Mit „Hilfsnah“ will Alexander Rettinger Menschen in Schiltach und Schenkenzell zusammenbringen, die Unterstützung brauchen oder anbieten möchten. Noch steht das Freizeitprojekt am Anfang: Bislang gibt es drei Testkonten und zwei Anzeigen. Nun sucht der Entwickler weitere Mitstreiter für die Testphase.
Schiltach/Schenkenzell. Beim Einkaufen helfen, im Garten mit anpacken oder eine Frage zum Handy beantworten: Alexander Rettinger aus Schiltach möchte Nachbarschaftshilfe leichter zugänglich machen. Dafür hat der hauptberufliche Einrichter in seiner Freizeit die Plattform „Hilfsnah“ entwickelt. Sie richtet sich an Menschen in Schiltach und Schenkenzell und lässt sich über den Browser auf dem Smartphone oder Computer nutzen. Eine Installation aus einem App-Store ist nicht nötig.
„Jeder braucht mal Hilfe, sei es beim Umzug, im Garten oder mit dem Handy“, erklärt Rettinger. Gleichzeitig gebe es Nachbarn, die gern helfen würden, aber nicht wüssten, wer gerade Unterstützung benötige. Sein Angebot soll beide Seiten direkt im Ort zusammenbringen.
Drei Testkonten, noch keine vermittelte Hilfe
Seit dem 19. Oktober läuft die Testphase. Die bisherige Resonanz beschreibt Rettinger offen: Es gebe drei Konten von Testern, alle aus Schiltach, und zwei Anzeigen. Eine abgeschlossene, über die Plattform vermittelte Hilfe gibt es bislang nicht. „Deshalb suche ich gerade Nachbarn, die mitmachen.“
Nach der Anmeldung können Nutzer um Hilfe bitten, Unterstützung anbieten oder Gegenstände verleihen, verschenken und tauschen. Über einen Chat lassen sich Einzelheiten besprechen und Verabredungen treffen. Die Startseite bietet dafür getrennte Bereiche für Hilfegesuche, Hilfsangebote und die Weitergabe von Gegenständen.
Mitmachen können Menschen ab 18 Jahren. Wer sich unter hilfsnah.com/warteliste einträgt, erhält laut Rettinger sofort eine Einladung per E-Mail und kann anschließend ein Konto anlegen. Die Testphase ist zunächst bis zum 29. November vorgesehen; auf der Anmeldeseite wird auch darauf hingewiesen, dass danach sämtliche Testdaten gelöscht werden.
Ältere Menschen zu erreichen, bleibt eine Herausforderung
Gedacht sei Hilfsnah für alle, besonders aber für ältere Menschen, die nicht mehr alles allein bewältigen könnten, sagt Rettinger. Gerade diejenigen zu erreichen, die wenig mit dem Handy umgehen, sei allerdings die größte Herausforderung.
Bisher hat er Flyer verteilt. Außerdem hofft er auf Kinder, Enkel und Nachbarn, die beim Anmelden unterstützen. „Eine gute Lösung dafür habe ich noch nicht, das ist eine der Fragen, die ich in der Testphase klären möchte.“
Zum Schutz vor Missbrauch können Nutzer nach seinen Angaben andere Personen melden oder sperren. Meldungen erreichten ihn unmittelbar. Bewertungen seien erst nach einer tatsächlich abgeschlossenen Hilfe möglich. Den Standort nutze die Plattform nur mit Zustimmung; Nutzer könnten ihre Daten herunterladen und ihr Konto selbst löschen. Auf Tracking und die Weitergabe von Daten verzichte das Angebot, erklärt Rettinger.
Finanzierung bislang aus eigener Tasche
Die laufenden Kosten trägt der Entwickler derzeit selbst. Für die Nutzer soll Hilfsnah dauerhaft kostenlos bleiben. Während das Angebot derzeit nach seinen Angaben werbefrei ist, nennt Rettinger für die spätere Finanzierung neben regionalen Förderern auch deutlich gekennzeichnete Hinweise örtlicher Betriebe als Möglichkeit – ohne Tracking. Entschieden sei darüber noch nichts.
Nach der Testphase möchte er die Rückmeldungen auswerten und die rechtlichen Texte prüfen lassen. Anschließend soll Hilfsnah regulär starten. Sollten bis dahin zu wenige Menschen mitgemacht haben, kommt für ihn auch eine Verlängerung der Testphase infrage.