötigt, am besten sind auch Elternbeirat, Schulkonferenz und alle schulischen Partner wie Hausmeister und Reinigungspersonal informiert und involviert.